Moin,
ich habe heute nicht zum ersten Mal ein eigenartiges Phänomen an mir beobachtet. Durch Kind und Haushalt bin ich seit einem Jahr ganz schön auf Trab, in Kürze arbeite ich Teilzeit wieder, da wird der Stress nicht weniger. Oft wünsche ich mir einfach mal einen ganzen Tag nur Zeit für mich …
Heute habe ich diesen Tag und kann nichts mit mir anfangen. Nicht dass ich nicht genug Ideen hätte. Es juckt mich schon seit Tagen in den Fingern, endlich wieder im Garten zu arbeiten. Da stand ich vorhin und sah das ganze Winter-Elend vor mir, wusste nicht, wo anfangen und dachte, die Aufgabe ist mir zuviel, näääää. Und habs gelassen.
Eben solches mit anderen größeren Dingen, die schon länger anstehen. Blieben noch die gemütliche Badewanne, Kaffee auf der Terrasse, ein gutes Buch, einfach mal Augen zu … Hört sich alles wunderbar an, aber sobald ich die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet hatte, hatte ich schon keine Lust mehr drauf.
Wieso kann ich einen freien Tag nicht genießen? Jetzt ist er bald um (also meine freie Zeit jedenfalls, nicht der Tag
) und ich bin gestresst, weil ich das Gefühl habe, ich hätte die Zeit einfach nicht für mich genutzt.
Hin und wieder ein bisschen Freizeit nutze und genieße ich viel besser als einen ganzen Tag, wie kommt den sowas? Und ich weiß jetzt schon, dass ich spätestens, wenn ich wieder arbeite, mir solche Tage wieder herbeisehnen werde - aber wozu, wenn sie mir nichts bringen?
Nicht zu vergessen, dass ich nicht prinzipiell ein Problem mit großen Aufgaben habe. Im Gegenteil. Selbst wenn ich viel zu tun habe, kann ich die oft noch gut einschieben und ordentlich erledigen. Aber nicht, wenn ich einfach mal Zeit dazu habe …
Gruß
Cess
