Unser Apfelbaum sieht schlimm aus

Hallo!
Der Baum ist schon ziemlich alt (schätze mind. 30 Jahre, Sorte unbekannt)
Hier ein paar Fotos vom Trauerspiel:
http://lh3.ggpht.com/_ipXGdQAZfgQ/S_5ejNFoWOI/AAAAAA…
http://lh3.ggpht.com/_ipXGdQAZfgQ/S_5cwVxjSaI/AAAAAA…
http://lh3.ggpht.com/_ipXGdQAZfgQ/S_5cy3uBKII/AAAAAA…
http://lh6.ggpht.com/_ipXGdQAZfgQ/S_5c0wW8viI/AAAAAA…

Was hat er wohl?
Monilia - das Wetter hätte ja gepasst, dieses und letztes Jahr sehr feucht zur Blütezeit. Vorletztes Jahr übrigens eine Superernte. Letztes Jahr nur vereinzelte Äpfel, die alle quasi noch am Baum faulten oder schon vorher abfielen.
Der Baum hat hier und da Wolläuse.
Und verkrebste Stellen - alle können wir nicht entfernen, sonst müssten wir den Baum fällen.
Er wurde einige Jahre vom Vorbesitzer nicht mehr geschnitten, seit 3 Jahren rigoros und regelmäßig von uns.

Es geht uns nicht um die Ernte, die Äpfel sind nicht lagerfähig und schmecken auch nicht besonders, wir machen Saft draus und den einen oder anderen Kuchen. Aber der Baum steht dort, wo er steht einfach ziemlich gut und wir wären traurig, wenn wir ihn verlieren würden.

Spritzen möchte ich ihn eigentlich nicht. Kann man dem Baum sonst etwas gutes tun? Oder sollten wir uns schonmal nach einem Nachfolger umsehen?

Grüße
kernig

Hallo Kernig,

da hilft wohl nur die verfaulten Stellen bis ins gesunde Holz abzuschneiden. und wenn es sehr viele Stellen sind, dann spritzen.

… und ansonsten ist er eben alt was die Ernte anbelangt aber eine nette Stütze für Rosen wenn Du sie magst so für die nächsten 10-15 Jahre.

Gruß,
Alexandra

Servus,

das sieht nach Feuerbrand aus: Die gefährlichste Infektion bei Obstbäumen. Streptomycin gegen Feuerbrand ist EU-weit nicht mehr zugelassen, es gibt in Österreich ein Hefepräparat „Blossom protect“, über dessen deutsche Zulassung ich nichts weiß.

Feuerbrand ist grundsätzlich meldepflichtig; in Befallsgebieten (inzwischen gibt es kaum mehr Gebiete ohne Feuerbrand) wird teilweise auf die Anzeige verpflichtet, näheres weiß man beim Landratsamt.

Im übrigen schnell alle befallenen Triebe bis tief in den nicht befallenen Bereich entfernen, auf strikte Sauberkeit bei allen benutzten Sägen, Scheren und Messern achten (ggf. mit Spülmittel oder Alkohol reinigen). Schnitt von befallenen Bäumen nicht zum Kompost geben.

Schöne Grüße

MM

Die Rambler-Rose ist schon dran
Hi!

Seit letztem Jahr wuchert dort eine gar garstige Rambler-Rose mit ziemlich bösen Stacheln, die uns das Baumschneiden vergällt.

Die aber wunderschön weiß und anhaltend blüht.

Grüße
kernig

Ohweh Ohje
Hallo!

Das hatte ich ja irgendwie befürchtet, auch wenn ich dachte, Feuerbrand ist recht selten. Das war wohl vor einigen Jahren, als ich noch studiert habe.

Morgen werde ich den Baum mal schneiden, das Schnittgut in Säcke stecken und mal in der Gemeinde anrufen, ob ich das hier verbrennen darf.

Wir wollten ja eine Amelanchier im Vorgarten pflanzen - ist das dann eine gute Idee?

Direkt daneben steht noch ein Apfelbaum (andere Sorte), da sind nur ganz wenige Triebe befallen.

Schade, na vielleicht packts der Baum ja noch, ältere können das wohl auch überleben, hab ich gelesen.

Grüße
kernig

Schau mal hier:

http://www.feuerbrand.de/feuerbrand.html

wenn DU den Begriff bei Tante Google eingibst bekommst Du noch mehr Bilder zum vergleichen was es genau ist.

Gruß,
Alexandra

Servus,

das fünfte Bild von oben im Abschnitt Symptome ist ziemlich typisch für Feuerbrand an Apfel. Wobei der markante ungleichmäßige Befall nur einzelner Triebe in diesem Bild besonders herausgestellt ist. Die Verteilung der befallenen Triebe über die ganze Krone kommt durchaus vor.

  • Grade festgestellt: Das österreichische Mittel Blossom Protect, ein Präparat aus Hefestämmen, die von Apfelblüten isoliert worden sind, hat (wegen der Dringlichkeit als neben dem nicht mehr zugelassenen Streptomycin einziges bekanntes Mittel, das bei Feuerbrand Wirkung zeigt) eine befristete Zulassung auch für Deutschland. Es kann aber nur prophylaktisch während der Hauptinfektionszeit, während der Blüte, wirksam eingesetzt werden.

Schöne Grüße

MM

Servus,

Das war wohl vor einigen Jahren, als ich noch studiert habe.

Ja, er ist noch schneller als die spanische Wegschnecke - und gefährlicher. Daher auch die Lockerung der Meldepflicht: Es gibt gar nicht mehr so viele feuerbrandfreien Gebiete.

Wir wollten ja eine Amelanchier im Vorgarten pflanzen - ist
das dann eine gute Idee?

Das Spektrum von Wirtspflanzen ist so breit, dass die Felsenbirne den Infektionsdruck wohl nicht wesentlich erhöht - wenn die Äpfel blühen, fliegen Bienen als Vektoren über so große Radien, dass Erwinia von „überall“ kommen kann.

Ich habe bei uns in der Gartenkolonie (wo aus Unkenntnis ziemlich viele Feuerbrand-Träger unausgeschnitten stehen bleiben wie sie sind) bisher keine Struktur der Ausbreitung von Feuerbrand erkennen können: Es gibt Bäume, die es erwischt, und andere, die kaum oder gar nicht infiziert werden. Ältere Hochstämme scheinen etwas mehr befallen zu sein, aber das kann auch damit zu tun haben, dass es bei denen halt schon richtig Arbeit ist, die befallenen Triebe bei ersten Symptomen alle zu entfernen.

Die Amelanchier ist halt nach einigen Jahren, falls es eine hoch wachsende Art ist, nicht so leicht zu überwachen. Mir persönlich wäre das glaube ich den Aufwand wert, viele Felsenbirnen sind allein schon zur Blüte und zur Laubfärbung ein ästhetischer Wert für sich.

Schöne Grüße

MM