Moin!
anfang februar bin ich einem taxi hinten rein gefahren. nicht
sehr doll. bei ihm und bei mir war absolut nichts zu sehen.
sein kofferraum konnte auch ganz normal auf-und zugemacht
werden.
Hmm, das muß noch nix heißen. Wenn „nix“ zu sehen war, dann heißt das noch nicht, das da tatsächlich „nix“ war. Mir ist
vor etwa einem Jahr auch jemand ganz leicht vorn ans Auto gefahren. Zu sehen war auch nix. Die Werkstatt sagte aber was von etwa 1.500 Mark Reparaturkosten (Stoßstange leicht verschoben…). Da der Verursacher seinerzeit genau wie Du jetzt meinte, da war doch nix, hat dessen Versicherung einen Gutachter bestellt. Der Gutachter sah es wie meine Werkstatt - 1.500 Mark. Und die Versicherung mußte zähneknirschend löhnen, zuzüglich dem Gutachter.
Soviel nur mal zu „Da war doch nix zu sehen“.
später bekam ich von der taxizentrale einen anruf, ich sollte
doch ca. 400 euro bezahlen.
Durchaus gängige Variante, allerdings hätte ich das so auch nicht bezahlt. Dafür ist man versichert.
ich hab mir dann einen kostenvoranschlag von seiner werkstatt
schicken lassen. das ist allerdings ein laden gewesen, den mal
eher als hinterhof-bastel-hütte bezeichnen muss.
Der Geschädigte hat nunmal das Recht der freien Wahl der Werkstatt. Und das ist auch gut so. Ich würde mir auch nicht vorschreiben lassen, wo ich mein Auto reparieren lasse.
daraufhin sagte ich zu dem taxi-unternehmer, er wolle mich
wohl betrügen. er meinte, er gehe zu seinem anwalt.
Mit solchen Sprüchen sollte man halt vorsichtig sein. Der Verursacher meines Schadens seinerzeit sagte zu mir ähnliche Nettigkeiten. Ich habe ihm nur geraten, seine Worte etwas vorsichtiger zu wählen. Sonst ist man da ganz schnell auf einer schlechten Ebene…
nun mußte ich meine versicherung ziemlich lange belabern, bis
die einen sachverständigen dort hinschicken wollten. jedoch
reagierte der gegner nicht auf die schreiben der versicherung
zwecks terminabsprache. auch sein anwalt nicht.
Also das Deine Versicherung sich sträubt, da einen Gutachter hinzuschicken, erscheint mir bei dem Preis normal. Wenn ursprünglich nur 400€ im Raum stehen, dann wird der Schaden durch die Kosten fürs Gutachten mal locker um 50% teurer für die Versicherung. Deswegen wird in der Regel bei Schäden unter 1.000€ kein Gutachten mehr gemacht. Bis zu diesem Betrag reicht in der Regel der KVA völlig aus, sofern dieser nicht allzuweit hergeholt zu sein scheint…
Übrigens muß sich Deine Versicherung von Dir auch nicht vorschreiben lassen, ob die da jetzt einen Gutachter hinschicken oder nicht. Das ist die freie Entscheidung des Versicherers.
so war für mich klar, der wollte mich abzocken und hat nun die
hosen voll gehabt. die zeit ging ins land, und ich hörte weder
vom gegner noch von meiner versicherung etwas.
Auch das ist normal. Mit dem Unfallgegner hast Du nix mehr zu tun, sobald Deine Versicherung den Fall übernommen hat. Deine Versicherung kümmert sich um die vollständige Abwicklung des Schadens. Unter anderem kümmern die sich auch darum, das unberechtigte Ansprüche abgewehrt werden. Deine Aufgabe ist lediglich, den Schaden rechtzeitig an die Versicherung zu melden. Und ab diesem Moment bist Du verpflichtet, Dich aus der Schadensregulierung vollständig rauszuhalten. Das ist Sache der Versicherung. Wie sie das machen, geht Dich theoretisch nix an. Du bekommst am Ende eine Mitteilung, wie der Schaden abgeschlossen wurde und fertig ist die Sache.
nun bekam ich ein schreiben von meiner versicherung, sie
hätten den schaden bezahlt !! 536 euro !!! nach 5 monaten !!
Und? Ist doch gut. Wie lange das dauert, kann Dir doch egal sein. Und das es nun teurer geworden ist, würde ich mal ganz sanft in Deine Ecke schieben wollen. Wenn Du gleich zu Anfang die 400€ bezahlt hättest, wäre es wohl etwas günstiger abgegangen. So wird zu den 400€ auch noch der Nutzungsausfall und die obligatorische Unkostenpauschale zuzüglich des gegnerischen Anwalts dazugekommen sein. Das klingt für mich völlig normal.
für mich war der fall schon abgeschlossen und nun das.
darf die versicherung ohne mit mir rücksprache zu halten den
schaden regulieren.
Ganz klare Sache: Logisch darf die Versicherung das. Es ist sogar ihre Aufgabe, so zu verfahren! Stell Dir doch einfach mal die Situation andersrum vor. Wie würdest Du es finden, wenn Dir einer ins Auto fährt und dessen Versicherung sagt Dir, Sorry, aber Kohle gibt es nicht weil der Verursacher findet, da ist nix???
So kann es nicht laufen. Deine Versicherung hat völlig korrekt gearbeitet, würde ich mal meinen.
die hätten mir doch wenigsten mal den
bericht vom sachverständigen geben können. falls es überhaupt
zum besuch des sachverständigen gekommen ist.
Mal ganz davon abgesehen, das ich mich frage, was Du mit dem Gutachten hättest anfangen wollen, müssen sie Dir das nicht geben. Allerdings bin ich mir sicher, das Du auf eine Nette Anfrage hin von Deiner Versicherung einen Einblick in die Schadenakte bekommen würdest. Im Übrigen solltest Du froh sein, das Deine Versicherung auf ein Gutachten verzichtet hat! Mit Gutachten wäre der Schaden für Dich noch locker 200€ (mindestens) teurer geworden.
ich weiß nun von gar nichts, nur dass es laut versicherung ja
für mich lohnen würde, den betrag an sie zurück zu zahlen.
was kann ich tun?
Wenn Du Deiner Versicherung den Schaden zurückzahlst, dann bleibt Dein Schadensfreiheitsrabatt in der jetzigen Höhe erhalten. Zahlst Du denen das nicht zurück, dann wirst Du zum nächsten Fälligkeitstermin hochgestuft und zahlst dann mehr Beitrag. Du solltest Dir also von Deiner Versicherung mal ausrechnen lassen, wieweit sich die Rückzahlung lohnen würde. Die können Dir das ganz schnell berechnen. Und dann mußt Du Dir überlegen, ob sich das für Dich rechnet.
Auf jeden Fall solltest Du die Entscheidung Deiner Versicherung bezüglich der Regulierung akzeptieren. Davon abgesehen, das Du eh keine Handhabe gegen diese Entscheidung hättest, glaube ich, das Deine Versicherung hier in Deinem Sinne durchaus sehr korrekt gehandelt hat.
Gruß & Bye…
Der Dicke MD.
PS: Wenn Du noch Fragen dazu hast, kannst Du natürlich diese jederzeit hier loswerden 