Unfall im Schnee - was ist jetzt zu tun?

Hallo liebe Versicherungsexperten,

gestern ist ein Auto in mich hineingerutscht und hat mich auf meinen Vordermann geschoben. Aber, damit ihr euch besser vorstellen könnt, was passiert ist, mal von vorne:
Auf schneebedeckter und glatter Straße stehen etliche Fahrzeuge auf der X-Straße am Hang, da sich weiter unten wohl schon Unfälle ereignet haben. Das 1. Auto steht schon in der Schlange. Das 2. Auto (mein Peugeot 106) nähert sich langsam und kommt rechtzeitig zum Stehen (Abstand geschätzt ca. 50-80 cm). Nach einer Weile nähert sich das 3. Auto, versucht zu bremsen, kommt aber nicht rechtzeitig zum Stehen. Das 3. Auto schiebt mich auf das 1. Auto, Fahrer 1 steigt aus, um den Schaden zu begutachten (Kratzer hintere Stoßstange Mitte), ich und Fahrerin 3 steigen ebenfalls aus. Das 4. Fahrzeug nähert sich, kann rechtzeitig bremsen und bleibt mit sehr geringem Abstand zu Fahrzeug 3 stehen. Fahrer 4 bittet Fahrerin 3, ein wenig auf die Seite zu fahren und als Fahrerin 3 die Bremse löst (ohne den Motor angelassen zu haben), gerät ihr Fahrzeug wieder ins Rutschen und rutscht auf der linken Seite an Auto 2 vorbei. Dabei rammt sie es an der hinteren linken Ecke (Entstehung des Sprungs in der Stoßstange von Fahrzeug 2 sowie des kaputten Blinkerglases von Fahrzeug 3). Ich lenke mein rutschendes Fahrzeug nach rechts auf den Bordstein, um es zum stehen zu bringen. Mein Auto wird nochmals (diesmal schräg) auf Fahrzeug 1 geschoben. Fahrzeug 3 rutscht an Fahrzeug 1 vorbei und bleibt quer auf der Straße stehen. Gemeinschaftlich wird Fahrzeug 3 auf eine Einfahrt geschoben. Die Polizei kam einige Zeit später und nahm die Personalien von Fahrer 1,2 und 3 auf, unternahm aber sonst nichts.
Wir haben die Personalien von allen beteiligten Fahrern aufgenommen, die Autokennzeichen aufgeschrieben. Ich habe die Versicherungsdaten des Unfallverursachers (Fahrzeug 3) und habe auf Anraten meiner Werkstatt einen Sachverständigen gebeten, sich mein Fahrzeug (einen Peugeot 106) heute nachmittag anzusehen. Die Fahrerin von Fahrzeug 3 hat versprochen, den Schaden ihrer Versicherung zu melden. Was ist jetzt noch zu tun? Oder kann ich jetzt nur abwarten, bis die Versicherung von Fahrzeug 3 sich bei mir meldet?
Ich hatte bisher noch nie einen Unfall und habe deshalb keine Ahnung, was dabei alles wichtig ist. Wenn noch Angaben fehlen, einfach melden.

Viele Grüße,
Annegret

Hallo Annegret,
maaaaan das reicht ja fast als PW im Witzebrett. Also du solltest dich schon am Montag mit der Versicherung des Verursachers in Verbindung setzen um nachzuhören, inwieweit der Verursacher den Schaden schon gemeldet hat und welche Dinge du noch als Anspruchsteller einbringen kannst. Ein positiver und guter Kontakt zum Sachbearbeiter der anderen Versicherung ist immer hilfreich. Bei Problemen einen Anwalt hinzuziehen. Als weitere Info:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

Viel Vergnügen wünscht
Martin

Hallo Annegret,
ich denke mal, Martin hat ausschließlich den Hergang des Unfalls gemeint. Und der war wirklich was für die Reihe ‚Unglaubliche Vorfälle‘ oder eben das Witzebrett - wenn er nicht wirklich so passiert wäre. Oder siehst Du das anders, wenn Du es mal von außen betrachtest?
Gruß
Axel

Hallo Annegret,
mmhh räusper räusper,
also ich denke, das du meinen Komentar leider in den berühmten falschen Hals bekommen hast. Meine Aussage:„Maaaaan das hört…!“ bezog sich auf den Hergang des Unfalles und nicht auf deine Anfrage. Also entschuldige bitte meine nicht ganz so klare Formulierung.

Zu deiner Anfrage zurück:

  1. Ersatzanpsruch besteht auf Basisi des Gutachtens. Wenn dieses dir vorliegt und du Fragen hast, einfach melden.
  2. Leihwagen für die Zeit der Reperatur, oder Nutzungsausfall.
  3. Schadenersatz bei körperlichen Schäden->Schmerzensgeld.
  4. Kostenersatz für Telefonate, Briefe, etc
  5. Beschädigte persönliche Dinge wie Schuhe, CD’s, etc.

Also alle dir zugefügte Schäden aufgrund des Unfalles. Wichtigste Punkt ist jedoch immer wie die Schuld bzw. Haftungsquote aussieht. Daher mein Verweis auf den Kontakt zum Sachbearbeiter der gegnerischen Versicherung, um mit diesem nach Vorlage aller Schadenanzeigen das zu klären.

Ich hoffe, das ich mich diesmal richtiger ausgedrückt habe.

Lieben Gruß

Martin

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Hallo Martin,
stimmt, so betrachtet trifft dein Kommentar zu! Sorry für das Missverständnis!Ich hab mich noch gefreut, dass ich bei der glatten Fahrbahn rechtzeitig bremsen konnte - und dann werde ich geschoben *grrr*
Wie ist das eigentlich mit den Kosten des Sachverständigen, der sich mein Auto anschaut und feststellt, was alles kaputt ist - werden diese Kosten auch von der Versicherung des Schuldigen übernommen oder gibts da irgendwelche Bedingungen?
Und ich werde mich am Montag auf jeden Fall mal ans Telefon hängen und mit der gegnerischen Versicherung klären, was zu tun ist. Falls ich da irgendwas nicht verstehe, werde ich mich dann wieder melden - wenn ich darf.

Viele Grüße,
Annegret

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Hallo Axel,

jetzt im Nachhinein seh ich auch, dass das ziemlich unglaublich klingt! Gerade hab ich mich noch gefreut, dass ich rechtzeitig anhalten konnte und schon schiebt mich jemand von hinten…

Viele Grüße und schönes Wochenende

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Hallo Annegret,
schön das wir uns wieder verstehen*grins*!

Die Kosten der Sachverständigen und die Kosten für einen eventuellen Anwalt fallen auch unter den Ersatz bzw. Anspruchsleistungen. In den meisten Fällen schicken die Gutachter die Rechnung direkt an die Versicherung.

Gruß
Martin

Hi Annegret,

Wie ist das eigentlich mit den Kosten des Sachverständigen,
der sich mein Auto anschaut und feststellt, was alles kaputt
ist - werden diese Kosten auch von der Versicherung des
Schuldigen übernommen oder gibts da irgendwelche Bedingungen?

Die Kosten werden von der Versicherung übernommen. Tip - such dir einen eigenen unabhängigen Sachverständigen und nimm nicht den, den dir die Versicherung schicken will. Grob falschrechnen darf der Sachverständige der Versicherung zwar nicht, wird aber wohl im Zweifelsfalle zugunsten der Versicherung rechnen. Das kann sich dann auswirken, wenn du z.B. in die Nähe eines Totalschadens kommst (Angabe des Marktwertes ect.) oder aber du den Unfall auf Basis des Gutachten abrechnen und den Wagen selber reparieren (lassen) willst.

Und ich werde mich am Montag auf jeden Fall mal ans Telefon
hängen und mit der gegnerischen Versicherung klären, was zu
tun ist. Falls ich da irgendwas nicht verstehe, werde ich mich
dann wieder melden - wenn ich darf.

Noch ein Tip - als Geschädigte hast du das Recht auf einen Anwalt (wird auch von der gegnerischen Versichung getragen). Da dies dein erster Unfall ist, würde ich dir auch auf jeden Fall raten, einen Anwalt dazuzuziehen. Der kennt deine Ansprüche und setzt sie auch gegenüber der Versicherung durch. Die Versicherung wird dir da nämlich garantiert nicht alle deine Rechte nennen - vor allem, wenn sie feststellt, das du dich auf dem Gebiet absolut nicht auskennst.

Grüßle
Frank K.

Hallo Frank,

Die Kosten werden von der Versicherung übernommen.

Das ist ja schon mal gut!

Tip - such
dir einen eigenen unabhängigen Sachverständigen und nimm nicht
den, den dir die Versicherung schicken will.

Da hab ich ja zufällig richtig gehandelt - ich hab mir den Sachverständigen auf Anraten eines Bekannten genommen, der eine Autowerkstatt hat (ist nicht meine Werkstatt). Der hat gemeint, es wäre besser, wenn mehr als ein Auto beteiligt ist, dann einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Durch ein bisschen Rumfragen im Bekanntenkreis habe ich dann hier im Nachbarort einen Sachverständigen gefunden.

Grob falschrechnen darf der Sachverständige der Versicherung zwar
nicht, wird aber wohl im Zweifelsfalle zugunsten der
Versicherung rechnen. Das kann sich dann auswirken, wenn du
z.B. in die Nähe eines Totalschadens kommst (Angabe des
Marktwertes ect.)

So schlimm ist es zum Glück nicht!

oder aber du den Unfall auf Basis des
Gutachten abrechnen und den Wagen selber reparieren (lassen)
willst.

Das verstehe ich jetzt nicht so ganz - wie läuft das denn jetzt ab? Mein Sachverständiger schickt sein Gutachten an die gegnerische Versicherung. Ich werde der gegnerischen Versicherung nachher mal anrufen und fragen, ob die Unfallverursacherin den Unfall schon gemeldet hat. Und dann höre ich irgendwann von der Versicherung, oder was?

Und ich werde mich am Montag auf jeden Fall mal ans Telefon
hängen und mit der gegnerischen Versicherung klären, was zu
tun ist. Falls ich da irgendwas nicht verstehe, werde ich mich
dann wieder melden - wenn ich darf.

Noch ein Tip - als Geschädigte hast du das Recht auf einen
Anwalt (wird auch von der gegnerischen Versichung getragen).
Da dies dein erster Unfall ist, würde ich dir auch auf jeden
Fall raten, einen Anwalt dazuzuziehen. Der kennt deine
Ansprüche und setzt sie auch gegenüber der Versicherung durch.
Die Versicherung wird dir da nämlich garantiert nicht alle
deine Rechte nennen - vor allem, wenn sie feststellt, das du
dich auf dem Gebiet absolut nicht auskennst.

Hm, das kommt mir bei meinem kleinen Schaden ein bisschen vor, wie wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt! Bei mir ist lediglich ein Sprung in der Stoßstange hinten, eine Macke in der vorderen Stoßstange und eine kleine Beule vorne in der Mitte etwa 10 cm über dem Nummernschild. Bei den beiden anderen beteiligten Fahrzeugen war auch nicht viel mehr kaputt. Und zumindest von der Unterhaltung mit der Unfallverursacherin her (die Dame war sehr freundlich und hat sofort selbst gesagt, sie sei schuld - Situation war ziemlich eindeutig) glaube ich eigentlich nicht, dass es große Streitigkeiten um die Schuldfrage gibt. Meinst du, ich sollte mir trotzdem einen Anwalt nehmen? Und wenn ja - wie finde ich einen guten, der sich auf dem Gebiet auskennt (vor allem hier auf dem Land - wohne im Schwarzwald)?

Viele Grüße,
Annegret

Hi Annegret,

oder aber du den Unfall auf Basis des
Gutachten abrechnen und den Wagen selber reparieren (lassen)
willst.

Das verstehe ich jetzt nicht so ganz - wie läuft das denn
jetzt ab? Mein Sachverständiger schickt sein Gutachten an die
gegnerische Versicherung. Ich werde der gegnerischen
Versicherung nachher mal anrufen und fragen, ob die
Unfallverursacherin den Unfall schon gemeldet hat. Und dann
höre ich irgendwann von der Versicherung, oder was?

In der Regel läuft das so ab, das erstmal der Sachverständige den Reparaturumfang ermittelt. Anschließend kannst du dich entscheiden, ob du den Wagen reparieren lassen möchtest - dann zahlt die Versicherung die Reparartur sowie einen Mietwagen für die Ausfallzeit, alternativ, wenn du keinen Mietwagen brauchst, den Nutzungsausfall. Da gibt es für jeden Wagentyp festgelegte Tagespauschalen.
Willst du den Schaden nicht reparieren lassen (oder hast einen Bekannten, der dir das privat macht), kannst du dir den Betrag welchen der Gutachter ermittelt hat auch einfach auszahlen lassen - allerdings abzüglich 16% Mehrwertsteuer, da diese nicht angefallen ist. Läßt du den Wagen privat reparieren, kannst du die Mehrwertsteuer für die Ersatzteile dann noch nachfordern. Nutzungsausfall oder Mietwagen gibt es aber in diesem Fall nicht.

Hm, das kommt mir bei meinem kleinen Schaden ein bisschen vor,
wie wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt! Bei mir ist
lediglich ein Sprung in der Stoßstange hinten, eine Macke in
der vorderen Stoßstange und eine kleine Beule vorne in der
Mitte etwa 10 cm über dem Nummernschild. Bei den beiden

Bei den heutigen Kunststoffstoßstangen sind die Schäden leider oftmals größer als angenommen, da die Stoßstange nach dem Unfall wieder ihre alte Form annimmt und man somit nicht erkennen kann, wieviel hinter dem Kunststoff kaputt ist. Da deine Stoßstange sogar gerissen ist, kann das durchaus ein größerer Schaden sein. Dein Gutachter wird dich da aber sicher auch beraten können, ob das hinzuziehen eines Anwaltes sinnvoll oder nötig ist.

Streitigkeiten um die Schuldfrage gibt. Meinst du, ich sollte
mir trotzdem einen Anwalt nehmen? Und wenn ja - wie finde ich

Das Problem ist weniger die Schuldfrage. Das Problem ist meist, das die Versicherungen (entgegen aller Beteuerungen) das Unfallopfer gerne ‚über den Tisch‘ ziehen. Als Geschädigter stehen dir div. Pauschalen zu (Telefon ect.) und da kann dich ein Anwalt gut beraten. Auch was Mietwagen oder Nutzungsausfall angeht…

einen guten, der sich auf dem Gebiet auskennt (vor allem hier
auf dem Land - wohne im Schwarzwald)?

*lacht* das Problem mit dem Schwarzwald kenne ich… ich wohne knappe 50km nördlich von dir ;o).

Grüßle
Frank K.

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