Ungewollte Benachteiligung von Behinderten

Laut Grundgesetz darf kein Mensch wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Jetzt ist es im unserem alltäglichen Leben so, dass eine Flut von sinnvollen und weniger sinnvollen Gesetzen und Bestimmungen unseren Alltag regeln sollen. Hier bestehen wieder Ausnahmen und Sonderregelungen, auch zum Schutz und Nachteilsausgleich von Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung.

Meine Frage bezieht sich nun darauf, wie es rechtlich einzuschätzen ist, wenn Menschen mit körperlicher Behinderung, durch Unkenntnis von Sonderregelungen, aber ohne böse Absicht, durch andere diskriminiert oder benachteiligt werden.

Beispiel:

Der Blinde Z betritt zusammen mit seinem Hilfshund das Restaurant P und wird vom Kellner B darauf hingewiesen, dass Aufgrund von Hygieneschutzbestimmungen Tiere im Restaurant nicht erlaubt sind.
Kellner B ist nicht bekannt, dass hier eine Ausnahmereglung für Blindenführhunde existiert. Er bietet dem Gast Z jedoch an, im während der Zeit seines Aufenthalts, jede notwendige Hilfestellung zu geben.
Z reagiert beleidigt und verlässt das Restaurant, ohne jedoch versucht zu haben den Kellner auf die Ausnahmeregelung hinzuweisen.

Könnten Restaurant P bzw. dem Betreiber Konsequenzen drohen?

Ich denke, dass der Kellner B hier nicht versucht hat jemandem zu Benachteiligen, sondern eher gewissenhaft auf die Einhaltung von Regeln bedacht war, die auch dem Schutz der anderen Gäste dienen, die schließlich auch ein Recht haben, das Lokal gesund zu verlassen.

Außerdem sind Blindenführhunde nicht unbedingt etwas, dass einem permanent begegnet, von daher denke ich, dass man die Unkenntnis von Ausnahmeregeln nicht als Ignoranz auslegen kann.

Hallo,

Der Blinde Z betritt zusammen mit seinem Hilfshund das Restaurant P und wird vom Kellner B darauf hingewiesen, dass Aufgrund von Hygieneschutzbestimmungen Tiere im Restaurant nicht erlaubt sind.

Ist das überhaupt so? Irgendwie kommt es mir so vor als dürften inzwischen Hunde überall mit rein. Wer sich von stinkenden Hunden beim Essen belästigt fühlt, ist ein Tierhasser. Es könnte jedenfalls in Deutschland 16 oder gar noch mehr Bestimmungen dazu geben.

Kellner B ist nicht bekannt, dass hier eine Ausnahmereglung für Blindenführhunde existiert.

Ist das so? Entweder sind Hunde ein Hygienerisiko oder sie sind es nicht. Daran ändert sich doch auch nichts, dass es ein Blindenführhund ist.

Er bietet dem Gast Z jedoch an, im während der Zeit seines Aufenthalts, jede notwendige Hilfestellung zu geben.

Na immerhin.

Z reagiert beleidigt und verlässt das Restaurant, ohne jedoch versucht zu haben den Kellner auf die Ausnahmeregelung hinzuweisen.
Könnten Restaurant P bzw. dem Betreiber Konsequenzen drohen?

Ja, einen oder mehrere „dieser“ Kunden weniger.

Ich denke, dass der Kellner B hier nicht versucht hat jemandem zu Benachteiligen, sondern eher gewissenhaft auf die Einhaltung von Regeln bedacht war, die auch dem Schutz der anderen Gäste dienen, die schließlich auch ein Recht haben, das Lokal gesund zu verlassen.

Sehr schön formuliert.

Außerdem sind Blindenführhunde nicht unbedingt etwas, dass einem permanent begegnet, von daher denke ich, dass man die Unkenntnis von Ausnahmeregeln nicht als Ignoranz auslegen kann.

Davon abgesehen ist es doch jedem Restaurantbetreiber frei, wen er in seinem Restaurant bedienen will und wen nicht. Und wenn seine Kundschaft überwiegend deswegen das Restaurant besucht, weil sie der etwas abartigen Neigung nachgehen beim Essen weder auf dreckige A…löcher schauen zu müssen noch andere Tiergerüche als die des Fleisches vor ihnen auf dem Teller wahrzunehmen, dann wird er wohl keine Tiere reinlassen wollen dürfen.
Na egal, es ist jedenfalls keine Diskriminierung, die verboten wäre.

Grüße

Na egal, es ist jedenfalls keine Diskriminierung, die verboten
wäre.

Das glaube ich kaum. Stichwort: Allgemeines Gleichstellungsgesetz.

Gruß

Anwar

Ist das überhaupt so? Irgendwie kommt es mir so vor als
dürften inzwischen Hunde überall mit rein.

Zum Glück nicht.

Wer sich von
stinkenden Hunden beim Essen belästigt fühlt, ist ein
Tierhasser.

Bestimmt nicht. Mich stört das, wenn Hunde überall mit hin genommen werden. Viele Hunde stinken nun einmal und manche davon so stark, dass einem der Appetit wirklich vergehen kann.

Genauso unmöglich finde ich, dass Schäferhunde u.dgl. ohne Beißkorb mit auf z.B. Weihnachtsmärkte genommen werden. Kleinkinder haben ihren Kopf dann schön in Beißhöhe und bei keinem Hund kann man mit 100%-iger Sicherheit ausschließen, dass sie mal austicken.

Ist das so? Entweder sind Hunde ein Hygienerisiko oder sie
sind es nicht. Daran ändert sich doch auch nichts, dass es ein
Blindenführhund ist.

Dennoch gibt es Interessen, die höher stehen, als andere.

Könnten Restaurant P bzw. dem Betreiber Konsequenzen drohen?

Nein.

Sicher nicht.

Hallo!

Na egal, es ist jedenfalls keine Diskriminierung, die verboten
wäre.

Das glaube ich kaum. Stichwort: Allgemeines
Gleichstellungsgesetz.

Gutes Stichwort! Schlag das doch mal auf und lies es, unter der Prämisse, dass dem Gast nicht etwa der Zutritt verweigert worden wäre, weil er blind ist, sondern weil er einen Hund dabei hatte. Ohne Hund hätte er ja drot essen dürfen. „Mitführen eines Hundes“ ist im Katalog der unzulässigen Abweisungsgründe des AGG nicht enthalten.

Darüber hinaus: Mir ist keine gesetzliche Bestimmung bekannt, die das Mitführen eines Hundes im Restaurant verbieten würde. Und: Ich treffe leider viel zu oft auf Menschen, bei denen ich mir wünsche, sie würden wie mein Hund riechen.

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Hi

Das Thema ist gut , aber man braucht noch nicht einmal behindert zu sein um durch Unsinnige Gesetze oder Arbeitsvorschriften benachteiligt zu sein.

Linkshänder ist z.b. keine Behinderung .

Ein Linkshänder bekommt keine Sägeerlaubniss für eine Kettensäge , es sei denn er zwingt sich selbst , die Säge für sich verkehrt herum zu führen , was ja dann wegen der ungeschicktheit als Unfallrisiko zählt.
Aber nach Prüfungsformular hat die Säge rechts gehalten zu werden , anderst herum ist falsch und man bekommt diese Erlaubniss nicht.

selbiges gilt für die Feuerwehr und für die Binnenschifffahrt , auch hier werden durch Arbeitsvorgaben Linkshänder benachteiligt , weil durch Ihre Händigkeit die Sicherheitsknoten Spiegelverkehrt sind , was ja laut Lehrbuch falsch ist.

In grösseren Firmen die Ihre Arbeitsabläufe nach ISO 9002 zertifizieren lassen haben , fliegen Linkshänder auch raus , da einige Handgriffe nicht so ausgeführt werden wie in der Zertifizierung vorgeschrieben.

In manchen Schulen und Sitzungssälen werden Linkshänder durch die Formgebung der Sitzmöbel benachteiligt .
versuchen Sie mal als Linkshänder auf so einem Stuhl zu schreiben

http://picture.yatego.com/images/485f44e49f1ad4.3/th…

von wegen Gleichberechtigung …

gruss

Toni

Hi,

Ein Linkshänder bekommt keine Sägeerlaubniss für eine
Kettensäge , es sei denn er zwingt sich selbst , die Säge für
sich verkehrt herum zu führen , was ja dann wegen der
ungeschicktheit als Unfallrisiko zählt.

aber ein Linkshänder kann durchaus lernen, eine Kettensäge mit der rechten Hand zu bedienen ohne dabei ungeschickt zu sein.

Gruß
Tina

Na egal, es ist jedenfalls keine Diskriminierung, die verboten wäre.

Das glaube ich kaum.

Wir sind hier auch nicht in der Kirche.

Stichwort: Allgemeines Gleichstellungsgesetz.

Ich finde da nichts, was ja durchaus an meiner Unzulänglichkeit liegen kann. Also deute mal darauf hin, wo genau der hier beschriebene Fall hingehört also wogegen genau der Restaurantbetreiber verstoßen hat.

Grüße

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Hallo,

aber ein Linkshänder kann durchaus lernen, eine Kettensäge mit
der rechten Hand zu bedienen ohne dabei ungeschickt zu sein.

Ja. Genauso, wie mit rechts zu schreiben.

Oder doch nicht?
Gruß
loderunner

Hallo,

aber ein Linkshänder kann durchaus lernen, eine Kettensäge mit
der rechten Hand zu bedienen ohne dabei ungeschickt zu sein.

Ja. Genauso, wie mit rechts zu schreiben.

Oder doch nicht?

Und warum nicht?

Linkshänder sein ist keine Behinderung, Menschen sind duchaus in der Lage zu erlernen die andere Hand zu benutzen. Auch in Handwerksberufen gibt es Linkshänder, die lernen mußten die rechte Hand einzusetzen, weil es entweder keine linkshändergeeigneten Werkzeuge gab/gibt und/oder weil es möglicherweise zu Gefährdungen kommen könnte.

Gruß
Tina

Hallo,

Das Thema ist gut, aber man braucht noch nicht einmal behindert zu sein um durch unsinnige Gesetze oder Arbeitsvorschriften benachteiligt zu sein.

Das wird meist bis zu einem Unfall so gesehen.

Linkshänder ist z.b. keine Behinderung.

Na zum Glück.
Manchmal macht es eben einfach Sinn, wenn sich auf für alle gültige Regeln geeinigt wird. Man stelle sich den Spaß vor, wenn sich jeder anhand seiner Händigkeit beim Autofahren die Seite der Straßenbenutzung selbst aussuchen könnte oder die Vorfahrt an gleichberechtigten Straßen von der Händigkeit der Lenker abhinge (und das dann noch kombiniert mit individueller Wahl der Straßenseite).
Engländer sind auch nicht aufgrund ihrer Herkunft zu Unrecht benachteiligt, wenn sie sich an die hiesige StVO halten müssen.
Ich finde, dass an bestimmten Stellen einheitliche Regelungen absolut Sinn machen und keine Benachteiligung darstellen, sondern im Gesamtinteresse einfach notwendig sind.

Grüße

Hallo,

Oder doch nicht?

Und warum nicht?

vielleicht informierst Du Dich doch lieber mal, bevor Du weiter Unsinn redest. Sprich mal mit einem Linkshänder drüber. Man kann als Linkshänder NICHT lernen, einfach alles mit der rechten Hand zu machen. Versuch Du doch mal, mit der linken Hand zu schreiben, vielleicht merkst Du dann was.
Linkshänder auf rechts um zu schulen, ist ZUM GLÜCK mittlerweile in der Schule abgeschafft worden. Es war ein Verbrechen!
Gruß
loderunner

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Benachteiligung von Linkshändern
Hoi.

Laut AGG gibt es Ausnahmen:

"§3

(2) Eine mittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn dem Anschein nach neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren Personen wegen eines in § 1 genannten Grundes gegenüber anderen Personen in besonderer Weise benachteiligen können, es sei denn, die betreffenden Vorschriften, Kriterien oder Verfahren sind durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt und die Mittel sind zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich"

So kann z.B. die Bedienbarkeit von Maschinen nur in einer speziellen Position (für die rechte Hand) eben sachlich gerechtfertigt sein. Nehmen wir mal das Beispiel Motorradpolizist. Ich bin Linkshänder und -füßer. die Steuerung der Maschine ist auf Rechtshänder ausgelegt. Ist dies nun eine Benachteiligung, gfs. sogar laut GG ein Eingriff in die Berufsfreiheit?
Wohl kaum. Den als Linkshänder kann ich das sichere Bedienen der Maschine erlernen. Da in der Bevölkerung der Anteil der Rechtshänder höher ist, wäre es unbillig vom Arbeitgeber eine spezielles Arbeitsmittel nur für Linkshänder zu verlangen. Eben auch unter Berücksichtigung, dass die Maschine ja nicht nur von mir, sondern auch von anderen, rechtshändigen Kollegen genutzt werden kann/muss. Oder die Waffe bei der Bundeswehr. Super Sache, wenn im Einsatz ein Kamerad die Waffe eines anderen übernehmen will, aber „ups!“, alles spiegelverkehrt…oder die Knotenfrage.
Wie hätte es wohl ausgesehen, wenn der einzige „linke“ Seemann an Bord die Rettungsboote nach der letzten Übung vertäut und dann fährt der Käptain zum Winken zu nahe an Helgoland vorbei…

Für uns „Linke“ ist es manchmal nicht einfach, aber heutzutage wird schon versucht, es für beide Parteien angenehm zu machen.

Ciao
Garrett

P.S.
Eine kleine Anekdote: Als mein Arbeitgeber vom Großrechner auf Workstations umstellte, wurde jeder Arbeitsplatz mit ergonomischen Rechtshändermäusen bestückt. Da habe ich die Arbeit verweigert, da ich als Linkshänder eine (logischerweise) völlig ungesunde Handhaltung einnehmen muß und die Fürsorgepflicht meines AG in Frage stellte. Tja, da wurden aber mal flux neutrale Mäuse nachgeordert…dafür kriege ich das Grinsen nicht vom Gesicht, wenn die Kollegen der EDV mal an meinen „linken“ Rechner müssen - die suchen erstmal die Maus und fluchen dann wegen der anderen Tasteneinstellung…

Hi,

Hallo,

Oder doch nicht?

Und warum nicht?

vielleicht informierst Du Dich doch lieber mal, bevor Du
weiter Unsinn redest.

Das Kompliment gebe ich gerne an Dich zurück.

Sprich mal mit einem Linkshänder drüber.

Ich spreche nicht nur mit ihm darüber, ich sehe ihn tagtäglich arbeiten. Mein Mann ist Linkshänder (meine Schwester und meine Tante übrigens auch), schreibt links und betätigt sämtliche Maschinen mit der rechten Hand. Seine Gesellenprüfung als Zimmermann hat er mit einer glatten 1,0 (in Theorie und Praxis) abgelegt und das obwohl er zwangsweise die Maschinen mit rechts bedienen muß.

Meine Tante kann sowohl mit links und mit rechts schreiben.

Man kann als Linkshänder NICHT lernen, einfach alles mit der
rechten Hand zu machen. Versuch Du doch mal, mit der linken
Hand zu schreiben, vielleicht merkst Du dann was.

Es ist eine Sache der Übung. Manche Berufe würden sonst nur Rechtshändern vorbehalten bleiben, wie beispielsweise der Zimmermann. Als mein Mann lernte gab es noch nichteinmal einen Zimmererhammer für Linkshänder, er war schon immer „gezwungen“ seine rechte Hand einzusetzen und nein, weder er (der in der Schule nicht auf rechts umerzogen wurde) noch meine Tante (die noch umerzogen wurde) haben ein Problem damit, ihre rechte Hand zu benutzen.

Gruß
Tina

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Hi,

danke, bei meinem Mann ist es auch so. Er bedient sämtliche Maschinen mit der rechten Hand, auch er ist Linkshänder. Ob das jetzt die Kettensäge, die Handkreissäge, der Hammer oder was weiß ich ist.

Gruß
Tina

Hallo,

Mein Mann ist Linkshänder (meine Schwester und meine
Tante übrigens auch), schreibt links

Na, und warum, wenn das doch mit rechts genauso gut ginge?

…und das obwohl er zwangsweise die Maschinen
mit rechts bedienen muß.

rechts bedienen ist aber nicht das gleiche wie rechts schreiben. Den Lichtschalter kann ich auch mit links oder rechts bedienen. Das sagt also genau gar nichts aus.

Meine Tante kann sowohl mit links und mit rechts schreiben.

Und das beweist jetzt was genau?

Es ist eine Sache der Übung.

Dann übe doch einfach mal, alles mit links zu machen.
Oder lies doch mal: http://de.wikipedia.org/wiki/Linksh%C3%A4nder
Zitat: „Johanna Barbara Sattler betont, dass die Händigkeit nicht umerzogen werden dürfe, da dies einen der „massivsten unblutigen Eingriffe in das menschliche Gehirn“ darstelle und zu zahlreichen Folgeproblemen führe. Dementsprechend besagen heute die Schulrichtlinien fast aller deutscher Kultusministerien, dass eine bestehende Linkshändigkeit nicht verändert werden darf.“

Aber Du weißt das ja besser als die Experten. Da kann ich dann wohl nichts dran ändern.

Gruß
loderunner

Hi,

Mein Mann ist Linkshänder (meine Schwester und meine
Tante übrigens auch), schreibt links

Na, und warum, wenn das doch mit rechts genauso gut ginge?

weil er es mit rechts nicht gelernt hat. Meine Tante hat es mit rechts gelernt und kann mit beiden Händen schreiben.

…und das obwohl er zwangsweise die Maschinen
mit rechts bedienen muß.

rechts bedienen ist aber nicht das gleiche wie rechts
schreiben. Den Lichtschalter kann ich auch mit links oder
rechts bedienen. Das sagt also genau gar nichts aus.

Ach so, na dann. Wenn für Dich das bedienen von Maschinen, das gleich ist, wie das betätigen eines Lichtschalters, hat es keinen Sinn eine Diskussion zu führen. Vermutlich solltest Du mal eine Handkreissäge, eine Kettensäge etc. in die Hand nehmen und damit arbeiten, vielleicht verstehst Du dann, was ich meine.

Meine Tante kann sowohl mit links und mit rechts schreiben.

Und das beweist jetzt was genau?

Das es eine Sache der Übung ist.

Es ist eine Sache der Übung.

Dann übe doch einfach mal, alles mit links zu machen.

Du wirst lachen, das habe ich vor Jahren machen müssen, als mein rechter Arm bis zur Schulter eingegipst war. Es war schwierig, wurde aber immer besser.

Zitat: „Johanna Barbara Sattler betont, dass die Händigkeit
nicht umerzogen werden dürfe, da dies einen der „massivsten
unblutigen Eingriffe in das menschliche Gehirn“ darstelle und
zu zahlreichen Folgeproblemen führe. Dementsprechend besagen
heute die Schulrichtlinien fast aller deutscher
Kultusministerien, dass eine bestehende Linkshändigkeit nicht
verändert werden darf.“

Wir reden hier von bedienen einer Kettensäge, dafür ist das Kultusministerium nicht zuständig. Vielleicht solltest Du das vom Poster über mir mal lesen, auch dieser ist Linkshänder und bestätigt das, was ich schrieb. Vielleicht solltest Du Dich auch einmal mit einem Linkshänder unterhalten, würde eventuell auch helfen.

Aber Du weißt das ja besser als die Experten. Da kann ich dann
wohl nichts dran ändern.

DU bist Experte in dieser Sache? Ich bin seit 21 Jahren mit einem Linkshänder zusammen. Ich sehe jeden Tag, wie er die Maschinen mit der rechten Hand bedient. In manchen Dingen ist er es so gewohnt, daß er gar nicht mehr auf Links umstellen mag.

Gruß
Tina

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Brrrrrrrrrr, Halt Stopp!
Hallo.

Ich fürchte, ihr vergaloppiert euch gerade.

Eigentlich ging es doch um die Aussage von call-toni, der eine massive Benachteiligung nach AGG von Linkshändern sieht.

Ich glaube sogar, im Prinzip seid ihr euch einig.

Die Geschichte mit dem „guten“ Händchen und das „umerziehen“ kenne ich auch, aber zu meiner Schulzeit war das schon kein Zwang mehr und ich konnte mich frei entfalten.

Lodrunner hat ja recht: das Umerziehen auf Rechts mit Zwang greift massiv in die Persönlichkeit eines jungen Menschen ein, da gibt es mehr als genug Studien darüber. Nicht wenige Kinder litten darunter.

Trotzdem lebe ich seit meiner Geburt in einer rechtshändigen Welt und trainiere daher tagtäglich meine rechte Hand. Und das schadet (mir) nicht.
Ich glaube sogar, dass macht micht stärker…

Ciao
Garrett

Hi,

Die Geschichte mit dem „guten“ Händchen und das „umerziehen“
kenne ich auch, aber zu meiner Schulzeit war das schon kein
Zwang mehr und ich konnte mich frei entfalten.

mein Mann war der erste Schüler seiner Schule, der nicht umerzogen wurde. Meine Tante ist 4 Jahre älter, sie wurde noch umerzogen.

Lodrunner hat ja recht: das Umerziehen auf Rechts mit Zwang
greift massiv in die Persönlichkeit eines jungen Menschen ein,
da gibt es mehr als genug Studien darüber. Nicht wenige Kinder
litten darunter.

Das bestreitet auch niemand. Ich habe auch nirgends davon geschrieben, daß man einen Linkshänder umerziehen sollte. Ich schrieb lediglich davon, daß man den Umgang mit Rechtshändermaschinen erlernen kann. In einer Welt, die eben von Rechtshändern geprägt ist, hat man sonst ja schlecht Möglichketen. Meine Tante ist Intensivkrankenschwester, alle Maschinen sind dort auf Rechtshänder geprägt. Bei meinem Mann als Zimmermann fing es schon mit dem Zimmererhammer an, würde er ihn links benutzen, könnte er sich mit der langen Seite leicht verletzen, wenn er ihn rechts benutzt geht die lange Spitze beim Hämmern am Kopf vorbei. Würde er die Kettensäge links benutzen, könnte er sich böse verletzen.

Trotzdem lebe ich seit meiner Geburt in einer rechtshändigen
Welt und trainiere daher tagtäglich meine rechte Hand. Und das
schadet (mir) nicht.

Ich glaube sogar, dass macht micht stärker…

Das glaube ich auch. Mein Mann käme, da er seine rechte Hand ja auch täglich trainiert, auch zurecht, wenn er sich die linke Hand verletzen würde. Obwohl wir auch Linkshändermesser haben, schneidet er beispielsweise viel mit der rechten Hand. Bis auf das Schreiben, gibt es fast nichts, was er nicht auch mit rechts machen könnte.

Ich würde mich da deutlich schwerer tun; habe aber damals in meiner Zeit mit 4 Wochen Gips gemerkt, daß man zur Not auch mit der linken Hand arbeiten könnte, wenn man es denn täglich trainieren würde.

Aber als mein Mann sich beide Arme gleichzeitig brach, hatte es ihm trotzdem nichts genützt mit beiden Händen arbeiten zu können…

Gruß
Tina

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Hallo,

Oder doch nicht?

Und warum nicht?

vielleicht informierst Du Dich doch lieber mal, bevor Du
weiter Unsinn redest. Sprich mal mit einem Linkshänder drüber.

Hi,

nun habe ich mir Deinen Ratschlag zu Herzen genommen und sowohl mit dem Göttergatten, als auch mit der Tante darüber geredet.

Man kann als Linkshänder NICHT lernen, einfach alles mit der
rechten Hand zu machen.

Mmm, ich weiß zwar nicht wie Du darauf kommst, denn ich schrieb man kann das Bedienen der Maschinen mit der rechten Hand lernen aber gut. Meine Tante wurde zwar in der Schule auf „rechts“ umerzogen, durfte aber daheim ihre linke Hand nutzen, mein Mann durfte sowohl in der Schule, als auch daheim seine linke Hand nutzen. Da aber im Alltag eben die meisten Sachen auf Rechtshänder ausgelegt sind, in ihrer Kindheit es gar keine bis wenige Sachen für Linkshänder gab, berichteten sie Beide, das sie schon als kleines Kind ihre rechte Hand einsetzen mussten. Beide berichteten ebenfalls, das sie kein Problem damit haben, im Gegenteil beide sind stolz darauf beide Hände gut einsetzen zu können.

Mein Mann, schon immer handwerklich interessiert, denkt gar nicht darüber nach, daß er Maschinen mit rechts bedient, er ist es so gewohnt, er macht das ganz automatisch. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden, zu einer Zeit, als es kaum Maschinen für Linkshänder gab (gibt es heute überhaupt welche?) und es auch zu teuer gewesen wäre, Maschinen in Rechts- und Linkshänderausführung anzuschaffen, war es für ihn schon immer selbstverständlich seine rechte Hand einzusetzen.

Meine Tante kann mit beiden Händen schreiben, schreibt aber nach wie vor mit rechts, weil sie es so gewohnt ist. Im Krankenhaus bedient sie die Maschinen mit rechts, bei der Arbeit am Patienten setzt sie meist die linke Hand ein.

Linkshänder auf rechts um zu schulen, ist ZUM GLÜCK
mittlerweile in der Schule abgeschafft worden. Es war ein
Verbrechen!

Darum geht es doch gar nicht. Es soll doch niemand dazu gezwungen werden, wer mein Mann, noch meine Tante wurden zu Hause dazu gezwungen, ihre rechte Hand einzusetzen. Das ergab sich aus Arbeitsabläufen ganz automatisch.

Es geht darum, daß man seine schwache Hand trainieren kann und sie so schulen kann, daß man sie auch einsetzen kann.

Gruß
Tina