Ich beschäftige mich grade mit dem Universalienproblem und hänge hier über zwei Fragestellungen bei denen ich echt nicht weiterkomme.
Gibt es Begriffe (Universalien) zu denen es keine Einzelfälle gibt. Existieren diese Begriffe dann trotzdem und warum?
2)Eine Person erschafft etwas (ein Haus, ein Buch etc.) und diese Person „weiß was sie will“. Hat er dann ein Universale im Kopf und das geschaffene Werk ist ein Einzelfall davon?
Falls mir jemand dabei weiterhelfen könnte, wäre das echt super.
Danke.
Gibt es Begriffe (Universalien) zu denen es keine
Einzelfälle gibt. Existieren diese Begriffe dann trotzdem und
warum?
Ich bin zwar kein Experte zu diesem Thema, aber mir faellt da der
Gott der Christen oder der der Moslems ein. Die Idee Gottes findet
nur einmal ihre Verwirklichung (nach Definition), so dass man sagen
kann, dass Idee (Universalie) und Gott dasselbe seien.
2)Eine Person erschafft etwas (ein Haus, ein Buch etc.) und
diese Person „weiß was sie will“. Hat er dann ein Universale
im Kopf und das geschaffene Werk ist ein Einzelfall davon?
Ja, so wuerde ich es sehen. Zumindest nach meiner Interpretation der
platonischen Ideenlehre. Die Diskussion um Universalien hatte aber
imho erst im Mittelalter (Scholastik) ihren Hoehepunkt und da waren
die Theorien sicher schon viel weiter entwickelt als die Platons.
Gibt es Begriffe (Universalien) zu denen es keine Einzelfälle gibt.
Dann wären diese Allgemeinbegriffe doch keine Allgemeinbegriffe, nicht wahr? Allgemeines ist immer Allgemeines von etwas, ebenso wie Prinzip, Schema, Plan, Idee, Paradigma immer Prinzip, Schema, Plan, Idee, Paradigma von etwas ist.
Das berührt aber nicht die Frage der ontologischen Valenz. D.h. der Frage, ob dem Allgemeinen Sein zukommt. Denn wenn das der Fall ist, dann muß es ja vom Einzelding unabhängiges Seiendes sein, zumindest, sofern es als ante rem gedacht ist. Das universale in re existiert nicht unabhängig natürlich, aber dabei würde sich auch die obige Frage erübrigen.
2)Eine Person erschafft etwas (ein Haus, ein Buch etc.) und
diese Person „weiß was sie will“. Hat er dann ein Universale
im Kopf und das geschaffene Werk ist ein Einzelfall davon?
So ist es. Und dies war auch Inhalt der augustinischen Abwandlung des der platonischen universalia ante rem: Die göttlichen Gedanken, Formen, nach denen er die Einzeldinge bzw Arten von Einzeldingen schuf. Der Plan, das Schema ist ein Universale.
Gruß
Metapher
Falls mir jemand dabei weiterhelfen könnte, wäre das echt
super.
Danke.
Wie sieht es denn mit meinem Beispiel Gott aus? Kannst du dazu etwas sagen?
‚Gott‘ ist ja auch kein Allgemeinbegriff, allerdings - soweit ich die antike, die neuplatonische und die scholastische Diskussion dieser Problemstellung überblicke - auch nicht Individuum, da innerhalb der Trinitätslehre nur die Hypostasen individuell sind, und das sind ja dreie.
Die Neuerung von Augustinus bezog sich nur auf die „Gedanken“ Gottes (formae, rationes), denen der Schöpfungsakt dann die species nachbildet. Dabei sind die rationes also die Gattungsbegriffe und der Schöpfungsakt muß dann für die differentia specifica sorgen.