Ungewohntes Verhalten meiner Katzen

Hallo ihr,

ich habe seit knapp 3 Jahren zwei 4 bis 5-jährige Tierheimkater (aus verschiedenen Berliner Bezirken, also keine Geschwister). Der eine - Amando - ist ein (auch körperlich) gewaltiger Schmusekater, der andere (Moritz, kleiner und schmächtig) war schon immer sehr scheu, was mit seinen schlechten Erfahrungen mit Menschen zu tun hat.
Beide sind bei mir Freigänger, aber auch oft im Haus. Amando kümmerte sich immer um den kleineren, putzte ihn oder es gab auch mal Ohrfeigen, wenn Moritz Unsinn machte oder Amando nervte. Wie Brüder eben.

Vor gut einer Woche habe ich Moritz vermisst. Er kam nicht zur morgendlichen Fütterung wie sonst. Abends habe ich ihn in der Waschküche gefunden. Doch als ich näher kam, ergriff er die Flucht. Am nächsten und übernächsten Tag habe ich ihn nur draußen in seinen Verstecken gesehen. Das Futter (draußen) blieb unangetastet. Dann war er ein paar Tage ganz verschwunden und ich hatte ihn schon als vermisst gemeldet. Am letzten Donnerstag tauchte er wieder auf, fürchterlich scheu, fraß aber heimlich von dem Napf draußen. Seitdem war Moritz nicht mehr im Haus, fraß aber regelmäßig draußen.

Uns fiel erst später auf, dass Amando zeitgleich kaum noch raus ging. Während die beiden sonst gern die ganze Gegend hier mäusemäßig „verwalteten“, geht Amando nur noch raus, um sein Geschäft zu machen. Ansonsten ist er bei uns, schmust oder schläft.

Heute hat sich Moritz erstmals wieder ganz vorsichtig ins Haus gewagt. Amando hat so getan, als würde er ihn nicht sehen.

Mal ganz abgesehen, dass wir uns schreckliche Sorgen um Moritz gemacht hatten, würden wir gern wissen, was da wohl passiert sein könnte.
Hat Moritz wieder schlechte Erfahrungen mit Menschen (Passanten?) gemacht, dass er sich nicht zu uns rein traut? Und zieht Amando die gegenteilige Konsequenz („Zu denen gehe ich nicht mehr raus!“)? Oder haben die beiden Kater sich so verkracht, dass der eine sich nicht mehr in das „Revier“ des anderen traut?

Ich weiß, das ist alles sehr spekulativ. Die beiden sagen ja nix! Aber vielleicht habt ihr ja eine Idee oder kennt das Verhalten?

Sonntägliche Grüße
Ann da Cava

Hi @Ann_da_Cava,
Du schreibst „die beiden sagen ja nix“. Das lässt sich aber ändern, wenn Du jemanden beauftragst, der die Tierkommunikation beherrscht. :slight_smile:
Ich habe damit bei meiner Katze sehr gute Erfahrungen gemacht, die mir wirklich weitergeholfen haben, sie besser zu verstehen.
Ich kann Dir gerne, wenn Du möchtest, zwei sehr gute Tierkommunikatorinnen empfehlen (per PN, will ja keine Werbung machen), denn es gibt im Internet sehr viele Angebote - und ich weiß nicht, ob alle auch wirklich gut sind …
Dann könntest Du ihn nicht nur fragen, was gerade los ist, sondern z.B. auch, was er für schlechte Erfahrungen gemacht hat und was er von Dir braucht, damit er wieder mehr vertrauen kann.

Mit Tierkommunikation meine ich übrigens nicht „Körpersprache“ lesen. Hier beispielhaft ein Interview mit einer Tierkommunikatorin, die erklärt was das ist und wie es abläuft.

Viele Grüße
Stefanie

Ist Euch schon einmal der Gedanke gekommen, dass Katzen von zu viel Getue um sie auch genervt sein können?
Katzen sind nun mal mehr auf ihr Revier bezogen, als auf die Menschen die sie darin bedienen.
Und Freiheit heißt auch für Katzen, dass sie Risiken eingehen und Erlebnisse eigenverantwortlich verarbeiten müssen.

Abgesehen davon: es kommt gar nicht so selten vor, dass Freigängerkatzen sich noch einen weiteren Dosenöffner parallel halten oder gar ganz austauschen.

Hi

Ich könnte mir vorstellen, dass der kleine möglicherweise eine Verletzung oder einen Infekt hat und sich deswegen so zurückzieht - das geht im Haus nicht so gut wie draußen. Und der große spürt, dass der kleine ein Problem hat und hält sich deswegen von ihm fern. Prinzipiell sind Katzen soziale Tiere, erkennen aber auch, wenn sie gerade nicht erwünscht sind.

Gruß h

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Und was soll ich damit jetzt anfangen? :no_mouth:

Natürlich ist uns der Gedanke schon gekommen. Drum lasse ich dem Tier ja auch größtmögliche Freiheit und akzeptiere, dass er (bis auf heute Vormittag) gar nicht mehr ins Haus kommt.
Aber 1. beantwortet das meine Frage nicht und 2. bin ich für die Tiere verantwortlich, d.h. wenn sie verletzt oder sonst wie krank sind, ist es an mir, ihnen medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

Gruß
AdC

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Das ist eben ein Fehler, wenn man Katzen im Freigang halten will.
Das kostet Nerven aber das ist eben der Preis den man zahlen muss, wenn man Katzen möglichst viel Freiheit zugestehen will.
Man kann immer nur eine sichere Rückzugsstelle anbieten und die Katze entscheidet, ob sie es annimmt oder nicht. Eine Kontrolle durch den Menschen ist einfach illusorisch (was für mich übrigens, unter anderem, den Reiz einer Katzenhaltung ausmacht).

Völlig richtig und dann zögert man auch nicht, fängt die Katze ein und bringt sie zum Tierarzt.

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Ich habe Amando einer Befragung unterzogen, in der er als Verdächtiger wegen Verprügeln des kleinen Bruders vernommen wurde. Er beruft sich auf sein kätzisches Aussageverweigerungsrecht.

Und jetzt im Ernst: Dass die Kontrolle illusorisch ist, weiß ich selbst. Drum frug ich ja nach Ideen oder möglichen Erfahrungen ähnlicher Natur.
Und dennoch bin ich für die Tiere verantwortlich, wenn sie krank sind - Freigänger hin oder her!

Gruß
AdC

Hi Stefanie,

sei mir nicht böse, aber ich glaube zwar gern, dass es Menschen gibt, die sich gut in tierische Verhaltensweisen einfühlen und tierische Laute interpretieren können, aber diese Art von Versuchen der Kommunikation mit Tieren, wie du sie mir vorschlägst, halte ich für Geldschneiderei.

Liebe Grüße
AdC

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für esoterischen dummsinn gibt es hier ein eigenes brett.

e.c.

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Vielleicht haben sie sich um ein Weibchen gefetzt …
Jetzt triumphiert der eine und der andere schmollt.

DAS wäre eine Möglichkeit.

Die beiden sind doch sicher kastriert !? :thinking:

Wie Du meinst … Kein Problem.

Ich vermute, in Deiner Nachbarschaft hat jemand einen Marderschreck installiert. Marder suchen speziell in den kalten Wintertagen vermehrt Schutz und Wärme im Motorraum abgestellter Fahrzeuge. Vielleicht wollte jemand etwas dagegen unternehmen - und die Geräusche tun jetzt Deinen Katzen in den Ohren weh, sodass Moritz nun verstört reagiert?

Schöne Grüße
Stefanie

Hallo Ann,
ich verbringe schon mein ganzes Leben mit Katzen. Immer ein bis zwei. Was ich für Erfahrungen gemacht habe ist, dass es am Anfang mit 2 Katern durchaus harmoniert. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem der eine den anderen vertreibt. Das geschieht sogar bei Geschwistern die zusammen aufgewachsen sind. Aber ganz gewiss bei 2 Gockeln aus einem unterschiedlichen Nest. Einfacher verhält es sich bei Weibchen. Die kommen oftmals ein Leben Lang miteinander klar, aber selbst dort ist die Rangfolge irgendwann geregelt. Ich rede hier ausschließlich von Freigängern, die ein soziales System auch durch andere Katzen der Nachbarschaft erfahren und nach deren Gesetzen leben. Mach dir nicht zu große Sorgen.

Hier hat Cook vollkommen recht. Katzen kommen immer unter oder weiter. Es hat noch keine verhungert im Graben gelegen.

Das ist der Preis einer halbwegs artgerechten Haltung (Freigänger). Gewöhn dich daran.
Gruß

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Ja, schon. Aber wer weiß schon, was die dann noch umtreibt.

Und nicht mehr ins Haus kommt, wo er dem Geräusch entgehen würde? Ne, oder?

Katzen interessieren sich nicht für Marderschreck 🤷 habe ich gefühlt 1Mio mal auf Wildkamera nachvollziehen können …Marder ward nur im rückwärtigen Garten gesichtet, dafür aber sämtliche feliden Rivalen unseres Katers (mindestens 5 unterschiedliche), Ratten, Mäuse, Haselmäuse etc. direkt neben dem „Marderschreck“ vor dem Haus beim Auto

Gruß h

Das scheint plausibel und erklärt auch das Verhalten der beiden zueinander.
Danke.

Hi Ann_da_Cava,
erstens: https://youtu.be/lxcT6b9VPVU?si=e3pTdC0FcxTRsme3

Und dann könnte es durchaus sein, dass einer der Kater „gekidnappt“ wurde, weil man vielleicht dachte er sei obdachlos. Dazu zählt auch das versehentliche Mitfahren in einem Transporter. Manchmal reicht sogar ein Tierarztbesuch um die bestehende Mannschaft in Wallung zu versetzen.
Wiederholter Dufttransfer wäre auch eine Option. Es kann aber auch schlimmstenfalls wie eine Neueingliederung sein…
Aber: Auch Schmerzen können dazu führen, dass bestimmte Plätze gemieden werden, die man als Katze vielleicht auch irrtümlich miteinander in Kontakt bringt.
In Deinem Fall leben die Kater schon eine Weile zusammen und kannten sich nicht vom Welpenalter an. Wenn es so lange gut ging, glaube ich erstmal nicht an einen Zwist unter ihnen.
Das wird wohl eine längere Story …
Zuerst könntest Du Pheromon- Stecker (Feliway) anbringen. Baldrian UND Catnip Spielkissen zur Verfügung steĺlen. Gerne genommen werden auch Sticks aus 'Silverwine". Damit würde ich das innere des Hauses erstmal wieder wohnlicher gestalten. Und dann bleibt immer noch die Möglichkeit Schmerzen…Katzen meiden Orte die sie mit Schmerzen verbinden: Stichwort Blasen/Nierensteine bzw. Gries. Zumindest das müsste untersucht werden.

Alles Gute für die beiden wirklich ausgesprochen schönen Katzer

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