Uni vs. fh/ b.a vs magister u. diplom

Hallo!

Seit 5 Wochen studieren ich nun an der FH und bin total unglücklich mit meiner Entscheidung.
Ich hatte mich nach meinem Abitur wirklich gefreut, dass ich endlich von der Schule wegkommen würde und das jetzt ein neues Lernen mit mehr Eigenverantwortung beginnen würde.
Mit Sicherheit bin ich da schon mal sowieso falsch an einer FH, aber mir wurde auch gesagt, dass durch B.A der strukturelle Unterschied zwischen FH und Uni nivelliert werden würde.
Nun sitze ich hier in einem Klassenverband wie im 10. Schuljahr und habe „Unterricht“.
Für mich stellt sich nun die Frage, ob der wissenschaftliche Aspekt generell durch B.A sehr reduziert wird…ob der Uni-B.A ( einfach durch den ursprünglich universitären Forschungsanspruch) doch noch anders ist.
Gerne hätte ich mir meinem Stundenplan selber zusammengestellt…
Kann ich denn wohl noch irgendwo in einen Magister reinkommen?
Ist ein Wechsel überhaupt sinnvoll?
Ich bin sehr dankbar für jeden Hinweis oder Tip…

Auch hallo.

Wenn man noch das Bundesland und den Studiengang erfahren würde, könnte man u.U. schon was Besseres sagen.

mit mehr Eigenverantwortung beginnen würde.

Tut es ja (mehr oder weniger)

B.A der strukturelle Unterschied zwischen FH und Uni :nivelliert :werden würde.

In der Theorie. Wenn der Kandidat dennoch kein relevantes Wissen mitbringt, taugt das auch nichts…

Für mich stellt sich nun die Frage, ob der :wissenschaftliche Aspekt generell durch B.A sehr reduziert wird

Was ist Wissenschaft ? http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft

Gerne hätte ich mir meinem Stundenplan selber
zusammengestellt…

Geht i.A. im Hauptstudium.

Kann ich denn wohl noch irgendwo in einen Magister :reinkommen?

Sofern der Studiengang noch abgeboten wird, sollte das wohl möglich sein.

Ist ein Wechsel überhaupt sinnvoll?

Kommt drauf an. Das Risiko ist natürlich, dass die Umstellung auf das Bachelor/Master System dazu führt, dass gewisse Veranstaltungen zum Magister nicht mehr angeboten werden. Manch einer wechselt dann das Studienziel.

mfg M.L.

Hallo,

Nun sitze ich hier in einem Klassenverband wie im 10.
Schuljahr und habe „Unterricht“.

das spricht für eine recht kleine FH.
Würdest Du lieber (je nach Studiengang) in einem Audimax zusammen mit gut tausend anderen Studis sitzen?
Gut das ist anders als in der 10. Klasse - aber besser?

Für mich stellt sich nun die Frage, ob der wissenschaftliche
Aspekt generell durch B.A sehr reduziert wird…ob der
Uni-B.A ( einfach durch den ursprünglich universitären
Forschungsanspruch) doch noch anders ist.

Vergiss den ‚Wissenschaftlichen Aspekt‘ bis zum Vordiplom ganz scnel!
Egal ob Uni, FH oder BA.
Mit ‚Wissenschaft‘ kommst Du erst im Hauptstudium (wenn überhaupt) in Kontakt, in vielen Fällen erst in der Diplomarbeit und manchmal auch da nicht.

Gerne hätte ich mir meinem Stundenplan selber
zusammengestellt…

Auch das vergiss im Grundstudium (egal wo).

Kann ich denn wohl noch irgendwo in einen Magister reinkommen?
Ist ein Wechsel überhaupt sinnvoll?

Du kannst natürlich auf eine Uni wechseln, aber versprich Dir nicht zuviel davon.

Gandalf

Hallo,

Nun sitze ich hier in einem Klassenverband wie im 10.
Schuljahr und habe „Unterricht“.

so etwas habe ich schon mehrfach über das Studieren an FHs gehört. Es soll halt stärker „verschult“ sein als an Universitäten.

Für mich stellt sich nun die Frage, ob der wissenschaftliche
Aspekt generell durch B.A sehr reduziert wird…ob der
Uni-B.A ( einfach durch den ursprünglich universitären
Forschungsanspruch) doch noch anders ist.

Mehr noch: Es ist bislang in manchen Fächern sogar ungeklärt, welchen Zweck der Bachelorabschluß haben soll. In Psychologie ist die Mehrheit wohl eher der Meinung, daß man mit Bachelorabschluß kein wirklicher Psychologe sei. Die Qualifikation, wissenschaftlich arbeiten zu können, hat man eh erst mit der Promotion erreicht.

Gerne hätte ich mir meinem Stundenplan selber
zusammengestellt…

Das geht an Universitäten schon in begrenztem Rahmen, auch im Grundstudium. Der Rahmen ist je nach Fach aber unterschiedlich groß.

Kann ich denn wohl noch irgendwo in einen Magister reinkommen?
Ist ein Wechsel überhaupt sinnvoll?

Das kommt auf Fach, Studienort und Universität an. Du solltest Dich an den Universitäten, die Du im Auge hast, informieren.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hi!
Zur Info: in den technisch, naturwissenschaftlichen Studiengängen bist du auf den festvorgegebenen Studenplan angewiesen, da die Veranstaltungen aufeinander aufbauen - egal ob Uni oder FH. Da wird’s wirklich erst zum Hauptstudium hin besser mit der Auswahl. Vorher kannst du nur um den festen Stundenplan herum noch einige zusätzliche Veranstaltungen dekorieren …
In den Geisteswissenschaften ist die Wahl an der Uni Erlangen etwas freier - dafür sind einige Veranstaltungen dann so überlaufen, dass man gezwungen ist, erst mal ein anderes Fach zu wählen (das vielleicht nicht ganz so interessant ist, womit dann auch die Wahlmöglichkeit wieder relativiert wird) und im nächsten Semester einen neuen Anlauf zu wagen. Immerhin werden hier meines Wissens in etlichen Veranstaltungen die Studenten nach Fachsemester priorisiert.
Ob das besser ist als genau zu wissen, wann man was macht?

Ist dir eigentlich ein Klassenverband mit 20 bis 30 Studenten lieber oder eine Veranstaltung, in der einige 100 andere Leute drin sitzen und du schon fast ein Fernglas brauchst, um zu sehen, was der nette Mensch da vorne an die Tafel oder auf die Folie schreibt?

Zum Thema Eigenverantwortung kann ich nur sagen: bei uns hat’s keinen interessiert, ob wir in der Vorlesung waren oder nicht oder ob wir danach in der Kneipe zu einem bis mehreren Bier gesessen sind oder daheim und den Stoff durchgearbeitet haben. Wichtig war da nur die Klausur am Semesterende. Gegenüber der Schule mit regelmäßigen Hausaufgabenkontrollen schon ein wenig anders.

Auch im Weiteren muss ich den anderen hier recht geben: wie willst du „wissenschaftlich arbeiten“, wenn die Grundlagen nicht da sind?
Für die Technik/Naturwissenschaft bedeutet das, verschulte Vorlesungen, in den Geisteswissenschaft teilweise das Gleiche, teilweise darf man am Anfang bedeutungslose Aufsätze ohne wirklich neue Aspekte verfassen um das Recherchieren in der Bib zu üben.

Gruß
peherr

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

und manchmal auch da nicht.

Gerne hätte ich mir meinem Stundenplan selber
zusammengestellt…

Auch das vergiss im Grundstudium (egal wo).

Quatsch egal wo, kommt eher aufs Fach an. Und auf die Kompetenz der Uni.
An Bochum z.B. haben die Physiker/Mathematiker so gut wie keine Auswahl, Geisteswissenschaftler können sich frei aussuchen was sie belegen, sie müssen bis zum Bachelor abschluss bestimmte Kurse belegt haben, wann ist prinzipiell egal. Die einzige Krux ist, das man die höheren Kurse logischerweise nicht vor den niedrigeren belegen kann, also nicht Grundkurs 3 vor Grundkurs 1. Ob man jetzt aber Modul 6 und Modul 2 im ersten und den 2. Teil im Zweiten Semester, und dann erst Modul 1 und 4 nimmt, ist freigestellt. So kann man sich schonmal einen Tag freischaufeln.

Prinzip also: Du hast bis Tag X Das und Dies zu tun, wann musste selbst gucken.

lg

Kate

Hi Kate,

Prinzip also: Du hast bis Tag X Das und Dies zu tun, wann
musste selbst gucken.

was in Praxi auf einen mehr oder weniger vorgegebenen Stundenplan hinausläuft.
Für die naturwissenschaftlichen und ingenieurswissenschaftlichen Studiengänge trifft das bis zum Vordiplom ziemlich exakt zu, bei den anderen vielleicht nicht so streng, aber wenn man einigermaßen in der Zeit fertig werden möchte schon.

Gandalf

Hallo,

ich kann mich nur zum Bachelor in den Geistewissenschaften äußern, und der ist zumindest hier in Düsseldorf weniger verschult als in den Naturwissenschaften.

Stundenplan selber zusammenstellen ist drin, allerdings begrenzt. Sprich, man muss (so man denn in der Regelstudienzeit fertig werden will), den und den Veranstaltungstyp in einem Studenjahr (Wise und Sose) belegt haben. Von dem Typ werden dann 1 bis 5 zu verschiedenen Themen angeboten, und davon kannst du dir einen aussuchen.
Konkret: Einen Kurs aus dem Bereich internationale Politik, aber ob du dann dieses Semester zu Konflikte im Nahen Osten gehst oder nächstes zur Geschichte der EU, ist wurst.

Wenn du aber einmal hingehst, ist im Gegensatz zum Magister Anwesenheitspflicht, wer zweimal fehlt, fliegt raus.
Außerdem hast du von Anfang an Prüfungen und nicht erst nach ein paar Semestern dann die Zwischenprüfung. Du musst in jeder Veranstaltung, die du belegst, irgendetwas leisten außer nur anwesend zu sein, „Sitzscheine“ gibts also nicht mehr.

Das wars mit verschult, der Rest ist halt wie üblich, überfüllt und weitgehend unbetreut, was ja nicht zwingend schlecht sein muss, zumindest letzteres. Und da es ja doch genügens Wahlmöglichkeiten gibt, ist auch nix mit Klassenverband, ich hab im dritten Semester noch Leute kennengelernt, die von Anfang an das gleiche studieren und die ich nie vorher gesehen habe.

Wie das mit Wechseln funktioniert, weiß ich nicht, aber falls du es schaffst, mach dir keine Sorgen, ob du in das Unistudium noch reinkommst. Bei uns rücken regelmäßig bis Weihnachten noch Leute nach.

Grüße
Sonja

H wie Hola.

Seit 5 Wochen studieren ich nun an der FH und bin total
unglücklich mit meiner Entscheidung.
Ich hatte mich nach meinem Abitur wirklich gefreut, dass ich
endlich von der Schule wegkommen würde und das jetzt ein neues
Lernen mit mehr Eigenverantwortung beginnen würde.
Mit Sicherheit bin ich da schon mal sowieso falsch an einer
FH, aber mir wurde auch gesagt, dass durch B.A der
strukturelle Unterschied zwischen FH und Uni nivelliert werden
würde.
Nun sitze ich hier in einem Klassenverband wie im 10.
Schuljahr und habe „Unterricht“.
Für mich stellt sich nun die Frage, ob der wissenschaftliche
Aspekt generell durch B.A sehr reduziert wird…ob der
Uni-B.A ( einfach durch den ursprünglich universitären
Forschungsanspruch) doch noch anders ist.
Gerne hätte ich mir meinem Stundenplan selber
zusammengestellt…
Kann ich denn wohl noch irgendwo in einen Magister reinkommen?
Ist ein Wechsel überhaupt sinnvoll?
Ich bin sehr dankbar für jeden Hinweis oder Tip…

Also ernsthaft.
Forciertes eigenständiges Lernen und dann an eine FH gehen?
Warst Du besoffen, als Du Dir das ausgedacht hast *lach*.

Um auf Dein Hauptproblem einzugehen: Im Grunde ist es so.

Der Bachelor ist die blanke Verschulung des universitären Systems.
Viele Entscheidungsfreiheiten, die letztendlich auch die sozialen Probleme um einen herum abfangen, sind einfach weg.
Das geht dabei los, daß man mehr und mehr Fächer voneinander abhängig macht, wofür es gar keine Grundlage gibt. Speziell in den Ingenieurwissenschaften ist der Bachelor eine gewaltige Katastrophe für den kontinuierlichen Studienfortschritt und ein Grundstudium ohne ständigem Exmatrikulationsdruck.
Es wird sich angemaßt, von einem dummen kleinen Schreibtisch eintscheiden zu können, welche Fortschritte der Student im Detail vollzogen hat und gleich intervenieren zu dürfen/müssen, wenn auch nur einen Millimeter vom Plan abgewichen wird.

Die intelligente Lösung dagegen wäre gewesen, das jetzige Prinzip der „Deadline“ einfach fortzusetzen. Sprich, bis dann und dann muß man das Vordiplom haben - wie man dahinkommt, bleibt jedem selbst überlassen. Viele Wege führen nach Rom. Und zum Forcieren eines Studienabschlusses hätte man nur die Festlegung treffen müssen, daß jeder, der nicht bis zu einer gewissen Frist den Abschluß hat, sozusagen „game over“ gezeigt bekommt. Diese Frist hätte dann natürlich wieder mit Feingefühl dimensioniert werden können, so daß Persönliches, Soziales abgefedert werden kann. Wenn ich mich so umschaue bezüglich meines Studiums, und bei so einigen Studienkollegen: Wir wären alle im Bachelorsystem schon rausgeflogen. Und das nicht wegen der Noten, sondern schlicht, weil der Zeitdruck, die Fristen, die Wiederholungschancen einfach zu eng gesteckt gewesen wären.
Krankheit, Unfälle, persönliche Probleme, Behörden, Geld - spielt in der Schule alles eine untergeordnete, wenn nicht sogar unwichtige Rolle. An der Universität genießt (genoß) man aber das ganze Paket.
Selbständigkeit gehört ja irgendwo mit dazu.
Stell Dir vor, Du bist Wandern, fällst hin und kannst genau in der Prüfungsperiode an 6 Klausuren nicht teilnehmen. Dann hat es sich mit dem Bachelor fast schon erledigt, zumindest ist das eine superschwere Nummer, die man dann vor sich hat; insbesondere, wenn zwischen den Modulen eine große Abhängigkeit besteht. Also dieses giftige „Man darf das nicht, weil man das und das nominell noch nicht geschafft hat.“.

Das klappt nur in Fächern, wo tatsächlich von Semester zu Semester auf dem vorherigen aufgebaut wird. Gibt jedoch genügend Gegenbeispiele.

Ebenso ignoriert die Verschulung den Bildungsföderalismus. Es gibt kein deutschlandweit einheitliches Abitur - das wäre jedoch Grundvoraussetzungen, daß ich jemandem von Amtswegen her ins Studium pfuschen darf. Defacto jeder Student kommt mit anderen Vorkenntnissen an. Ich kam bspw. von einem technischen Gymnasium und brauchte so einige Vorlesungen im Grundstudium gar nicht oder nur burchstückhaft besuchen - in Einzelfällen habe sofort die Prüfungsklausur versucht.

Solche organisatorischen Dinge, die alleine **ich** und nur **ich** einschätzen *kann*, darf, *muß* und auch soll, fallen beim Bachelor im allgemeinen weg. Man wird in ein einheitliches Muster gepreßt und kommt sich bald bevormundeter vor, als in der Schule (dort war es aber auch richtig so und hatte berechtigte Methode).

Schlußendlich sind es dann auch noch Dinge wie automatische Prüfungseinschreibung, wenn man ein Modul beginnt. In meinem Diplomstudiengang mache **ich** die Prüfungen, wenn **ich** es für richtig und notwendig erachte. Und wenn mir in einer Prüfungsperiode fünf Prüfungen zuviel sind, weil nebenher im Semester noche jede Menge Arbeit parallel läuft, oder weil ich mich einfach nicht danach fühle, dann mach ich eben nur vier oder nur drei. Ich schiebe also dahin, wo ich mehr Zeit aufbringen kann.
Diese Dinge obliegen einzig mir. Und das ist auch gut so.
Natürlich laste ich damit automatisch sämtliche Konsequenzen und auch mögliche Kritik bei Falschentscheidungen auf meine Schultern.
Richtig so, so soll es sein.

Melde ich mich für eine Prüfung nicht an, passiert mir also gar nichts. Daß das mancher Gammerlstudent für sich ausnutzt, ist mir dabei sowas von scheißegal - alles kein Grund, verschulende Zwänge einzuführen; stattdessen lieber Rahmenbedingungen erlassen, die von ganz alleine zu einem erfolgreichen Abschluß führen.

Doch argumentieren kann man viel - beschlossen ist beschlossen.

Willst Du halbwegs frei atmend studieren, bemüh Deine vier Buchstaben schnellstens an eine Uni und schreibe Dich in einen Diplomstudiengang oder Vergleichbares ein. Meide den Bachelor.

Nebenbei: Gibt eine ganze Reihe von Ausgestaltungen beim Bachelor.

An manchen Unis muß man sich beim Bachelor weiterhin selbst einschreiben, flächendeckend wird es aber wohl auf den Automatismus hinauslaufen - so war es einst jedenfalls geplant. Hier hilft also nur konkret bei der Uni anfragen; gründlich und sachrichtig informieren lassen, wie sich die Gepflogenheiten genau an dieser Uni darstellen.

Viel Glück.

MfG