Schon, aber…
Salut Christopher!
Für die Grussformel am Schluss gibt es so viele Möglichkeiten, dass sich leider immer wieder Fehler einschleichen. Richtige Varianten sind:
„Veuillez agréer, Madame/Monsieur, l’assurance/l’expression de nos salutations les meilleures“ oder „Veuillez croire, Madame/Monsieur, à nos sentiments distingués“.
Erklärung:
Im ersten Fall bedeutet „agréer“ = „accepter“ (d.h. veuillez accepter que je vous transmette mes salutations = erlauben Sie, dass ich Ihnen meine Grüsse übermittle). Im zweiten Fall soll der Adressat an die „sentiments“ glauben.
Dein Vorschlag „Veuillez agréer nos meilleurs sentiments“ ist somit leider falsch, da ein wichtiges Element (l’assurance de) fehlt. (Steht übrigens in Lehrbüchern oft falsch drin!)
Deutsche Zungen ziehen „Salutations distinguées“ oder „Sincères salutations“ oder auch „Cordiales salutations“ vor, da ihnen das näher liegt (freundliche/herzliche Grüsse). Für französische Ohren (die sehr auf solche Dinge achten) klingt es aber sehr übersetzt… ausser man kennt sich gut. Oft sieht man auch einfach nur „Avec nos compliments“.
„Madame, Monsieur“ ist etwas höflicher als „Mesdames, Messieurs“, da die Anrede direkter und somit persönlicher ist. Auch hier kann man wieder dasselbe sagen wie oben: Deutsche Zungen ziehen den Plural vor, weil er ihnen aus der eigenen Sprache geläufiger ist (Sehr geehrte Damen und Herren).
Im Zeitalter der political correctness sollte man die simple Anrede „Messieurs“ unbedingt vermeiden! Superkorrekt wäre hingegen die im Deutschen völlig verpönte Anrede: „Madame, Mademoiselle, Monsieur“.
Im Italienischen sind die Anredefloskeln ebenfalls klar festgelegt und man macht den feinen Unterschied mit „egregio“ (Mann) und „gentile“ (Frau). Finde ich persönlich sehr schön, aber Achtung: Die beiden Zusätze dürfen auf keinen Fall vertauscht werden!
Vielleicht gelte ich hier jetzt als Haarspalter oder „Tüpflischiisser“, wie man in der Schweiz sagt… *grins*
Gruss
Renato