Unpolitisch oder Antipolitisch?

Hallo Jana,

kurze Antwort noch:

Nur deshalb gehe ich da jetzt mal drauf ein. Also nicht
sympathisierend pro Schill verstehen, ja?

Keine Bange :wink:

[zum Begriff „autonom“]…
[zum Begriff „subversiv“]…

Was meinen die überhaupt, bleiben die mit Absicht so schwammig?

Dieses Programm wurde praktisch aus dem Boden gestampft, es
entstand innerhalb kürzester Zeit, weil niemand - nicht einmal
Schill - mit den Erfolgen seiner Partei gerechnet hatte. Der
Willen zur Gründung dieser Partei entstand ja eher aus einer
Kette von Trotzreaktionen seinerseits. Eine Partei muss
aber ein Programm vorlegen, um überhaupt antreten zu können.

Ich bin anderer Ansicht. Die „Schwammigkeit“ in den verwendeten Begriffen soll m.E. eben gerade latente Rechtsaußen-Meinungen bedienen. Ohne es offen zu sagen, wird meiner Meinung nach Stimmung gegen Randgruppen gemacht.

"Der Schutz der Gemeinschaft sowie der von Opfern muss
Vorrang vor dem Gedanken der Resozialisierung erhalten."

Meines Erachtens polemischer Unfug. Durch Resozialisierung
wird die Gemeinschaft am effektivsten geschützt. Wenn schon,
dann muss beides gleich wichtig sein. Hier wird Stimmung
gemacht.

Stimmung pro/kontra wem?

Gegen alles, was irgendwie nicht „normal-bürgerlich“ ist.

Diese Diskussion steht seit langer Zeit im öffentlichen Leben.
Es gibt viele Bürger, die es nicht in Ordnung finden, dass
Täter durch den Staat ge- und unterstützt werden, wohingegen
Opfer momentan durch Schutzverbände (also private Initiativen)
lediglich vertreten werden.

Letzteres ist sicher ein Problem, welches einer Lösung bedarf. Dies aber zu Lasten der Resozialisierung anzustreben, ist erstens Unfug und zweitens verantwortungslos und drittens billige Polemik.
Weil (wie gesagt) eine Resozialisierung (die natürlich effektiv sein muss), die beste Verbrechensbekämpfung und damit der beste Schutz von (zukünftigen) Opfern darstellt.

"Der Staat darf daher seine Bürger nicht länger weitgehend
dem Verbrechen schutzlos ausliefern."

rechte Stimmungsmache

Nein. Unter dem obigen Gesichtspunkt so nicht zu verstehen.

Der Bürger ist dem Verbrechen „weitgehend schutzlos ausgeliefert“?
Soll das eine objektive, sachliche Aussage sein?
Ich bleibe dabei: Das ist üble Stimmungsmache.

Gruß zurück,
Salzmann

Leeren Zettel abgeben. Das gibt es auch in Belgien.

Na toll. Da haben wir dann zwar eine Wahlbeteiligung von
hundert Prozent, allerdings sind die Hälfte der abgegebenen
Stimmen dann trotzdem ungültig. Ziel verfehlt, oder?

Leerer Zettel ist nicht ungültig sondern eine Enthaltung, das ist schon ein Unterschied.

Und es ist für mich auch ein Unterschied, ob jemand einfach nicht zum Wahllokal geht (kann auch Faulheit sein) oder einen leeren Zettel abgibt. Ein leerer Zettel ist eine bewußte und eindeutige Willenserklärung. Nicht zum Wahllokal ist dies hingegen nicht.

hallo Jana,

nein, keine „Wahlgeherpolizei“.
Andere demokratische Staaten regeln das anders.

Ich weiß nur von Belgien. Welche gibt es noch?

So viel ich weiß hatte es Italien auch. Ob immer noch entzieht sich meiner Kenntnis

Wer nicht zur
Wahl geht (wird ja im WEahllokal eingetragen) und keine
triftige Erklärung dafür hat (Krankheit…), bekommt ein
Bussgeld aufgebrummt.

Das finde ich persönlich aber nicht gut.

Was spricht dagegen?

Ich fühle mich dadurch in meinen Persönlichkeitsrechten
beschränkt.

Finde ich nicht. Du genießt die Vorteile der Staatbürgerschaft in D. Kann man da nicht auch von Dir gewisse Pflichten verlangen?
ein mensch hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Nicht nur zuw Wahl gehen. Aber das hat jetzt mit diesem Thema nichts zu tun.

Hier im WWW wird laut über die einzelnen Parteien und
Politiker hergezogen. Was sie falsch machen, ob sie Chancen
haben… Ist ja auch richtig so!

Finde ich auch.

Doch spreche ich den Nichtwählern die Motzerlaubnis ab. Wer
motzen will, soll gefälligst wählen gehen.

Ich gehe wählen. Und Du?

Na, also, so eine Frage!!!:smile: Ich glaube, ich habe seit ich wählen darf nur eine Wahl ausgelassen. Und da war ich verhindert. Wo ich nicht wähle, das ist z.B. die Wahl zum Kirchenrat und ähnlichen Blödsinn. Da ist mir die Zeit zu kostbar.

Ich könnte mir vorstellen (bin aber kein Rechtsanwalt) dass
dies mit dem GG vereinbar ist.

Im Moment noch nicht. Dazu müsste das kleine Wörtchen „frei“
im Artikel 38 irgendwie näher erläutert werden bzw. ein neuer
Absatz hineinkommen, der das relativiert. Möglich wäre es
sicher. Aber im Moment gibt es in Deutschland nur ein
Wahl recht. Was doch eigentlich auch reichen sollte.

Ich stelle mir vor, ich muss zu einer Wahl gehen und
finde auf den Zetteln nicht eine Partei, von der ich mich
vertreten fühle… Ganz davon abgesehen, dass es mich
beunruhigen würde, dass meine persönlichen Daten durch noch
mehr Hände gingen, um mir letztendlich ein Bußgeld
aufzuerlegen. Wie weit ist es da noch zur Kontrolle darüber,
WAS ich gewählt habe?

Nein, das kann nicht kontrolliert werden. Was kontrolliert werden kann ist, ob Du wählen warst, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit. Das wars auch schon. Selbst das könnte man unterbinden, wenn nur eingtragen wird, dass Du Deiner Staatsbürgerpflicht nachgekommen bist.
Wenn keine Partei dabei ist, die Du wählen kannst, dann gibt es die Möglichkeit eine JUP zu gründen (Jana-Unterstützungs_Partei).:smile:
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Ich weiß nur von Belgien. Welche gibt es noch?

So viel ich weiß hatte es Italien auch. Ob immer noch entzieht
sich meiner Kenntnis

Ist mir neu. In Italien hat sich lediglich das Wahlrecht für im Ausland lebende Staatsbürger dahingehend geändert, dass diese wieder wählen dürfen. Bedingung ist aber, soviel ich weiß, dass die Wahl im Heimatort vorgenommen wird. Dafür gibt es finanzielle Unterstützung.

Also ich weiß nur einen Stand von 1995: Da waren es neben Belgien noch Griechenland und Luxemburg.

Ich fühle mich dadurch in meinen Persönlichkeitsrechten
beschränkt.

Finde ich nicht.

Woher willst Du denn wissen, was ich fühle??

Du genießt die Vorteile der Staatbürgerschaft
in D. Kann man da nicht auch von Dir gewisse Pflichten
verlangen?

Ich erfülle meine staatsbürgerlichen Pflichten mehr als genug. Glaube mir einfach, ich kann (und will) darauf hier an dieser Stelle nicht näher eingehen.

ein mensch hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Nicht
nur zuw Wahl gehen. Aber das hat jetzt mit diesem Thema nichts
zu tun.

Doch: In Deutschland hat man sich dazu entschlossen, die Wahl nicht zu einer Pflicht zu machen. Das finde ich gut. Nach meinem Dafürhalten sollte es so bleiben.

Ich gehe wählen. Und Du?

Na, also, so eine Frage!!!:smile: Ich glaube, ich habe seit ich
wählen darf nur eine Wahl ausgelassen. Und da war ich
verhindert.

War doch nur eine Frage…

Wo ich nicht wähle, das ist z.B. die Wahl zum
Kirchenrat und ähnlichen Blödsinn.

In der Kirche bist Du aber? Lässt sich das mit Deinem Verständnis von Rechten und Pflichten denn dann vereinbaren?

Ganz davon abgesehen, dass es mich
beunruhigen würde, dass meine persönlichen Daten durch noch
mehr Hände gingen, um mir letztendlich ein Bußgeld
aufzuerlegen. Wie weit ist es da noch zur Kontrolle darüber,
WAS ich gewählt habe?

Nein, das kann nicht kontrolliert werden.

Aha… Da würde ich ganz pauschal und einfach so mal gegenhalten. Wo ein Wille ist…

Wenn keine Partei dabei ist, die Du wählen kannst, dann gibt
es die Möglichkeit eine JUP zu gründen
(Jana-Unterstützungs_Partei).:smile:

*gg*

Naja, ich gehe ja fleißig wählen. Und ich habe auch so meine Favoriten. Aber ich habe absolutes Verständnis dafür, wenn sich jemand entweder nicht für Politik interessiert (was ich für einen Fehler halte) oder aber aus anderen Gründen heraus an Wahlen nicht teilnehmen will. Wir kommen ja auch nicht alle mit dem Schnuller „Deutschland“ im Mund auf die Welt und können ganz andere Lebensansichten und/oder -ideale haben.

Viele Grüße
Jana

Hi Ralf,

jetzt kommen wir zwar vom Hundertsten ins Tausendste, aber:

Leerer Zettel ist nicht ungültig sondern eine Enthaltung, das
ist schon ein Unterschied.

Wenn es diese Auslegung gäbe… Im Moment (in Deutschland) ist das eine ungültige Stimme. Aber da könnte man ja dann auch ein Kästchen machen für „Stimmenthaltung“…

Ein leerer Zettel ist eine bewußte und
eindeutige Willenserklärung. Nicht zum Wahllokal ist dies
hingegen nicht.

Doch, unter Umständen signalisiert es dasselbe: Desinteresse, Protest, Politikmüdigkeit!

Naja, so lange es notwendig ist, dass eine gewisse Prozentzahl an abgegebenen Stimmen Voraussetzung für eine gültige Wahl ist, ist für mich eine demokratische Wahl gewährleistet. Kostet doch nur wieder einen Haufen Steuergelder, noch mehr Kontrollmechanismen einzusetzen.

Jana

Hallo Raimund,

Ich weiß nur von Belgien. Welche gibt es noch?

So viel ich weiß hatte es Italien auch. Ob immer noch entzieht
sich meiner Kenntnis

Ist mir neu. In Italien hat sich lediglich das Wahlrecht für
im Ausland lebende Staatsbürger dahingehend geändert, dass
diese wieder wählen dürfen. Bedingung ist aber, soviel ich
weiß, dass die Wahl im Heimatort vorgenommen wird. Dafür gibt
es finanzielle Unterstützung.

Ich kann mich nur an etwas erinnern, als ein Bekannter von mir, ein Italiener, sagte, er muss zur Wahl nach Italien. Er würde sonst bestraft, wenn er nicht wählt. Das war vor ca. 20 Jahren.

Also ich weiß nur einen Stand von 1995: Da waren es neben
Belgien noch Griechenland und Luxemburg.

Ich fühle mich dadurch in meinen Persönlichkeitsrechten
beschränkt.

Finde ich nicht.

Woher willst Du denn wissen, was ich fühle??

Ich hatte im Rechtsboard gerade eine Diskussion mit Tessa. Da stellte sich heraus, dass wir aneinander vorbei reden. Vielleicht ist das bei uns zwei genauso: ich meinte also nicht dir Pflicht, eine Partei zu Wählen. Das würde tatsächlich an der freien und geheimen Wahl scheitern. Denn wenn das kontrolliert wird, ist es logo keine geheime mehr. Was ich meinte, ist die Pflicht, zum Wahllokal zu gehen. Was der einzelne dann auf die Wahlzettel sschreibt oder ob er überhaupt was schreibt (also leer abgibt), das ist nicht mehr beeinflussbar. Doch würden von den 90%, die zum Wahllokal gehen (müssen) bestimmt die allermeisten ihr Kreuzchen machen. Denn sewhr viele gehen schon deswegen nicht zur Wahl, weil sie zu faul sind, weil sie Sa/So rausfahren wollen, weil… Klar, auch viele Protestnichtwähler (bei dem Sauhaufen in Berlin). Doch so mancher Protestnichtwähler würde dann trotzdem sein Kreuzchen machen. Vielleicht aus Protest bei einer der Splitterparteien. Wäre doch auch demokratisch. Und vielleicht würde so manche kleine Partei zeigen können, dass sie evtl. gutes leisten kann. Natürlich kann auch das passieren, was damals in Israel passierte (stand so in den Zeitungen): aus protest den großen parteien gegenüber wählten die Leute Begin. Mit dem Hintergedanken: so viel Stimmen kriegt der nicht. Keine Gefahr! Und auf meine einzelne Stimme kommt es bestimmt nicht an. Schwupp, war er gewählt.

In der Kirche bist Du aber? Lässt sich das mit Deinem
Verständnis von Rechten und Pflichten denn dann vereinbaren?

Zwangsweise. mein Sohn geht (noch) in ein kirchliches Gymnasium. Wenn ich austrete, muss er von dieser sehr guten Schule runter.

Aha… Da würde ich ganz pauschal und einfach so mal
gegenhalten. Wo ein Wille ist…

Ach nein, das dürfte unmöglich sein. Du gehst ins Wahllokal, es wird Dein name abgehakt (ist ja zur Zeit genauso), und fertig ist die Kontrolle. alles weitere muss geheim bleiben. Die Wahlzettel neutral, der Umschlag neutral, usw.

Wenn keine Partei dabei ist, die Du wählen kannst, dann gibt
es die Möglichkeit eine JUP zu gründen
(Jana-Unterstützungs_Partei).:smile:

*gg*

Naja, ich gehe ja fleißig wählen. Und ich habe auch so meine
Favoriten. Aber ich habe absolutes Verständnis dafür, wenn
sich jemand entweder nicht für Politik interessiert (was ich
für einen Fehler halte)

endlich mal´ne Frau, die sich für Politik interessiert. War damals, als ich in einer Partei aktiv war unser Problem: „ach, nein, … das ist nichts für mich. Das macht mein Mann, da versteh ich nichts davon…!“ Es war zum verzweifeln. Wenn sie wenigstens zur bösen Konkurrenz gegangen wären. Aber nein, alles so lassen, wie´s ist. Und dort das Kreuzchen hinmachen, wo´s der Alte befielt. Grrrr!

oder aber aus anderen Gründen heraus
an Wahlen nicht teilnehmen will. Wir kommen ja auch nicht alle
mit dem Schnuller „Deutschland“ im Mund auf die Welt und
können ganz andere Lebensansichten und/oder -ideale haben.

Grüße
Rsimund

Hallo Jana,

Im Moment noch nicht. Dazu müsste das kleine Wörtchen „frei“
im Artikel 38 irgendwie näher erläutert werden bzw. ein neuer
Absatz hineinkommen, der das relativiert. Möglich wäre es
sicher. Aber im Moment gibt es in Deutschland nur ein
Wahl recht. Was doch eigentlich auch reichen sollte.

Ich stelle mir vor, ich muss zu einer Wahl gehen und
finde auf den Zetteln nicht eine Partei, von der ich mich
vertreten fühle… Ganz davon abgesehen, dass es mich
beunruhigen würde, dass meine persönlichen Daten durch noch
mehr Hände gingen, um mir letztendlich ein Bußgeld
aufzuerlegen. Wie weit ist es da noch zur Kontrolle darüber,
WAS ich gewählt habe?

Ich denke du interpetierst das mit dem frei falsch. Das bezieht sich nämlich nur auf die Entscheidung wen du wählst und nicht darauf ob du zur Wahl gehst.
Und daher wäre es sehr wohl mit dem GG vereinbar.

Wo du recht hast, ist das wir ein Wahlrecht haben. Aber Raimund will diese ja durch die Pflicht ersetzen.

Es ist doch bisher schon so, daß registriert ist, ob du gewählt hast oder nicht.
Alles andere halte ich für Paranoia! wieso soll den registriert werden was du wählst. es reicht doch dass du wählst.

Und ich finde auch, daß die Pflicht dafür bestehen sollte, dafür zu stimmen, wer hier die Gesetze erlässt. Ich finde es zum Kotzen, wenn hier Leute (ich meine nicht dich) über Politiker herziehen, die nicht mal gewählt haben.

Gruß Ivo

Wer auch immer dieses Gesetz verabschiedet,
begeht politischen Selbstmord.

So nach dem Motto: „Wer mich am Sonntag
vom Sofa aufscheucht, den wähl ich ab.“

Außerdem würde dadurch das Gefühl der „sinnlosen“
Reglementierung nur noch zunehmen.

Gruss, Marco

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Ivo,

Ich denke du interpetierst das mit dem frei falsch. Das
bezieht sich nämlich nur auf die Entscheidung wen du wählst
und nicht darauf ob du zur Wahl gehst.
Und daher wäre es sehr wohl mit dem GG vereinbar.

Ja, kann schon sein. Ich habe mir den Artikel von vorne und hinten durchgelesen, und eigentlich ist es nicht so wirklich eindeutig. Außer, dass im Absatz 2 noch ausgearbeitet wird, wer wahl berechtigt ist. Naja, eine Interpretation halt :wink:

Wo du recht hast, ist das wir ein Wahlrecht haben. Aber
Raimund will diese ja durch die Pflicht ersetzen.

Es ist doch bisher schon so, daß registriert ist, ob du
gewählt hast oder nicht.
Alles andere halte ich für Paranoia! wieso soll den
registriert werden was du wählst. es reicht doch dass
du wählst.

Und ich finde auch, daß die Pflicht dafür bestehen sollte,
dafür zu stimmen, wer hier die Gesetze erlässt. Ich finde es
zum Kotzen, wenn hier Leute (ich meine nicht dich) über
Politiker herziehen, die nicht mal gewählt haben.

Naja, es gibt halt - wie so oft - viele Für und Wider. Nur den Sinn kann ich nicht so richtig erkennen. Mit staatlich auferlegten Zwängen habe ich da immer so meine Bedenken. Und was mehr sollte denn bei der Aktion herauskommen, als eine höhere Wahlbeteiligung, die prozentual an der Stimmenverteilung nichts zwangsläufig ändern täte? Letztendlich ist es ein Mehraufwand an Kosten für Verwaltung und ähnliches…

Die Couch-Politiker, von den Du sprichst, sind mir auch ein Dorn im Auge. Aber zu mehr politischem Verständnis, überhaupt der Bereitschaft, sich mit der eigenen Umgebung ernsthaft auseinanderzusetzen, gibt es ganz andere Möglichkeiten und Wege. Ich denke da auch an Erziehung und Aufgabe der Aufklärung in Schulen.

Viele Grüße
Jana

Hallo Raimund,

Ist mir neu. In Italien hat sich lediglich das Wahlrecht für
im Ausland lebende Staatsbürger dahingehend geändert, dass
diese wieder wählen dürfen. Bedingung ist aber, soviel ich
weiß, dass die Wahl im Heimatort vorgenommen wird. Dafür gibt
es finanzielle Unterstützung.

Ich kann mich nur an etwas erinnern, als ein Bekannter von
mir, ein Italiener, sagte, er muss zur Wahl nach Italien. Er
würde sonst bestraft, wenn er nicht wählt. Das war vor ca. 20
Jahren.

Da war meine Kollegin noch ein Teenager, sie ist nämlich auch Italienerin und kann sich an eine Pflicht nicht erinnern. Aber ich denke, das ist jetzt auch nicht weiter relevant für unsere doch sehr theoretischen Überlegungen.

Ich hatte im Rechtsboard gerade eine Diskussion mit Tessa.

Hab ich verfolgt…

Da
stellte sich heraus, dass wir aneinander vorbei reden.
Vielleicht ist das bei uns zwei genauso: ich meinte also nicht
dir Pflicht, eine Partei zu Wählen.

Nee-nee, ich hab Dich schon richtig verstanden: Es geht nur darum, dass die Leute sich zum Wahllokal begeben, wenn der Zeitpunkt denn gekommen ist. Alles andere soll bleiben wie gehabt.

Doch würden von den 90%, die zum Wahllokal
gehen (müssen) bestimmt die allermeisten ihr Kreuzchen machen.

Ja, das könnte ich mir auch durchaus vorstellen, dass dem so sein würde.

Denn sewhr viele gehen schon deswegen nicht zur Wahl, weil
sie zu faul sind, weil sie Sa/So rausfahren wollen, weil…
Klar, auch viele Protestnichtwähler (bei dem Sauhaufen in
Berlin). Doch so mancher Protestnichtwähler würde dann
trotzdem sein Kreuzchen machen. Vielleicht aus Protest bei
einer der Splitterparteien. Wäre doch auch demokratisch.

Ja klar wäre das auch noch im Rahmen einer Demokratie denkbar. Aber ich sehe nicht, was es unterm Strich tatsächlich bringen würde. Außer eben, dass beinahe alle Leute ihre Stimme mehr oder weniger abgeben. Weder bewirkt es was an den Sitzverteilungen noch schlägt es sich in einer anderen Politik nieder. Da erkenne ich nur den Wunsch der frustrierten Wähler an die vermeintlich faulen (somit blockierenden) Nichtwähler, sich gefälligst auch zu engagieren. Ernsthaftes Interesse, eine Auseinandersetzung mit der Politik aber, das bewirkst Du damit nicht. Es wird ein Zwang sein, der mit vielen Kosten verbunden ist, die in meinen Augen unnötig sind und momentan auch ungerechtfertigt.

Natürlich kann auch das
passieren, was damals in Israel passierte (stand so in den
Zeitungen): aus protest den großen parteien gegenüber wählten
die Leute Begin.

Wusstest Du, das Sharon von der Mehrzahl der wahlberechtigten Palästinenser gewählt worden ist? Nur mal so nebenbei…

In der Kirche bist Du aber? Lässt sich das mit Deinem
Verständnis von Rechten und Pflichten denn dann vereinbaren?

Zwangsweise. mein Sohn geht (noch) in ein kirchliches
Gymnasium. Wenn ich austrete, muss er von dieser sehr guten
Schule runter.

Siehst Du, jeder hat so seine Gründe, etwas zu tun oder zu lassen.

Aha… Da würde ich ganz pauschal und einfach so mal
gegenhalten. Wo ein Wille ist…

Ach nein, das dürfte unmöglich sein.

Ich hab schon Pferde vor die Apotheke ko…en sehen (sorry)! Aber gut, keine Unterstellungen :wink:

endlich mal´ne Frau, die sich für Politik interessiert. War
damals, als ich in einer Partei aktiv war unser Problem: „ach,
nein, … das ist nichts für mich. Das macht mein Mann, da
versteh ich nichts davon…!“ Es war zum verzweifeln.

Tja, das sind die wilden Ossie-Weiber *gg*. Die lassen sich von irgendeinem Mann doch nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Da fällt mir ein: Ich weiß noch nicht einmal, was mein Mann wählt…

Viele Grüße
Jana

Hallo winkel,

nun will ich auch mal.

was ist ein Recht, wenn man es nicht nutzt?

Jedes Recht, das man hat beinhaltet auch Pflichten. Wenn du
das Wahlrecht nicht nutzen willst, kann man es dir ja auch
aberkennen!

Und wenn ich nie umziehe, ist es aus mit der Freizügigkeit ?

Ein Recht ist doch nicht wertlos, nur weil man es nicht nutzt.

rein theoretisch und rechtsphilosophisch mal beäugt.

Gruß

Heike

Und es ist für mich auch ein Unterschied, ob jemand einfach
nicht zum Wahllokal geht (kann auch Faulheit sein) oder einen
leeren Zettel abgibt. Ein leerer Zettel ist eine bewußte und
eindeutige Willenserklärung. Nicht zum Wahllokal ist dies
hingegen nicht.

Könnte man denn nicht einen nicht abgegebenen Wahlzettel
ebenfalls als Aussage über die Prioritäten eines
Menschen annehmen?

Überspitzt ausgedrückt: Braucht man stets ein
Formular um seinen Willen zu erklären?
Oder erkennt man den Menschen an seinen Taten
vielleicht doch besser?

Gruss, Marco

Erkennen tue ich eigentlich gar nichts, denn es gibt ja verschiedene Gründe fürs Nichtwählen:
a) „Die Politiker sind alles Verbrecher. Da ist es wurscht, wen ich wähle. Ändert ja eh nichts.“
b) „Es läuft im Grunde doch ganz gut in Deutschland (von kleinen Problemchen abgesehen). Ich jedenfalls bin zufrieden. Und es ist mir egal, wer (von den wirklich in Frage kommenden Personen und Parteien) regiert.“
c) „Meine Stimme ist eh nur eine von 60 Millionen. Ist also praktisch nicht relevant. Ob ich wähle oder nicht, spielt eh keine Rolle. Warum also wählen gehen?“
d) „Die Politiker haben eh nichts zu sagen. Bestimmen tun eh die Banken und Wirtschaftsbosse. Warum soll ich also jemanden wählen, der eh nichts zu sagen?“

Es gibt sicherlich noch andere Gründe. Woher weiß ich, wenn viele nicht wählen, welche Ansicht die Mehrheit der Nichtwähler vertritt. Das würde sich natürlich auch nicht mit einer Abgabe eines weissen Papiers groß ändern. Klar.