in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, so wird es zumindest immer dargestellt, war das deutsche/preussische Militär für seine Prunksucht im Bezug auf Uniformen berühmt. Da gab es extra Uniformschneider für die Herren Offiziere, allein die Pickelhauben waren Kunstwerke für sich und die Farben allgemein sind noch relativ bunt.
Jetzt kommt aber ein Schnitt, 1. Weltkrieg - da sieht man auf Bilder, in Filmen nichts mehr von dem Glanz. Meine Frage, gab es da ein böses Erwachen oder eine langsame Umstellung, wenn ja - begann die schon vor dem Krieg? Oder war das schon vorher getrennt, in Feldgrau und Paradeplatz? Wie sieht es mit den anderen Kriegsparteien aus? Gab es am Anfang des Krieges z.b. noch britische Rotröcke - die dann auch in knallrot in die Schlacht gezogen sind?
in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, so wird es zumindest
immer dargestellt, war das deutsche/preussische Militär für
seine Prunksucht im Bezug auf Uniformen berühmt. Da gab es
extra Uniformschneider für die Herren Offiziere, allein die
Pickelhauben waren Kunstwerke für sich und die Farben
allgemein sind noch relativ bunt.
Das gab es doch überall! Nicht nur in Deutschland! Und die viel verpönten Pickelhauben hatten den Zweck, Säbelhiebe abzulenken.
Jetzt kommt aber ein Schnitt, 1. Weltkrieg - da sieht man auf
Bilder, in Filmen nichts mehr von dem Glanz. Meine Frage, gab
es da ein böses Erwachen oder eine langsame Umstellung, wenn
ja - begann die schon vor dem Krieg?
Das Drillichzeug der Soldaten war noch nie bunt.
Die Änderung kam während der Stellungskriege vor verdun. Dort war alles Bunte schnell erschossen. Die Franzosen htten bis dahin rote Hosen an. Nicht nur die Deutschen sahen lächerlich aus
Oder war das schon vorher
getrennt, in Feldgrau und Paradeplatz? Wie sieht es mit den
anderen Kriegsparteien aus? Gab es am Anfang des Krieges z.b.
noch britische Rotröcke - die dann auch in knallrot in die
Schlacht gezogen sind?
Ja sicher. Die Deutschen waren nicht allein solche Witzfiguren. Die Briten bestehen heute noch auf die Tradition des Bunten.
Die Änderung kam während der Stellungskriege vor verdun. Dort
war alles Bunte schnell erschossen.
Man muß unterscheiden zwischen Paradeuniform und Feldgrau. Natürlich ist man mit der Paradeuniform nicht ins Feld gezogen, dazu brauchte man Verdun nicht. Ab 1916 werden die Einsparungen dann immer massiver, auch bei den feldgrauen Uniformen (Parade hat soweiso kaum noch einer getragen).
ab 1905 erfolgt die langsame Umstellung des deutschen Heeres auf „feldgrau“. Bis Kriegsausbruch hatten aber noch viele Uniformen Verzierungen. Ab 1915 wurde die Pickelhaube durch den Stahlhelm ersetzt und ab 1917 ging man, aufgrund der angespannten Rohstofflage, zur Einheitsuniform über.
Was die Gegner anbelangt, hatten die Briten ihre Uniformen schon auf khaki umgestellt, die Franzosen befanden sich 1914 noch in der Umrüstungsphase und mußten z.T. noch mit roten Mützen in’s Feld ziehen, während die Belgier sogar eine Art Zylinder trugen.
Selbstverständlich waren die Uniformen - insbesondere auch noch im 19. Jh. bunt (auch während des deutsch-französischen Krieges!)! Letztlich basierte diese Farbgebung ja aus der Möglichkeit eigene Truppen so besser erkennen und ordnen zu können. Nicht umsonst hießen die englischen Truppe auch „Rotröcke“.
Wie hier aber in einer anderen Antwort bereits geschrieben wurde wurde während des Krieges auch in der deutschen Wehr auf „Einheitsgrau“ umgestellt - die Gründe brauche ich wohl nicht noch einmal abzuschreiben.
Andreas
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