Hallo,
ein Gestütsbesitzer leistet um Weihnachten 2002 herum Nachbarschaftshilfe: er nimmt insgesamt 4 Pferde (3 Hengste) eines Pferdezüchters (den er schon länger kennt) bei sich auf, weil dessen Stall abgebrannt ist und der nicht weiss wohin. Der neue Stall sei bald fertig, es handele sich nur um einige Wochen. Für diese Zeit soll Futtergeld von 50 Euro pro Pferd gezahlt werden.
Bald stellt sich heraus, dass der Pferdezüchter mitten in einem Rosenkrieg steckt, gar nichts zahlt und auch die Pferde nicht abholt. Zusätzlich steht noch eine weitere Stute mit Fohlen des Züchters beim Gestütsbesitzer, die er auch nicht abholt.
Anfang April stellt ihm der Gestütsbesitzer eine Rechnung auf Basis des Futtergeldes und weist darauf hin, dass er die 6 Pferde nicht mehr länger bei sich beherbergen kann. Der Pferdezüchter zahlt die Rechnung nicht, sondern vertröstet den Gestütsbesitzer. Sobald die Scheidung durch und die Eigentumsverhältnisse an den Pferden geklärt seien (Juni/Juli) bekäme er sein Geld. Er habe einen neuen Hof an der Hand, den er kaufen wolle und würde sich bemühen, Käufer für einige der Pferde zu finden. Was ihm nicht gelingt.
Gerade die Hengste bereiten dem Gestütsbesitzer viel Arbeit, weil sie jetzt geschlechtsreif sind. Er verlangt ab April nun seine üblichen Unterstellgebühren, die dem Pferdezüchter bekannt sind. Im November findet der Gestütsbesitzer einen Käufer für einen der Hengste. Der Verkauf wird abgewickelt, der Kaufpreis gut geschrieben. Der Pferdebesitzer erhält eine Rechnung Basis die normalen Unterstellkosten und einen Brief in dem er aufgefordert wird, die Pferde nun endlich abzuholen. Er verspricht es, tut es aber nicht.
Im Oktober 2006 forder der Gestütsbesitzer den Pferdebesitzer auf, endlich die Pferde abzuholen. Der klagt dass er keinen der Hengste los würde. Da erklärt sich der Gestütsbesitzer bereit, einen der Hengste zu dem angebotenen Preis zu kaufen, damit sich wenigstens etwas tut. Einige Wochen später, als ein Käufer mit einer Stute des Gestütsbesitzers nicht zurecht kommt, gibt er ihm stattdessen den Hengst. Der Gestütsbesitzer informiert den Pferdebesitzer über den Verkauf, bittet ihn die Papiere zu schicken und fordert ihn letztmalig auf, die anderen Pferde abzuholen.
Endlich kommt der Pferdebesitzer mit einem Transporter für 2 Pferde. Der Gestütsbesitzer fordert ihn vor Zeugen auf, die Papiere für den verkauften Hengst heraus zu geben. Der Pferdebesitzer gibt an, den Gestütsbesitzer am Telefon nicht verstanden zu haben, als dieser den Hengst von ihm kaufte und auch nicht, als er ihm von dem Verkauf des Hengstes erzählt hat (3 Telefonate).
Der Gestütsbesitzer bietet ihm an: wenn der Käufer die Papiere bekommt und alle Pferde abgeholt seien, dann wäre die Sache für ihn erledigt, er würde auf seine Forderungen verzichten. Er wolle keinen zusätzlichen Ärger mehr. Der Pferdebesitzer stimmt zu, verlädt zwei Stuten und fährt vom Hof.
Als nächstes kommt ein Brief von dessen Rechtsanwältin: der Pferdebesitzer droht mit dem Staatsanwalt, der Hengst sei ohne sein Einverständnis verkauft worden. Er fordert die (höhere) Summe, über die der Gestütsbesitzer den Kaufvertrag über die Stute abgeschlossen hatte, für die der Hengst eingetauscht worden war. Ausserdem meldet er den Hengst als gestohlen beim Zuchtverband.
Mit ihm ist nicht zu reden, er habe keine Schulden, sondern eine Forderung. Den letzten Hengst holt er nicht ab. Er will die ganzen Rechnungen nicht bekommen haben. Als der Gestütsbesitzer Emails und Schreiben des Rechtsanwalts seiner damaligen Frau beibringt, aus denen ersichtlich ist, dass er die Re erhalten hat, geht er nicht darauf ein. Er vertritt die Meinung, die Pferde seien für 50 Euro pro Monat eingestellt. Eine genaue Aufstellung der Rechnungen und Auslagen (für Schmied und Halfter etc. für 4 Jahre!) ignoriert er ebenfalls.
Tatsache ist, dass aus den Fohlen in den 4 Jahren, in denen die Pferde beim Gestütsbesitzer standen, ausgewachsene Pferde wurden. Sie haben auf dem Gestütsbetrieb großen Aufwand verursacht, standen in Einzelboxen, wurden aufgezogen. Das hätte er nirgends für 50 Euro pro Monat haben können. Das weiss er auch ganz genau. Er hat die Pferde seinerzeit gebracht (bzw. auf den Hof gefahren und dann gefragt) wohlwissend, dass er weder Geld noch Möglichkeiten hat, sie wieder abzuholen. Als er sie doch abholen musste, hat er sich gerächt. Der Käufer des Hengstes hat bis heute noch keine Papiere (Pferdepass muss beim Pferd sein!) und ein Hengst steht ohne Bezahlung noch beim Gestütsbesitzer. Dieser steht auf dem Standpunkt, dass der Pferdebesitzer den Vergleich gebrochen hat und will nun sein Geld. Der Pferdebesitzer leugnet alles, kann sich an nichts erinnern. Er konstruiert, dass er durch das Ignorieren der Rechnungen seine Pferde die ganze Zeit über für 50 Euro stehen hatte.
Wie sehen Sie das?
Alles sehr lang geworden, tut mir leid.
Makarena