Unkraut beseitigen - aber wie?

Hallo,
ich bin die Neue und komm jetzt öfter! :wink: Zwar hab ich mich hier schon durch die diversen Artikel gelesen, trotzdem hab ich da mal 'ne Frage: Letztes Jahr habe ich ein Haus mit kleinem Garten gekauft, um den sich der Vorbesitzer sehr stiefväterlich gekümmert hat. Das Ergebnis sind nun viele Brennesseln, Löwenzahn und vor allem Brombeerranken… Da ich im vorigen Jahr noch intensiv mit dem Innenausbau befasst war, mußte auch ich die „Rekultivierung“ auf dieses Jahr verschieben.
Nun bin ich voller Tatendrang schon mal dem Feuerdorn zu Leibe gerückt, aber die Wurzelausgrabung dauert länger als geplant… außerdem - mancher mag die Augen verdrehen,sorry, aber ich weiß es nunmal nicht- möchte ich wissen: was mach ich eigentlich mit dem ganzen Unkraut? Ich hab schon gelesen, daß man gerade bei den Brombeeren peinlich genau darauf achten muß, daß alle Wurzelreste beseitigt und entsorgt werden. Aber wie ist das mit anderen Kräutern wie Löwenzahn, Gras und Brennesseln? Reicht es, dort einfach mal mit dem Spaten umzugraben und neue Pflanzen zu setzen? Oder muß ich quasi die ganze Erde von Grün und Wurzeln befreien? Bin da im Moment ein wenig überfordert, zumal der Boden arg steinig und die ganze Arbeit extrem mühsam ist.
Es ist zwar nur ein wirklich sehr kleines Gärtlein, aber da er an einem Hang liegt der bewaldet ist, ist es verdammt schwer, der grünen Hölle Herr zu werden.
Hab mir sogar schon überlegt, einfach alles wuchern zu lassen und nur das Haus und die Terrasse freizuhalten, aber meine Nachbarn guckten im letzten Jahr schon immer sehr sparsam auf mein schönes Biotop…
:wink:

Ich bin dankbar für Eure Ratschläge,
liebe Grüße
Martina

Hallo Martina,

muß, daß alle Wurzelreste beseitigt und entsorgt werden. Aber
wie ist das mit anderen Kräutern wie Löwenzahn, Gras und
Brennesseln? Reicht es, dort einfach mal mit dem Spaten
umzugraben und neue Pflanzen zu setzen? Oder muß ich quasi
die ganze Erde von Grün und Wurzeln befreien?

zum Löwenzahn mein Tip: wenn Du ihn weghaben willst mach Dir die Arbeit und geh mit einem stabilen Messer an die Sache und stich ihn überall raus mitsamt den Wurzeln. Dann ist er weg und „das Unkraut“ kannst Du nun ordentlich putzen und waschen, mit reichlich gekochten Kartoffeln und ausgelassenem Dürrfleisch sowie Zwiebeln als Salat anmachen, und dann wirst Du Löwenzahn nicht mehr als Unkraut ansehen und hoffen dass Du für nächstes Jahr einiges an Löwenzahn übersehen hast (-:

Ciao, Holger

Hallo Martina,

ich kürze Dein Posting mal etwas (und halte die Antwort allgemein, sonst wird das ein Buch):

möchte ich wissen: was mach
ich eigentlich mit dem ganzen Unkraut? Ich hab schon gelesen,
daß man gerade bei den Brombeeren peinlich genau darauf achten
muß, daß alle Wurzelreste beseitigt und entsorgt werden. Aber
wie ist das mit anderen Kräutern wie Löwenzahn, Gras und
Brennesseln?

für die baust Du in einer Ecke des Gartens einen Komposthaufen. Grünmasse gibt prima neue Erde. Du brauchst für den Anfang nur einen Haufen aus allem aufzuschichten, das Du ausreißt. Wenn Du es grob zerkleinerst und etwas Gesteinsmehl darüberstreust, verrottet es schneller. Allerdings sollten die „Unkräuter“ noch nicht Samen gebildet haben.

Zusätzlich kannst Du aus den Brennesseln Düngejauche ansetzen. Da die furchtbar stinkt, solltest Du Dir aber ein Fass mit Deckel zulegen.

Reicht es, dort einfach mal mit dem Spaten
umzugraben und neue Pflanzen zu setzen? Oder muß ich quasi
die ganze Erde von Grün und Wurzeln befreien? Bin da im
Moment ein wenig überfordert, zumal der Boden arg steinig und
die ganze Arbeit extrem mühsam ist.

wenn Du Ruhe haben willst, bleibt Dir nichts anderes übrig. Die Steine solltest Du bei der Gelegenheit auch auslesen. Dass das Sklavenarbeit ist, weiss ich. Diese Prozedur haben mein Mann und ich (und eine Hilfskraft) vor 5 Jahren im gesamten Vorgarten hinter uns gebracht. Aber seitdem ist Unkraut-Ruhe. Ich habe allerdings eine Rindenmulchauflage zwischen den Pflanzen (es ist ein Kräuter- und Bauerngarten).

Es ist zwar nur ein wirklich sehr kleines Gärtlein, aber da er
an einem Hang liegt der bewaldet ist, ist es verdammt schwer,
der grünen Hölle Herr zu werden.
Hab mir sogar schon überlegt, einfach alles wuchern zu lassen
und nur das Haus und die Terrasse freizuhalten, aber meine
Nachbarn guckten im letzten Jahr schon immer sehr sparsam auf
mein schönes Biotop…

verlass dich drauf: Du kriegst das Biotop wieder. Nur vielleicht etwas gepflegter.

viele Grüße
Geli

auffe Knie und midde Finger (owT)
ist ja schon alles gesagt

Hallo Martina,
oh das kenne ich, vor 1 1/2 Jahren hatten wir das gleiche Schicksal. Ein Reihenhaus mit einem Garten, in dem ca. 10 Jahre nix gemacht wurde. Alles war verwildert, sah völlig chaotisch aus. Dann sind wir ran ans Werk, haben alles rausgerissen und am Schluß noch den ganzen Garten von Hand umgegraben, schwitz, ächz, aber es hatte sich gelohnt. Die Terasse war plötzlich 1 Meter breiter, weil sie schon völlig überwuchert war, und dann gings los mit der Neubepflanzung. O.k. es dauert seine Zeit, wir haben erst mal ganz viel Rasen gesäht und die Stellen freigelassen, wo wir schon wußten da kommt was anderes hin. Wenn wir jetzt noch Büsche oder Bäume setzen, dann stechen wir das Stück Rasen halt raus.
Bei uns war wirklich nix brauchbares im Garten (leider) aber wenn Du noch schöne alte Büsche hast, dann schneide sie ordentlich zurück, entweder sie treiben schön neu aus, rauswerfen kannst Du ja immer noch.
Wünsche Dir viel Spaß bei dieser schweißtreibenden Arbeit, aber mir hats immer Spaß gemacht (wir haben 3 Wochen jeden Tag gewurschtelt, so fit wie nach den 3 Wochen war ich glaub die letzten 10 Jahre nicht mehr).
Liebe Grüße
Sabine

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Hallo,

es gibt noch eine Methode:
Garten mit einer Motorhacke umgraben, schwarze Folie über alles decken und ein Jahr liegen lassen. Dann ist alles Unkraut weg bis auf die Brombeeren.

oder (bitte schlagt mich nicht!):
Unkrautvernichter „Roundup“. Dann ist so ziemlich alles weg (bis auf die Brombeeren) und du kannst bereits nach zwei Tagen umgraben (Motohacke) und neu pflanzen bzw säen.

Gruss, Niels

Hallo Martina,

auch wenn ich von der Bio-Fraktion jetzt gelyncht werde (ich gehöre selber dazu, und mit Abtrünnigen gibts kein Pardon), darf ich dem nützlichen Vorschlag von Niels noch einen draufsetzen:

Auch die Brombeeren kriegst Du gepackt, wenn Du mit dem Wirkstoff Triclopyr rangehst (z.B. das ziemlich neu zugelassene Mittel „Garlon 4“). Dabei bleiben allerdings Disteln übrig und, wie bei den meisten Herbiziden, die auf Zweikeimblättrige wirken, auch Quecke.

Triclopyr-Präparate haben gegenüber dem Klassiker Roundup den Vorteil, dass sie schnell metabolisiert werden (Wartezeit auf Grünland 14 Tage). Es geht um systemisch wirkende Mittel, die Pflanzen sollten also richtig in Schwung sein (Mai/Juni), dann ist die Wirkung am besten. Es wäre dann möglich, noch im Sommer nach Absterben des Bestandes durchzufräsen (am besten bei Landwirt / Landschaftsgärtner in Auftrag geben: Die haben die stabileren Maschinen mit ordentlichem Steinschlagschutz, die gibts bei OBI nicht) und direkt im Anschluss die ganze Fläche breitwürfig mit Phacelia einzusäen. Die schützt vor Herbstniederschlägen, durchwurzelt das ganze recht gut, sorgt für Regenerierung der Regenwurmbestände, friert im Winter ab und im Frühjahr 05 hast Du eine ordentliche Grundlage zum neu Anfangen.

Quecke muss allerdings vor dem Fräsen möglichst weitgehend ausgehackt/gejätet werden: kleinste Wurzelabschnitte treiben neu aus, eine Fräse oder Motorhacke ist ein prima Queckenmultiplikationsgerät.

Wenn Du mit dem Wunsch nach Garlon 4 nicht gut beim Gärtner fündig wirst: Landhandel und Raiffeisen-Genossenschaft sollten das besorgen können.

Schöne Grüße

MM

Herzlichen Dank!
Hallo ihr Lieben, erstmal vielen Dank für Eure Ratschläge. Lecker Löwenzahn hab ich mir schon letzte Woche für Salat gepflückt, von daher würde es mir auch leid tun, den vollkommen auszurotten. Hm, einen Golfrasen werde ich sicher eh nicht bekommen, da drumherum so viel Natur ist (was mir im übrigen sehr gefällt).
Wie ist das eigentlich mit diesem Rindenmulch? Wächst, wo der liegt, darunter dann kein Unkraut mehr?
Ich werde wohl versuchen, einen Kompromiss zu finden, mit dem die Nachbarn und mein ökologisches Gewissen leben können…
Die Ratschläge mit den Chemikalien klingen zwar sehr verlockend, aber ich denke, ich werde wohl versuchen diese Aufgabe als Fitness-Programm zu betrachten und gute alte Handarbeit zu leisten. So’n Queckenzeug scheint wohl nicht da zu sein, vielleicht leih ich mir so’ne Motorhacke aus und hoppel damit mal durch :smile:
Werde Euch zukünftig sicher noch mit der ein oder anderen Frage nerven, aber ich bin insgesamt recht zuversichtlich für die Zukunft.
Liebe Grüße
Martina

Hallo nochmal,

mit Rindenmulch kannst Du, wo gewünscht (Rosenbeete, Beerensträucher, reine Staudenbeete) das Auflaufen von Beikräutern nicht ganz verhindern, aber ganz erheblich reduzieren.

Beim Arbeiten mit Rindenmulch muss man beachten, dass er säuerlich reagiert und beim Verrotten eine hohe Kohlenstoffkonzentration einbringt. Also vor dem Mulchen Aufkalken zum pH-Wert-Ausgleich und eine Gabe von langsam verfügbarem Stickstoff (z.B. Hornspäne) zum Ausgleich des C/N-Verhältnisses.

Im Gemüsegarten kann man mit Weißklee, der in eine dünne Rindenmulchschicht eingesät wird, Kleewege anlegen, die jährlich oder zweijährig (dann allerdings im zweiten Jahr, wenn der Klee blüht, nicht barfuß auf Bienen treten) ausgehackt werden und einen Streifen weiterwandern. Bei guten Bedingungen bringt Weißklee 35 kg Reinstickstoff /ha.

Für Staudenbeete, Heckenbegleitung, Sträucher etc. im Liebhabergarten gibt es viele Bodendecker als Alternative oder Ergänzung zum Mulchen. Bei Rosen lieber nicht, die mögen den freien Boden und jährliches tiefes Lockern des Wurzelraums. Sonst: In schattigen Lagen z.B. Haselwurz - wächst langsam, hat aber sehr aparte Blätter, eine Jugendstilpflanze (keine wilden Vorkommen in den Garten holen, bedrohte Art!). Waldmeister auch. Im Halbschatten Duftveilchen (viola odorata), Walderdbeeren (nicht Monatserdbeeren, die sind schon auf weniger Ausläuferbildung gezüchtet). Einjähriger Bodendecker, etwa für Baumscheiben, also leicht in der Handhabung: Kapuzinerkresse. Für sonnige Lagen: Rostrotes Habichtskraut, Gelbes Habichtskraut.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

Dabei bleiben allerdings
Disteln übrig und, wie bei den meisten Herbiziden, die auf
Zweikeimblättrige wirken, auch Quecke.

Die kriegt man mit Roundup

Triclopyr-Präparate haben gegenüber dem Klassiker Roundup den
Vorteil, dass sie schnell metabolisiert werden (Wartezeit auf
Grünland 14 Tage).

Laut Gebrauchsanweisung kannst du bei RoundUp nach 2 Tagen mit der Neupflanzung beginnen. Dann sollte der Wirkstoff in die Pflanzenwurzeln gelangt sein.

Quecke muss allerdings vor dem Fräsen möglichst weitgehend
ausgehackt/gejätet werden: kleinste Wurzelabschnitte treiben
neu aus, eine Fräse oder Motorhacke ist ein prima
Queckenmultiplikationsgerät.

Die kleinen Abschnittchen haben aber nur wenig Triebkraft. Wenn anschließend jedes erscheinende Queckchen ausgerissen wird, sind sie schnell beseitigt. Die winzigen Stückchen sitzen auch nicht sehr fest im Boden.

Wenn Du mit dem Wunsch nach Garlon 4 nicht gut beim Gärtner
fündig wirst: Landhandel und Raiffeisen-Genossenschaft sollten
das besorgen können.

Das merke ich mir. Wir haben auch jede Menge verwilderte Brombeeren.

Gruss, Niels

gegen Löwenzahn hilft: etwas Salz drauf streuen. Ich würde ihn aber auch nicht komplett vernichten, denn jnge Blättchen schmecken sehr gut im Salat.

Hallo Martina,

du kannst auch ganz normalen Essigessenz
auf den Löwenzahn geben. In die Mitte einen guten Schuss geben und abwarten. Dauert 1-2 Tage bis der Essig in den Wurzeln ist. Die Wurzel stirbt dauerhaft ab, zudem ist es nicht schädlich.

Damit kannst du vielen hartnäckigen (Un)kräutern zur Leibe rücken *smile* und ist zudem nicht teuer. So habe ich meinen Garten von massen Löwenzahn und anderen (Un)kräutern befreien können *smile*

Gruss BelRia

Hallo,

ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen.

Ich will auch nur was zu Brennesseln sagen. Und zwar Brennessel sind von einigen Schmetterlingsraupen (auch vom Kohlweisling)die Nahrung. Wenn es Stellen gibt wo sie Dich nicht störren, würde ich sie stehenlassen. Somit hast Du vieleicht ein paar schöne Schmetterlinge mehr im Garten. Und die Schmetterlinge legen die Eier nicht auf den z.B. Kohl.

Doch noch was - den Löwenzahn haben wir in unserem Garten immer schön ausgestochen. Somit haben wir den Löwenzahn im Griff und das ohne Chemie. Auch bei dem anderen Unkraut (oder eher gesagt störrende Pflanzen) sind wir so verfahren. Immer schön regelmäßig gezupft.

Aus jungen Brennesseln und Löwenzahn kann mann auch Salat machen. Oder man kann Löwenzahn auchso ähnlich wie Spinat zu. Von getrockneten Brennesselblätter kann man auch Tee machen. Alles wenn man es möchte.

Gruß Markus