Universität als Lebensraum

Hallo,

kennt jemand einen Text, der sich mit der Universität als sozialem Feld beschäftigt? Als baldiger Studienanfänger würde ich mich gern vorab informieren, wie dieser Apparat Universität eigentlich funktioniert, ich meine damit nicht die Struktur en detail, sondern die Konsequenzen für alle Beteiligten, die aus dieser Struktur folgen.

Vielen Dank für die Hinweise,
René.

Moin René!

Auf den Internetseiten der meisten Unis gibt es extra einen Bereich für sowas.
Wird oft benannt mit „Studentisches Leben“ oder „Studieren in Stadt XY“.
Da lassen sich i.d.R. auch viele Informationen über die sozialen Belange finden.

Einen Klick wert sind meistens auch die Seiten des AStA (Allgemeiner Studentenausschuss) der entsprechenden Uni.
Die berichten für gewöhnlich stärker aus Sicht der Studenten, weil sie eben selbst auch Studenten sind.

Wenn Du schon eine konkrete Fachrichtung weisst, dann kannst Du auf der Seite des entsprechenden Instituts auf den Link der Fachschaft klicken.
Bei einigen Instituten sind auch diese Seiten recht umfangreich.
Ausserdem sind diejenigen, die die Texte erstellt haben, ja auch Studenten.

Beachten solltest Du, dass es zwei Arten von Unis gibt.

Zum einen ist da die Campus-Uni:
Alle Institute befinden sich auf einem grossen Gelände (oder zwei nah beieinander liegenden wie in Dortmund).
Mensa, Bibliothek, Copy-Shop, Buchhandlung, teilweise auch Läden wie Aldi und Studentenkneipen befinden sich auf dem Gelände und die Wohnheime sind auch ganz nah dran oder umrunden das Gelände.
Meistens liegen diese Unis etwas ausserhalb oder in Randgebieten der Stadt.
Sozusagen fast eine Stadt für sich.

Zum anderen gibt es Unis, deren Institute über die gesamte (Innen-)Stadt verteilt liegen.
Dabei ist es oft noch nicht einmal so, dass bestimmte Fachbereiche oder Studiengänge in etwa im gleichen Gebiet angesiedelt sind.
Die Wohnheime liegen teilweise irgendwo dazwischen oder ausserhalb des Innenstadtbereichs.
Sämtliche Geschäfte sind wie in jeder anderen Stadt in der Innenstadt zu finden, aber auch darum herum.
So ist es z.B. in Münster. Nicht ohne Grund wird Münster als „Fahrradstadt“ bezeichnet. Für die meisten Studenten ist das Fahrrad eben die beste Möglichkeit sich zwischen den einzelnen Instituten und der Wohnung/dem Zimmer zu bewegen.

Beide Systeme führen natürlich zu komplett unterschiedlichen Sozialstrukturen.

Gruss
Lanzelot

Universität als Lebensraum, konkreter gefragt.
Danke, Lanzlot,

für deine Anwort, wenn es auch nicht ganz das war, was ich meinte: Die Sozialstrukur, die du in deinem letzten Satz streifst, wollte ich etwas konkreter, am besten in Form einer soziologischen Abhandlung, erläutert haben. Ich weiß, dass es solche Studien über Schulen gibt, warum nicht auch für die Universität? Die Dynamik dieses Systems mit all seinen Faktoren, also Personenkonstellationen, Interessenkonflikten mit Folgen und Nebenfolgen ist sicher irgendwo dokumentiert. Ich sehe allerdings, dass das sehr speziell ist, ich habe auch keine rechte Ahnung, wo ich so etwas her kriege. Vielleicht fällt ja noch jemandem was ein.

Ciao,
René.

noch’n Versuch
Moin René!

am besten in Form einer soziologischen Abhandlung

Ach so…

Such Dir doch mal von verschiedenen Unis die Institute für Sozialkunde, Soziologie, Volkskunde oder Sozialpädagogik raus. Vielleicht auch bei FHs.

Die beschäftigen sich meines Wissens (neben vielen anderen Themen natürlich) auch hin und wieder mit sowas.
Vielleicht findest Du ja ein Institut, bei dem das mal Thema eines Projekts, Seminars/Vorlesung oder sogar einer Magister- oder Diplomarbeit war.

Email-Adresse und Telefonnummer von Sekretariat und Fachschaft sollten ja auf den Internetseiten der Institute zu finden sein.
Wenn Du ganz lieb und nett fragst, ob Du die Unterlagen dazu einsehen darfst, dann wäre das sicher möglich.

Grus
Lanzelot