Unglaublich

Ich bin über unsere Baubranche erschüttert…

Ständig hört man Bauunternehmen jammern, es gäbe keine Aufträge mehr. Aber die Aufträge, die da sind, will keiner haben.

Ich habe vor mein Haus auszubauen. Der Umfang kommt dem eines Neubaus gleich. Da meine ganze Familie voll beruftätig ist, können wir kaum was in Eigenleistung machen. Allerdings können wir, aufgrund von drei sehr guten Gehältern, es uns auch leisten, alles von Firmenhand machen zu lassen. Aber keiner will das…

Ich schreibe nun seit drei Wochen Firmen an, weil ich Angebote einholen muß. Es hat sich nicht eine einzige von acht auch nur im entferntesten gezuckt. Kein nachgefrage, keine Antworten, kein gar nichts.

Wenn das so weitergeht, kann ich meinen Bau vergessen und unsere Bauunternehmen brauchen sich nicht wundern, wenn eine nach dem nächsten baden geht.

Wollt’ ich nur mal gesagt haben…

MfG, Lars Betzin

Hallo Lars !

Schnapp Dir das Telefon, ruf an und Du hast Kontakt.
Vielleicht verstehen sie Deinen Brief nicht!

So, wie Du es beschreibst, ist es ganz sicher nicht. Oder Du hast Firmen angeschrieben, die sonst nur Großbauten machen.

Gruß Werner

Ich bin über unsere Baubranche erschüttert…

Ständig hört man Bauunternehmen jammern, es gäbe keine
Aufträge mehr. Aber die Aufträge, die da sind, will keiner
haben.

ein weiterer Tip, vielleicht etwas teuerer, der aber uU unterm Strich Geld einspart. Schalte eine leistungsfähigen (!) Architekten ein. Dieser macht fachgerecht die Ausschreibung und kennt auch seine Pappenheimer.

Beispiel: Ein Freund wollte ein neuen Firmensitz. Preisangebote zwischen 3 und 10 Mio. für die gleiche Leistung. Naja, er hat sich für den Billigsten, wenn auch nicht gerade den Besten, entschieden, die Nacharbeiten kosteten ihn noch mal gut 500 TDM, aber dann war alles erledigt.

Nein, nein…

Ich habe kleine und größere Firmen angeschrieben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, was an „…ich hätte gerne ein kostenloses, unverbindliches Angebot für…“ misszuverstehen ist. Ich habe meine Bauzeichnung und eine VORGEFERTIGTE LISTE, was zu machen ist beigelegt.

Allerdings bin ich auch der Meinung, wer beim erstenmal nicht zumindest reagiert, der hast kein interesse. Oder? Aus der Anfrage geht auch hervor, daß an diesem Auftrag nicht nur 30DM zu verdienen sind.

MfG, Lars Betzin

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Wir haben einen Bauplaner. (Kein Architekt, aber ähnlich). Der hat leider das gleiche Problem. Er hat ein einziges Angebot (von drei angefragten) bekommen. Allerdings auch nur, nachdem er der Firma vier Wochen lang auf den Keks gegangen ist.

Ich meine Angebote schreiben ist natürlich eine echt lästige Sache, besonders wenn man mit nur 5% Auftragsrücklauf rechnen kann. Aber ohne Angebot kann ich ja keinen Auftrag vergeben, wg. der extremen Preisunterschiede. Und mit Eimern muß ich das Geld ja auch nicht rausschmeissen.

MfG, Lars Betzin

PS: Aber ich werde jetzt mal Werners Tip verfolgen. Anrufen, und die Leute „NÖTIGEN“, mir ein Angebot zu machen.

Hallo Lars!

„Kostenlos und unverbindlich“ das schreckt sie ab.

Ein kleiner Bauunternehmer kann es sich nicht leisten, einen Kostenvoranschlag zu machen, der wohl sehr umfangreich ist/werden wird.

Sie fallen damit meistens auf den Bauch, weil der Bauherr mit diesem detaillerten Voranschlag oft zur Konkurrenz geht und dieser dann einige DM drunter bleibt und den Auftrag hat.
So läuft das heute.
Selbst bei einer defekten Dachrinne von 1 m Länge erwartet der Hausbesitzer heute einen Kostenvoranschlag. Jeder glaubt, die Bauunternehmer stecken in einer Krise und man kann sie über den Tisch ziehen.

Eine Inanspruchnahme eines Architekten wird natürlich für Dich noch teurer. Seine Bezahlung richtet sich nach den Gesamtkosten und er wird es wissen.

Gruß Werner

Das mit dem „kostenlos und unverbindlich“ ist natürlich für den Bauunternehmer abschreckend. Auf der anderen Seite, sehe ich als der, der sein Geld ausgeben möchte und dafür eine Dienstleistung sucht nicht ein, die Werbung des Bauunternehmers direkt zu bezahlen. Wenn die Kosten später auf den Endpreis umgelegt werden, dann ist mir das schnuppe.

Leider kenne ich auch nicht den Preis des Angebots. Wenn es einen festen Satz (z.B. 50,- DM pro Angebot) geben würde, dann könnte ich damit kalkulieren. Frei nach dem Motto: frage ich mal bei drei Firmen an, das sind dann 150,- DM… wäre ja in Ordnung.

Frage ich aber jetzt pauschal mal bei drei Firmen an, dann schickt mir die eine Firma ein kostenloses Angebot, die nächste schickt mir Ihr Angebot für 110,-DM und die letzte schreib z.B. 430,-DM auf Ihre Rechnung. Diese Variablität ist für mich zu viel. Und ich kann dann auch nicht mehr zurück, wenn ich die Rechnung für’s Angebot für zu unverschämt halte. Letztendlich ist das Werbung (so sehe ich das aus Verbrauchersicht).

MfG, Lars Betzin

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Hallo Lars!

Ein Kostenvoranschlag ist keine Werbung, sondern harte kalkulatorische Arbeit. Der Preis muß nachher so liegen, daß Du akzeptierst und der Bauunternehmer auch verdient.

Gib einen Neubau in Auftrag, so ist das viel leichter auszurechnen, als eine alte Bude umzubauen. Kein Mensch weiß, was sich da noch für böse Überraschungen auftun!!!

Gruß Werner

Hallo Lars,

ich war früher mal selbstständig (Bodenverlegungen) und hatte in diesem Zusammenhang einen Vertrag mit einem großen schwedischen Möbelverkauf (wer wohl ?).

Wir haben für eine VorOrt-Besichtigung mit Angebotsausarbeitung pauschal 49 DM verlangt, worüber sich manche beschwert haben. Allerdings wurden dann auch über 80% der kalkulierten Angebote (1/2 Stunde hinfahren, 1 - 2 Stunden beraten, 1/2 Stunde zurückfahren, 1 Stunde Angebot ausarbeiten = 1/2 Tag im Arsch = 300 - 400 DM Kosten) auch zu einem Auftrag.

Dann habe ich mal eine Werbeaktion gemacht, wo ich neben günstigem Verlegepreis auch eine kostenlose Angebotsausarbeitung angeboten hatte. Ich mußte innerhalb von 2 Tagen bei 10 potentiellen Kunden zur Beratung / Ausmessen anrücken und habe das ganze Wochenende Angebote ausgearbeitet. Und die Erfolgsquote ? 0 % !!!
Weil’s kostenlos war, hat man mich halt einfach mal zur bequemen Beratung vor Ort gebeten…

Die professionelle Formel (kostenlos und unverbindlich, übrigens typisch Einkäufer, der ich auch mal einer war…) schreckt den kleinen Handwerker unheimlich ab. Der denkt sich dann, zu was soll ich anbieten, wenn der Kunde sowieso 10 weitere angefragt hat und ich nur eine minimale Chance auf eine Vergabe habe…

Für ein Großunternehmen (Wolff&Müller usw.) ist der Auftrag wiederum total uninteressant.

Ich würde auch einfach mal anrufen und den persönlichen Kontakt suchen. Typische Handwerker haben sowieso ein Problem mit dem „Schreibkram“.

Grüsse

Sven

Na das ist doch ein Wort…

Ich werde am Montag mal den Telefonhörer in die Hand nehmen. Ich habe ja in dem Sinne nichts gegen ein kostenpflichtiges Angebot, aber überschaubar müssen die Kosten sein und sich im Rahmen halten.

Ich habe mal einen Katalog für Heizungsmaterial bestellt. Der kam mit 85 Seiten, farbig, etc. Recht schnuffte… aber die Rechnung, die dabei lag hat mir echt das Messer in der Tasche aufgehen lassen. 118,- sollte der Katalog kosten. Da war’s ja nun auch zu spät. Und genau das ist der Grund, warum ich mir das kostenlos und unverbindlich angewöhnt habe. Denn sowas ist einfach unverhältnismäßig.

Z.dt. wenn ein Angebot 50 kostet… alles kein Stunt. Bei der Bausumme sind das Peanuts. Aber es geht um’s Prinzip… Wenn ich pauschal jemand beauftrage (!) ein Angebot zu machen, dann kann er nach erfolgter Leistung verlangen was er will. Un ich habe keine Chance zu sagen: Nö, das ist zu teuer. Für den Preis will ich kein Angebot.

Wenn eine Firma an der Ausschreibung interessiert wäre und lediglich das kosten an meiner Anfrage stört, dann könnte man bei mir anrufen und sagen, daß es kostenlos nicht geht, aber zu dem und dem Preis könnte man das machen. Evtl. noch eine Verrechnung bei Auftragserteilung anbieten… und zack… das würde interesse bekunden.

Naja, wie auch immer…

MfG, Lars Betzin

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Na das ist doch ein Wort…

Ich werde am Montag mal den Telefonhörer in die Hand nehmen.

Hallo!

Das hatte ich Dir in meiner ersten Antwort schon vorgeschlagen.

Ich habe mal einen Katalog für Heizungsmaterial bestellt. Der
kam mit 85 Seiten, farbig, etc. Recht schnuffte… aber die
Rechnung, die dabei lag hat mir echt das Messer in der Tasche
aufgehen lassen. 118,- sollte der Katalog kosten. Da war’s
ja nun auch zu spät.

Warum bestellst Du etwas, ohne Dich vorher zu vergewissern, ob es was kostet?

Und genau das ist der Grund, warum ich

mir das kostenlos und unverbindlich angewöhnt habe. Denn
sowas ist einfach unverhältnismäßig.

Warum sollte Dir jemand etwas kostenlos und unverbindlich liefern?? Das wäre mehr als unnormal!

Z.dt. wenn ein Angebot 50 kostet… alles kein Stunt. Bei der
Bausumme sind das Peanuts. Aber es geht um’s Prinzip… Wenn
ich pauschal jemand beauftrage (!) ein Angebot zu machen, dann
kann er nach erfolgter Leistung verlangen was er will.

Nach erfolgter Leistung!! Die Ausarbeitung eines Angebots ist eine Leistung. Kein Handwerker weiß, was der Kunde mit dieser Ausarbeitung so treibt.

Wenn eine Firma an der Ausschreibung interessiert wäre und
lediglich das kosten an meiner Anfrage stört, dann könnte man
bei mir anrufen und sagen, daß es kostenlos nicht geht, aber
zu dem und dem Preis könnte man das machen.

Verstehst Du das denn nicht? Wenn Angebote gemacht werden sollen, dann über eine neutrale Stelle, welche die Angebote versiegelt annimmt und an einem bestimmten Termin im Beisein des Bauherrn und sämtlicher Handwerker öffnet.
Gibt ein Handwerker Dir sein Angebot in die Hand, gehst Du damit zum nächsten. Der repariert ein wenig darin herum, geht mit der Summe nach unten und schon hat er den Auftrag. Außerdem sieht er jetzt, an Hand des Angebots, wie sein Konkurrent kalkuliert.

Evtl. noch eine

Verrechnung bei Auftragserteilung anbieten… und zack… das
würde interesse bekunden.

Und die 20 Handwerker, die nicht zum Zuge kommen, sehen in die Röhre. Angebot gemacht, Angebot geht dann durch sämtliche Hände sämtl. Konkurrenten und Auftrag nicht erhalten. Wo bleibt dann die Bezahlung für eben das umsonst gemachte Angebot.

Gruß Werner