Ungewöhnlich gutes Gedächtnis ?

Ich hoffe mal ich bin hier in richtigen Rubrik gelandet…

In der Vergangenheit wurde mir schon öfters von Bekannten und Verwandten gesagt das ich mich an ungwöhnlich viele Geschehenisse meiner Kindheit und frühen Jugend erinnern könnte (ich bin jetzt 29 Jahre alt).
Für mich schien das bis jetzt ganz normal.

Vor ca. zwei Wochen hab ich dann mal mit meinen Eltern versucht aktiv verschiedene Erinnerungen zu datieren.
Denn alles was vor meiner Schulzeit liegt kann ich zwar in meinem Kopf chronologisch ordnen, jedoch selten einem Datum/Jahr zuordnen.

Mit hilfe meiner Eltern konnte ich dann Erinnungen bis etwa zum 1,5ten Lebensjahr zurückdatieren.
Einige davon verblüffend Detailreich.
So kann ich mich noch an fast jede Einzelheit meines ersten Kindergartentages erinnern. Die Weihnachtsgeschenke an meinem 2. Weihnachten und sogar die Tapete welche zu der Zeit an der Wand waren, mein zweites Silvester etc… Ich kann mich auch daran erinnern die Challanger (Space-Shuttle) Katastrophe im Fernsehen mitverfolgt zu haben und welches Wetter draußen war da ich kurz danach raus spielen gegangen bin… Nur um mal diese paar wenigen Beispiele zu nennen.

Ich meine mich auch an viele Dinge erinnern zu können welche noch vor dem 1,5ten Lebensjahr lagen wie z.B. Windeln wechseln, im Kinderbett liegen etc… da war aber nichts dabei was meine Eltern hätten datieren können.
Mal ganz davon abgesehen das sie selbst größere Probleme hatten sich so weit zurück zu erinnern als ich…

Ist das alles ganz normal ???

LiebeSchubdüse! (toller Nick *grins*)

Ist das alles ganz normal ???

Für dich ja!

Kein Mensch ist wie der andere.
Mach das Beste draus.

LiebeGrüßeChrisTine

Ist das alles ganz normal ???

Hallo!

Normal? Gute Frage, ich glaube normal im Sinne von durchschnittlich nicht. Normal im Sinne von nicht krankhaft aber schon.

Ich kann das übrigens auch. Bei mir beginnt die Erinnerung irgendwo um die 2 Jahre herum. Kinderbett, Milupa-Flasche, Windel-Wechsel und Windel-Eimer, früh verstorbener Großvater, Fahrt im Kinderwagen und Kinderwagentausch mit der Freundin - daran habe ich auch noch Erinnerungen.

Besser sieht es aus, wenn ich an mein 3- und 4-jähriges ich denke. Erster Urlaub an der See, Dreirad, Roller, Fahrradfahren lernen (3 Jahre), Mondlandung, erster Kindergartentag, Martinssingen, Umzug, Ausflug, erstes eigenes Fahrrad (4 Jahre), Karnevalskostüme, Streiterei im Sandkasten, unsere damaligen Familienautos, Geburt und Taufe meiner etwas jüngeren Cousins, Adoption meiner Cousine (da weiß ich jetzt nicht mehr ganz genau, wie alt ich da war - müsste mal meine Tanten fragen).

Die meisten Leute, die ich sonst kenne, erinnern sich vielleicht gerade mal an ihre Einschulung. Mich wundert das auch immer.

Ich betrachte diese Erinnerungen als Schätze. Uns ist es gelungen, sie zu bewahren. Die meisten haben dieses Glück nicht.

Auf der anderen Seite können sich viele Leute Vokabeln, Gesichter und Namen viel besser merken als ich das kann. Aber das kann man mit Fleiß ausgleichen, das fehlende Gedächtnis an die Zeit vor der Einschulung aber nicht.

Viele Grüße

Anne

Hallo Anne!

Ich könnte dein Posting wortwörtlich für mich übernehmen. Genau so ist es bei mir auch.

Grüße

Andreas

Ich hoffe sehr, dass das normal ist. Ich kann mich daran erinnern, dass ich es Kleinkind (etwa 2) im Kinderwagen lag, meine Tante mich geschoben hat und wir farbige amerikanische Soldaten getroffen haben. Nie zuvor hatte ich einen Schwarzen gesehen. Lange Zeit glaubte ich, ich hätte das geträumt, bis mir dann meine Eltern bestätigten, dass das tatsächlich so stattfand. Ich war damals überzeugt, dass alles Schwarzen Soldatenuniform tragen und dass alle Soldaten schwarz seien. Umso mehr war ich überrascht, als 1956 (von da an gab’s die Bundeswehr) plötzlich Soldaten mit heller Haut bei uns auftraten.

Die Fahrt im Kinderwagen mit etwa 2 Jahren ist das früheste Ereignis, an das ich mich erinnern kann. Die Sachen mit 3 (Kindergarten) sind absolut präsent, ich rieche sogar noch, wie „ranzig“ mein Täschchen roch, in dem ich Apfel und Butterstulle mitbekam.
Atlacamani

Hi

nachdem ich mich für reichlich normal halte :wink: ist dein gedächtnis wohl auch normal - ich kann mich an vieles erinnern, was definitiv vor meinem 2. Lenbensjahr lag … so ca. mit 1,5 Jahren begann mein bewusstes Erinnerungsvermögen (und mein „ich“ Gefühl)

Mit auf jeden Fall

Danke fürs Feedback!
Dann brauche ich mir ja keine großen Gedanken mehr drüber zu machen wenn ich nicht der einzige auf der Welt bin der sich an seine Kindheit erinnern kann :wink:

Moin.

Du beschreibst, dass du dich besonders an emotionale Momente erinnerst, erster KiGa-Tag usw… Das ist wirklich ganz normal, je emotionaler ein Ereignis, destso besser können wir uns daran erinnern (oder meinen es wenigstens).
Ihr könnt mir sicher alle hier sagen wie groß dir Brille von der jubelnden Frau am 11.09 war oder? :wink:

MfG

einfach genial!!!
Hey, ich finde das einfach genial, wenn man so viele gute Erinnerungen hat.
Niemals würde ich mir deshalb Gedanken machen, ob das abnorm ist im Sinne von krank. Nutze dieses geniale Gedächtnis, genieße die Erinnerungen und schreibe sie so ausführlich wie möglich nieder.

Meine Mutter hat auch so ein Gedächtnis. Wenn sie erzählt ab einer Zeit, wo sie ca. 1 1/2 Jahre alt war, kann man nur noch fasziniert zuhören. Sie ist 1941 geboren und weiß viele Dinge aus dem Krieg und der Nachkriegszeit, die sie einem aus ihrer damaligen Perspektive ganz hervorragend schildern kann.

Meine eigenen Erinnerungen sind bei weitem dürftiger. Leider. Aber ich tröste mich auch manches mal mit dem Gedanken, daß halt jeder andere Gaben hat und daraus einfach das beste machen sollte.

Alles Gute und liebe Grüße
Petra

Hallo,

ich kann mich auch an einiges in der frühen Kindheit erinnern. Auch daran, wie ich nach einem Nachtschreck aus meinem Gitterbett kletter und zu meinen Eltern ins Bett trampel. Da war ich gerade mal ± 2 Jahre alt. Übrigens echt interessantes Thema.

LG

Hi,

dass du dich an so viele Kindheitserlebnisse erinnern kannst, wird darauf zurückzuführen sein, dass es für dich nicht viele Gründe gab, deine Kindheit zu verdrängen.
Hat man eine insgesamt eher unglückliche Kindheit hinter sich, werden i.d.R. nicht nur einzelne Fragmente verdrängt, sondern meist die gesamte Zeit und nur einzelne Episoden bleiben im Gedächtnis.
War es eine gute Zeit, gibt es keinen Grund, sie zu verdrängen…

http://de.wikipedia.org/wiki/Verdr%C3%A4ngung_(Psych…

Also, mache dir keine Sorgen sondern freue dich über deine Erinnerung!
(Ich will hiermit nicht ausschließen, dass auch das Gedächtnis im Allgemeinen eine Rolle dabei spielt, soll heißen, ich nehme an, nicht jede verdrängte Kindheit muss unglücklich gewesen sein. Hierzu bitte ich die Fachleute zu Wort.)

Grüße von jeanne

Hallo

Das Problem mit den Erinnerungen ist, dass sie sich schon mal mit der Zeit verändern können. Erzählungen von Anderen vermischen sich mit der eigenen Erinnerung oder bestimmte Details sind im Nachhinein vom Gehirn dazu erfunden worden (das Gehirn spielt und oft kleine Streiche die wir garnicht bewusst wahrnehmen, die uns aber den Alltag erleichtern).
Nicht selten passiert es, dass zwei sich Leute über ein gemeinsames Erlebnis austauschen und dabei festellen ziemlich unterschiedliche Erinnerungen daran zu haben. Der eine ist sich absolut sicher, dass es an dem Tag regnete während sich der andere an Sonnenschein erinnert.

Die Erinnerung die du an deine Weihnachtsgeschenke hast, wurde wohl durch den regelmäßigen Umgang mit diesen Geschenken geprägt. Wären die Geschenken gleich nach Weihnachten weggepackt worden, so dass du sie nicht mehr hättest benutzen können, wären sie wohl schnell in Vergessenheit geraten. Aber durch das tägliche Spielen damit, wurde die Erinnerung an den Tag der Schenkung aufrecht erhalten und intensiviert.

Erinnerungen bestehen in der Regel aus einem Kern - also aus dem was die Erinnerung ausmacht. Dieser Kern wird mit örtlichen und zeitlichen Begebenheiten verknüpft; denn niemand erinnert sich z.B. nur an ein Gespräch, sondern auch daran wo und wann es statt fand. Diese Einordnen von Erinnerungen erledigt das Gehirn selbständig. Dabei können auch Fehler passieren. Oder eine Information geht verloren und wird durch etwas Erfundenes ersetzt.
Laut einer Theorie kann sogar die eigentliche Information, dass man ein Erlebnis erlebt hat, verloren gehen. Also man hat dann zwar Erinnerungen an etwas, aber man hat es garnicht erlebt. Kommt man dann wieder in die selbe oder eine ähnliche Situation, erinnert man sich zwar daran, ist aber der Meinung es zum ersten Mal zu erleben. Das nennt man dann eine Déjà-vu.

Was ich sagen will:
Du solltest deinen Erinnerungen nicht so sehr trauen. Dein Anspruch, dich aussergewöhnlich gut an frühkindliche Erlebnisse erinnern zu können, könnte dir deine Erinnerungen detailierter erscheinen lassen als sie in Wirklichkeit sind.

40 Jahre später habe ich übrigens das Haus und die Strasse
wiedererkannt in der ich damals gewohnt habe - da war ich mit
einer Kollegin auf Fortbildung und in der Mittagspause geingen
wir spazieren - bogen um eine Ecke … ich blieb wie
angewurzelt stehen und sagte etwas perplex : HIER habe ich mal
gewohnt!

Hallo!

Was mich mal dazu interessieren würde: Sind Haus und Straße „geschrumpft“?

Mir geht es immer so, dass ich die Straße, in der ich bis zum 8. Geburtstag immer gespielt habe, heute total winzig finde, sie aber für mich als Kind richtig geräumig war. Es war eine Sackgasse, die sich sehr gut als Spielgelände eignete. Aber heute frage ich mich oft, wie wir mit dem wenigen Platz als relativ große Kindergruppe überhaupt ausgekommen sind.

Aber auch das Wohnhaus ist deutlich kleiner „geworden“ :wink:.

Viele Grüße

Anne

hi anne

Was mich mal dazu interessieren würde: Sind Haus und Straße „geschrumpft“?

JA :smile: genauso wie die „bestimmt eine deutsche Dogge“ meiner Oma sich auf Bildern dann als normaler Boxer und der „garantiert ein Königspudel“ als Zwergpudel herausstellte :smile: der Riesenberg den ich zu meiner Urgroßtante immer durch den Wald kletterte (mit 4) ist heute noch genau steil *röchel* aber maximal 1/4 so hoch wie früher etc. *grins*

Daraus können wir auch messerscharf schliessen, dass Kinder keine Riesenkinderpalästezimmer brauchen und keine Riesengärten :smile: ihnen kommt eh immer alles groß vor :smile:

LG H.

Deine Beispiele sind alles besonders emotionale, aufregende Ereignisse.

Was kann aufregender sein, als der erste Kindergartentag… monatelang vorher haben deine Eltern vorher mit dir darüber geredet und Spannung aufgebaut.

Es ist völlig normal, dass du dir besonders emotionale Ereignisse besonders gut merken kannst. Und nicht nur das konkrete Ereignis selbst, sondern auch alles andere an dem Tag.

In meiner Welt ist das „sich gut merken können“ ein Zustand. Dieser Zustand kann durch vieles ausgelöst werden, natürlicherweise durch Emotionen und Aufregendes. In diesem Zustand merkst du dir dann alles gut, nicht nur den Auslöser des Zustandes.

Die Frage ist also nicht einfach, ob du ein ungewöhnlich gutes Gedächtnis hat, sondern wann.

Schöne Grüße,
Gerd

Hallo!

Daraus können wir auch messerscharf schliessen, dass Kinder
keine Riesenkinderpalästezimmer brauchen und keine
Riesengärten :smile: ihnen kommt eh immer alles groß vor :smile:

Stimmt genau! Vielleicht könnte man auch daraus schließen, dass die größten Leute einfach den meisten Platz brauchen und kleinere Familienmitglieder oder Arbeitskollegen auch mit dem kleineren Schlafzimmer / Büro gut hinkommen.

Eigentlich ist das ja auch ganz logisch.

Viele Grüße

Anne