Universale Grammatik

Hallo,

gibt es so etwas wie ein universales grammatisches Prinzip? Ich meine eine grammatikalische Regel, die in allen Sprachen wenigstens ähnlich enthalten ist.

Schwierige Frage, gell?

Gruß
Ernesto

Hallo!
Laut dem Linguisten Noam Chomsky gibt es diese Universalgrammatik. Ich glaub nicht dran.
Aber es gibt wohl in jeder Sprache Verben, Nomen und so nen Kram.

LG, Sarah

Hallo, die Frage ist berechtigt, wenn man bedenkt, daß Affen Gebärdensprache in Ansätzen erlernen können. Gruß, eck.

Hallo auch,

Laut dem Linguisten Noam Chomsky gibt es diese
Universalgrammatik. Ich glaub nicht dran.

Dito.

Aber es gibt wohl in jeder Sprache Verben, Nomen und so nen
Kram.

Verben und Nomen nicht unbedingt, in manchen Sprachen ist das System nicht so leicht und man kann nicht wirklich von diesen Wortarten sprechen (Cayuga ist da ein bekanntes Beispiel, aber auch Kharia und Samoanisch).

Wenn man wirklich das zusammensammeln will, was es eindeutig in jeder Sprache gibt, bleibt nicht sehr viel übrig als so generelle Aussagen wie: „Jede Sprache besteht aus segmentierbaren Bestandteilen.“ (Phoneme z.B., die in Gebärdensprachen allerdings schon wieder nicht vorkommen, wo man vllt. von Kinemen reden könnte)…

Grüße,

  • André
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hallo,

also meiner meinung nach ist es garnicht absurd, sprachuniversalien zu postulieren, die auf eigenschaften der menschlichen kognition beruhen, wie z.b. grenzen von wahrnehmungsfähigkeit und größe des kurzzeitgedächtnisses. andere gründe, universalien anzunehmen, wären pragmatisch-diskursive faktoren oder auch die (von chomsky vertretene)
angeborenheitshypothese.
man muss unterscheiden zwischen universalien, die sich auf das sprachsystem beziehen und anderen, die im hinblick auf die funktionalität von sprache oder für invarianzen im sprachaneignungsprozess aufgestellt wurden. wie schon geschrieben wurde, ist es nicht so leicht, universalien für das zeicheninventar zu finden; chomsky versuchte dann mit seiner generativen grammatik im grunde die syntax einer universalgrammatik zu fassen.
um noch ein paar beispiele zu nennen (nach hockett, 1960)seien die postulierten universalien der Dualität der Musterbildung (jedes sprachsystem besteht aus bedeutungsunterscheidenden und bedeutungstragenden einheiten), der Produktivität (kreative sprachverwendung ist jedem kompetenten sprecher möglich)und der Raum-Zeit-Unabhängigkeit genannt; sowie die der Rekursivität (nach chomsky).

um sich einer ahnung was die menschliche sprachfähigkeit ausmacht anzunähern, finde ich es interessant, sich mit sprachlernfähigkeiten von tieren zu beschäftigen, sowie natürlich mit möglichst verschiedenen sprachsystemen, auch der gebärdensprache und nichtstandardisierten, unverschrifteten sprachen.

schöne grüße,
dani

Hallo,

können wir uns vielleicht darauf verständigen, dass alle gesprochenen Sprachen aus Silben, die zu Wörtern zusammengesetzt werden können, bestehen und daraus beliebig lange Sätze gebildet werden können?

Gruß Ernesto

Moin,

können wir uns vielleicht darauf verständigen, dass alle
gesprochenen Sprachen aus Silben, die zu Wörtern
zusammengesetzt werden können, bestehen und daraus beliebig
lange Sätze gebildet werden können?

So hundertprozentig paßt das auch nicht. Zum einen sind sich die Linguisten immer noch nicht klar darüber, was genau ein „Wort“ ist (wobei das vielleicht auch niccht nötig ist), zum anderen spricht man z. B. im Japanischen von Moren statt von Silben, weil Mora wie „n“ nicht die klassischen Eigenschaften einer Silbe aufweisen, ansonsten aber genauso behandelt werden wie „ka“ oder „shou“ oder…

Gruß

Kubi

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