Ungefedert? Sattelstützenfederung? Vollfederung?

Hallo zusammen,

ich schaue mich gerade nach einem neuen Rad für’s tägliche Herumfahren und kleine Touren (Straße und einigermaßen befestigte Wege, kein Gelände) um.

Meine Frau hat ein vollgefedertes Rad, find ich schon Klasse, aber … *grübel* …

Was sagen denn die erfahrenen Radler zu den Vor- und Nachteilen von

ohne Federung
Sattelstützenfederung
Vollfederung (Federgabel, Federschwinge)?

Vielen Dank schonmal …

Grüße
Sebastian

Hi
Vollgefedert ist mir zu schwer, ich fahr fast nur Asphalt und (Berliner) Kopfsteinpflaster. hardtail Alurahmen, Stahlgabel, gefederte Sattelstütze (und die beinhart eingestellt, nur bei extremen Schlägen gibt sie nach). Schwere Schwabbelräder mag ich nicht und nichtschwabbelige sind teuer und schwer.
HH

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi Sebastian,
jaja *grübel*. also von vorn:
ungefedert: wenns überaus straße und gut wege sind auf denen du schnell voran kommen willst und dich gelegentliche huckel nicht stören.
ist aber durchaus gut kombinierbar mit einer geferderten sattelstütze, wenn man denn ein bisschen komfort haben möchte.

gefederte sattelstütze: wenn, nur sinnvoll bei s.o. oder rädern mit ferdgabel vorn (hardtail - heißt das glaub ich).

vollfederung: macht nur sinn, wenn man ein ambitionierter fahrer ist, der auch mal im gelände seine runden dreht und stock und stein nicht scheut, sondern sich eher darauf freut.
zum schnell vorankommen eher ungeeignet.

meine empfehlung: fahrrad mit federgabel vorn und wenns gefällt auch noch eine gefederte sattelstütze.
wenn du dann recht flott von a nach b möchtest, nimm ein trekkingrad. ansonsten ein mountenbike.

ciao SpukieMulder

hallo,

eigentlich kann dir diese frage nur dein geldbeutel beantworten. hardtails sind mit unter deutlich preisgünstiger als vergleichbare full suspension bikes (fully).

ein fully hat deutlich mehr komfort, und bietet reserven für gelegentliche spassfahrten. eine vollfederung ist auch nicht so schädigend für die potenz. ist einfach so.

die meisten glauben das fullys allein dafür gebaut werden um den fahrkomfort, bzw. die durchschläge auf die gelenke des fahrers zu absorbieren. sicher ist das ein aspekt, aber der hauptgrund ist klar ein anderer… vollgefederte bikes fungieren nach einem ähnlichem prinzip wie ein auto… der dabei eingestellte negativfederweg (der weg den die federelemente einfedern, allein durch das fahrergewicht) erlaubt theoretisch einen immer bleibenden bodenkontakt, da bei dem verlust des bodenkontakt der dämpfer „ausfedert“! das erlaubt deutlich mehr kontrolle, in jeder erdenklichen situation, und somit auch mehr sicherheit. man kann also ein hardtail (unter den fitischen eines „normalen“ fahrers) mit einem auto mit defektem stoßdämpfer vergleichen…

wie gesagt fullys haben eigentlich NUR vorteile. bis auf…

  • durch die aufwendigere rahmenkonstruktion, dämpferelement, schwingenlager etc. mehr gewicht. das ist aber wie gesagt auch wieder nur eine geldfrage. ein billiges hardtail wiegt knapp 15kg und mehr, wohin gegen ein gutes fully unter 10kg wiegen kann.
  • ja, der mehrpreis… gute fullys sind richtig teuer. …aber vielleicht sollte man bewusst einige euros mehr ausgeben. denn wer weiss schon ob ein gutes rad nicht die einstellung zum radfahren gewaltig verändern, und du dich bald als „3000km fahrer im monat“ wieder siehst?! :smile: bei mir war es nämlich so…
  • die meisten würden hier aufführen das beim fahren auftretendes „einwippen“ deutlich mehr energie verschwendet als bei einem hardtail. halbwegs gute fully sind in der lage dieses wippen durch patentierte hinterbaukonstruktionen zu kompensieren und/oder die federelemente vollständig zu blockieren d.h. fully -> hardtail

gefederte sattelstützen sind da wohl keine alternative. achte besser auf durchschlagresistente reifen, die du mit wenig druck fahren kannst. das dämpft mit unter besser als eine gefederte stütze, ist nicht teuer, und bietet mehr traktion im gelände…und wo sonst brauch man UNABDINGBAR „eine federung unter dem sattel“?

überleg wieviel du ausgeben möchtest, und vor allem, wozu dir das rad eigentlich dienen soll… allein danach kann man entscheiden.

mfg mario

Hi,

nach dem Plädoyer fürs Fully jetzt ein Plädoyer für ein Hardtail :smile:

Ich nutze mein Rad offenbar ähnlich wie du, hauptsächlich für den Arbeitsweg, und habe mich für Federgabel + Sattelfederung entschieden. Von einem Fully abgehalten hat mich der Preis, das Gewicht und ein paar Probefahrten. Ich mag einfach das Gefühl des Einwippens, sobald man stärker antritt, nicht, auch wenn die Top-Modelle das in Bezug auf den Energieeinsatz kompensieren können. Die Sattelfederung schätze ich, weil ich zu Rückenproblemen neige. Wenn man hauptsächlich auf befestigten Wegen fährt, sehe ich auch keine Sicherheitsreserven beim Fully - da geht es ohnhin nur ums Bremsen, und da hast du das Gewicht ohnehin am Vorderrad und musst über die Vorderbremse arbeiten. Bei seriösem MTB oder Downhill würde es andes aussehen; so aber müsste ich für ein gleichwertiges Rad mindestens das Dreifache ausgeben. Wozu also?

Die Entscheidung kannst natürlich nur du, nach Rücksprache mit deinem Konto, treffen; was da aber unbedingt tun solltest: soviele verschiedene Modelle wie möglich in allen Varianten probefahren!

lg
Täubchen

hallo,

naja, es geht nicht nur ums bremsen. vorwiegend auch bei kurvenfahrten etc. was nicht auf dem boden klebbt, ist nicht steuerbar…

ich empfinde es nur immer wieder schade das fully meist gleichbedeutend mit mehr gewicht, mehr energieverbrauch etc. sein müssen. das ist definitiv nicht so.

hardtails haben auch vorteile, wie gesagt… aber der hauptgrund zum kauf eines hardtails ist meist das geld bzw. die überzeugung oder aber eben solche vorurteile gegen fullys.

natürlich sollte man einige modelle probefahren… nur vorher sollte man sich wirklich gedanken über das einsatzgebiet und die haltbarkeit machen. ich glaube schon das eine probefahrt mit einem 7000eur rad alles nachfolgende verblassen lässt.

ich möchte betonen das „fahrrad“ wirklich nicht gleich „fahrrad“ ist. es liegen mit unter welten dazwischen.

will sagen… wenn du einfach nur täglich 3km zur arbeit fahren möchtest „reicht“ in den meisten fällen ein bike für knapp 300,-eur. möchtest du hingegen auf dauer fahrspass, auf touren und famillienausflügen oder einfach mal allein in den berggen oder im wald, solltest du vielleicht doch min. 1500eur in betracht ziehen…

mfg mario

naja, es geht nicht nur ums bremsen. vorwiegend auch bei
kurvenfahrten etc. was nicht auf dem boden klebbt, ist nicht
steuerbar…

die kurven und bremsungen, wo ein hardtail abhebt und ein fully bleibt, moechte ich im stadtverkehr mal sehen. im gegenteil, ich war auf ner tour mal zeuge, wie ein entgegenkommender mtb-fahrer mit brandneuem fully angesichts eines ploetzlich torkelnden kindes beim ueberholen die panikbremse reingeschmissen hat und - wohl auch mit aufgrund der steilen gabelstellung und dem starken einwippen, eine 180 grad drehung gemacht hat. er ist mit seinem - gluecklicherweise behelmten kopf - ungespitzt in den radweg geknallt - dank helm ging es mit einem halswirbelsaeulentrauma und ner verstauchten hand ab…
ich glaube nicht, dass er diesen stunt mit meinem tourenrad hingegriegt haette, trotz bissiger v-brakes - der lange vorlauf macht den hebel zu lang.

ich empfinde es nur immer wieder schade das fully meist
gleichbedeutend mit mehr gewicht, mehr energieverbrauch etc.
sein müssen. das ist definitiv nicht so.

fuer alle die leute, fuer die geld eine finite menge darstellt, ist das aber so. fuer einen fixen betrag x koennen wir folgende ungleichungen aufstellen:

masse_hardtail(preis x)

Vielen Dank für die Antworten!
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die Beiträge!

Die Entscheidung ist gefallen …

Meine Frau hat ein vollgefedertes Rad, find ich schon Klasse,
aber … *grübel* …

Ich fand/finde dieses Rad toll, bin immer gern mal damit gefahren („Torpedo Suspension“, Alu-Rahmen, Vollfederung, Nexave 21 Gang mit „Mega-Range“ (34-Zähne-Ritzel für extreme Steigungen), V-Bremsen, Multipositionslenkbügel, Listenpreis letztes Jahr 699 EUR).

Als wir am Samstag in den Laden kamen, stand da … genau das gleiche Rad als Herrenrad, Vorjahresmodell, runtergesetzt auf 499 EUR. GEKAUFT!

Ich bin natürlich am Pfingstwochenende damit rumgefahren, sehr schön. Die Federung empfinde ich auch auf etwas schlechteren Nebenstaßen schon als sehr angenehm (auch rückentechnisch).

Das Gewicht … na ja, jedenfalls ist es wesentlich leichter als mein altes (ungefedertes) Rad. Mit 18,5 kg isses angegeben …

Der Lenker sieht mit den beiden runden Schaltanzeigen, dem Tacho und der Pulsanzeige (Polar-Uhr auf Halterung) aus wie ein kleines Flugzeugcockpit *g*

Euch allen viele schöne Fahrradkilometer!

Grüße
Sebastian

P.S.: Wen’s interessiert, hier die Zahnzahlen der Blätter und Ritzel und die daraus folgenden Übersetzungen.

Blatt/Zähne/Ritzel/Zähne/Üb.
1 / 24 / 1 / 34 / 0,71
1 / 24 / 2 / 26 / 0,92
1 / 24 / 3 / 22 / 1,09
1 / 24 / 4 / 18 / 1,33
1 / 24 / 5 / 15 / 1,60
1 / 24 / 6 / 13 / 1,85
1 / 24 / 7 / 11 / 2,18
2 / 34 / 1 / 34 / 1,00
2 / 34 / 2 / 26 / 1,31
2 / 34 / 3 / 22 / 1,55
2 / 34 / 4 / 18 / 1,89
2 / 34 / 5 / 15 / 2,27
2 / 34 / 6 / 13 / 2,62
2 / 34 / 7 / 11 / 3,09
3 / 42 / 1 / 34 / 1,24
3 / 42 / 2 / 26 / 1,62
3 / 42 / 3 / 22 / 1,91
3 / 42 / 4 / 18 / 2,33
3 / 42 / 5 / 15 / 2,80
3 / 42 / 6 / 13 / 3,23
3 / 42 / 7 / 11 / 3,82