Hallo,
wir haben hinter dem Haus einen Garten, der jetzt und im Frühjahr kindertauglich (unser Sohn ist 1 Jahr alt) gemacht werden soll. Unter anderem möchte ich , dass dort keine giftigen Pflanzen gesetzt werden.
Wer kann mir ein paar hübsche robuste und mehrjährige Blühpflanzen nennen ( das Lichtangebot im Garten reicht von vollsonnig bis ganz schattig, die Lage ist süd, süd-west, west und der Boden recht schwer aber nicht lehmig), die unserem Zwerg keinesfalls Schaden zufügen bei Verletzungen oder durch Abreißen und In-den-Mund-stecken.
Ps.: Natürlich haben wir immer ein wachsames Auge auf den Kleinen aber Kinder sind manchmal sehr sehr schnell…
sehr schoen und reichblühend ist der europäische Hibiscus (Eibisch, Hibiscus syracus) für sonnige bis halbschattige Standorte. Das ist ein Busch mit bis zu 3 Metern Höhe (kann durch großzügiges Schneiden klein gehalten werden). Er verliert im Winter seine Blaetter. Unter ungünstigen Bedingungen braucht er einen Winterschutz (zB Fliesabdeckung) da er bei starken Fröste erfriert.
grundsätzliches zu giftpflanzen
hi patricia,
bevor ich dir was grundsätzliches über giftplanzen als denk-anstoss gebe, rate ich dir, such im net nach giftpflanzen oder kauf dir ein schön bebildertes buch. die weitaus grösste zahl der pflanzen ist NICHT giftig und es würde hier zu weit führen, alles das, was mir spontan einfällt zu nennen. ansonsten: per mail kein problem
so, nun das grundsätzliche. klar, in einem garten, wo kinder ja auch mal unbeaufsichtigt spielen sollen, dürfen die RICHTIG giftigen pflanzen (goldregen, oleander, eibe, seidelbast, tollkirsche, bilsenkraut, stechapfel, einbeere, aronstab, thuja, liguster etc. etc.) nicht stehen oder sollten es nicht. ABER … dein kind muss lernen, dass es UNGEFRAGT keine pflanzen essen darf. das problem liegt nämlich meistens nicht in deinem garten sondern draussen. im kindergarten, im wald oder sonstwo. wenn es DAS nicht lernt, dann meint es womöglich, es darf alles in den mund stecken und es gibt immer momente, in denen man nicht hinsieht. ich bin in feld, wald und wiese und mit nem grossen garten voller giftiger pflanzen aufgewachsen (ich hab es gut überlebt .)und kann mich nur an eines erinnern: dass ich einmal unerlaubterweise holunder gegessen habe. nur ein einziges mal, es wird einem superschlecht dabei! so hab ich es gelernt, wirklich meine finger wegzulassen.
ich warne immer davor, einen völlig giftfreien garten daran anzulegen, dass man seinen kindern damit unbedingt was gutes antut.
also… du kannst mich jederzeit zu pflanzen fragen, mailaddi steht ja da
viele grüsse, claudia
ich warne immer davor, einen völlig giftfreien garten daran
anzulegen, dass man seinen kindern damit unbedingt was gutes
antut.
Liebe Claudia,
Du sprichst mir aus der Seele. Nicht die Giftpflanzen sind das Problem, sondern die Unkenntnis darüber.
Natürlich wird niemand bei klarem Verstand sein Kind unvorbereitet in Gefahren tappen lassen. Aber man kann nicht immer an seiner Seite sein, kann es nicht immer vor allen Gefahren des Lebens schützen. Umso wichtiger ist es die Selbstschutzkräfte im Kind möglichst bald soweit zu entwickeln, dass es eben weiß: nichts in den Mund stecken, nicht allein am Gartenteich rumspielen usw.
Das heißt natürlich auch wieder nicht, mit Absicht Gefahren herbeizuführen oder es an Aufsicht fehlen zu lassen - aber das versteht sich ja von selbst.
Übrigens habe ich in gleicher Weise und mit gleicher Intention die Frage nach Schutzmaßnahmen im Internet im „Elternbrett“ beantwortet. Auch hier das gleiche: Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit.
Gruß Eckard.
wie recht Du hast. Ich strapaziere mal den Herrn Paracelsus: Kein Ding ist Gift, die Dosis machts (oder so ähnlich). Grundsätzlich gilt, dass irgendwie alle Pflanzen giftig sind, weil sie im laufe der Evolution Giftstoffe entwickelt haben, die sich vornehmlich in Blättern und Beeren (Früchten) anreichern und einen Freßschutz sein sollen. Auf natürliche Weise sorgt so die Pflanze dafür, dass ihre Art erhalten wird. Mal ist es viel Gift (Blauer Eisenhut - Aconitum napellus), mal geht das Gift beim Kochen kaputt, z. B. bei Bohnen. Selbst eßbare Pflanzen sind „giftig“, wenn sie unreif sind (Bauchweh, Durchfall usw.) Ich rate deshalb auch dazu, den Kindern den Umgang mit diesen Pflanzen beizubringen. Motto: Esse nicht, was Du nicht kennst!
Ein sehr gutes Buch über Giftpflanzen ist GIFTPLANZEN - PFLANZENGIFTE von Roth, Daunder, Kormann, ISBN 3933203317 Buch anschauen und kosten 39,90 DM.
Wohl bekomm’s meint Norbert
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Hallo, vielen Dank für Eure Antworten, eine Anmerkung dazu habe ich jedoch noch:
Prinzipiell teile ich Eure Ansichten bezüglich der Eigenverantwortlichkeit von Kindern und die stark giftigen Pflanzen, die in unserem (verwilderten ) Garten wucherten habe ich schon entfernt.
Unser Sohn ist z. Zt. ein Jahr alt und ich möchte ihn acuh nicht andauernd mit „NEIN“ und „lass das“ ermahnen müssen, zumal er sehr neugierig und lebhaft ist.
So geht es mir bei der im Frühjahr anstehenden Neubepflanzung um eine Risikominimierung, da auch unter der sorgfältigsten Aufsicht schnell mal ein Blatt oder ähnliches unbemerkt. abgerissen und in den Mund gesteckt wird.
Und ich denke, dass in dem Alter meines Sohnes Erklärungen zur Giftigkeit und Ungenießbarkeit von Pflanzen sowie schlechte Erfahrungen wie Bauchweh noch nicht sehr nutzen.
LG,
Patricia
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Kein Ding ist Gift, die Dosis machts (oder so ähnlich).
dem kann ich nur zustimmen!!!
Ein sehr gutes Buch über Giftpflanzen ist GIFTPLANZEN -
PFLANZENGIFTE von Roth, Daunder, Kormann,
ja, das ist super, dieses buch, wenn auch nicht unbedingt für den laien geeignet. wenn man das durchblättert, geht man durch den garten und den walt mit im handy abgespeicherter nummer der gift-notrufzentrale *g* - sprich dort wird genau DAS bestätigt, was du schreibst, norbert… alles ist mehr oder weniger giftig.
es ist unheimlich detailliert, aber man braucht schon ein wenig erfahrung, um die texte richtig zu verstehen und das gefahrenpotential abzuschätzen.
viele grüsse, claudia (die es nach wie vor auch überlebt hat, rohe bohnen zu essen …)
hallo patricia nochmal,
es war mir schon klar, dass es sehr schwierig ist, einem einjährigen kind klarzumachen, was gift ist, was das bedeutet und was es darf und was nicht. und dass es weder dir spass macht noch dem kind gut tut, wenn du ewig NEIIIIEEENNN!!! brüllen musst.
du schreibst richtig: risikominimierung ist das schlüsselwort. ich hab ja in meinem anfangs-posting schon ein paar pflanzen aufgezählt, die in einem garten meiner meinung nach absolut nichts zu suchen haben (eisenhut wurde ja dann auch noch von anderen genannt), da sie teilweise schon - wenns dumm läuft - über hautkontakt wirksam sind.
und so hart es klingen mag… das alte sprichwort hat seine berechtigung: durch schaden wird man klug. also nochmal fazit: tödlich wirksame giftpflanzen oder solche, die bleibende schäden verursachen können, die sicherlich entfernen oder abzäunen (die sind ja auch meistens ganz besonders reizvoll zum anfassen *g*, schön bunt, schön knallig etc.). harmlose gifte (holunder, rohe bohnen, grüne tomaten, taubnessel u.v.a.m. wo du vermutlich selber staunen würdest), die mehr oder weniger magengrummeln oder etwas erregung verursachen… daran lernt man’s.
dein kind wird deinen garten überleben … wie gesagt, unseren garten habe ich auch überlebt, mit stechapfel, aronstäben, oleander, bilsenkraut, seidelbast und vielen anderen mehr
viel spass beim planen wünscht: claudia