Ungeschnittene Taler,

liebe ExpertInnen,

begegnen mir in einem historischen Roman, der um 1780 in Nürnberg spielt. Nun kann ich mir schon unter geschnittenen Talern nichts vorstellen, viel weniger noch unter ungeschnittenen. Im Text heißt es, sie seien „das Beste, was einem beim Ausrauben einer Postkutsche in die Hände fallen kann, man muss sie nicht erst zu Geld machen“, es dreht sich also wirklich um Taler. Wer weiß was?

Gruß Ralf

Hallo, Ralf,

Gold- oder auch Silberstücke wurden bei Geldknappheit am Rand beschnitten. Das dabei gewonnene Metall wurde dann zu neuen Münzen geprägt.

So machte man mit Münzen Inflation. Diese Praxis ist uralt! Üblich seit es geprägte Münzen gab.

Die Riffelung und Rillen oder Prägungen auf dem Rand von Münzen sind damals entstanden, um diesem Unwesen vorzubeugen.

Gruß Fritz

Dank & Gruß (owT)

hallo

begegnen mir in einem historischen Roman, der um 1780 in
Nürnberg spielt.

das dürfte sich um die sogenannte dritte Kipper- und Wipperzeit handeln. mit einer „geldkippe“ wurden die schwereren, damit vollwertigeren münzen, aussortiert und entweder eingeschmolzen und neugeprägt (alledings mit beigemisch und damit schlechterem silbergehalt) oder aber „gekippt“, geschnitten. betroffen waren dabei hauptsächlich kleinmünzen (zu dieser zeit waren das im dt. reich groschen, wenn ich mich nicht täusche).
Die ersten beiden Kipper- und Wipperzeiten kamen während des 17. Jh. auf. vermute diese praxis war auch damals nicht ganz neu (wie fritz gesagt hat), zu einem echten und nicht kontrollierbarem problem wurde sie allerdings erst im 17. Jh.

grüße von kati

Nun kann ich mir schon unter geschnittenen
Talern nichts vorstellen, viel weniger noch unter
ungeschnittenen. Im Text heißt es, sie seien „das Beste, was
einem beim Ausrauben einer Postkutsche in die Hände fallen
kann, man muss sie nicht erst zu Geld machen“, es dreht sich
also wirklich um Taler. Wer weiß was?

Gruß Ralf