Unseriöse Finanzvermittler

Nochmal hier, habe dieses Posting auch unter Existenzgründer (Sorry für Doppelposting)

Ich arbeite momentan an einem größeren Firmenprojekt. Da ich ohne EK bin und es eine größere Summe war, wandte ich mich an eine Agentur.
Die versprach Kredit, EU-Fördermittel etc, aber ich müsse erst mal ne 'Ltd. kaufen; kosten „nur“ alles in allem 3000 EUR. Natürlich CASH. Und das in Holland.
Im NL-Telefonbuch fand ich die Firma nicht, Nummerntracking brachte nix, das Fax war nur von 9.30-14.00 Uhr erreichbar.

Kurz, Zweifel an der Seriösität waren da; auf meine Bitte, die Unterlagen für eine anwaltliche Prüfung zu senden, wurde der Herr ruppig, nannte mein auf einmal Projekt unseriös und wollte nichts mehr mit mir zu tun haben.
Also das „Übliche“, wenn sich solche Leute ertappt fühlen.

Jetzt die Frage: Gibt es im Netz eine Liste mit solchen „Vermittlern“, wo man reinschauen und sich vorher informieren kann (Blacklist)? Habe leider nichts gefunden.

Gruß Holger

Jetzt die Frage: Gibt es im Netz eine Liste mit solchen
„Vermittlern“, wo man reinschauen und sich vorher informieren
kann (Blacklist)? Habe leider nichts gefunden.

Ob es ganz das ist, was Du suchst, weiß ich nicht, aber einen Link findest Du in der FAQ:709

Gruß
Christian

Ob es ganz das ist, was Du suchst, weiß ich nicht, aber einen
Link findest Du in der FAQ:709

Gruß
Christian

Jau! Mehr davon!

Leider kann ich dem Typen seine Absicht nicht beweisen :frowning:
Sonst hätte ich Dir die Daten gegeben.
Wenn Du wüßtest, was mir alles angeboten wurde (Chiffre-Anzeige in der FAZ), da würdest Du staunen.

Einziger Wermutstropfen: trotz guter Idee und Potential muß ich nun weitersuchen… aber ich hoffe noch.

Äh, wer wollte Geld zu 5% anlegen? *grins*

Gruß Holger

Hallo
weitere Infos gibt es auch unter:

http://www.boerse-online.de/graumarkt/index.html

Gruß Andreas

Leider geht das vielen Existenzgründern und bestehenden Unternehmen so. Die Banken haben teilweise keine Lust mehr Kredite zu vergeben oder verdienen einfach zuwenig damit.

Wir haben für unsere Region extra ein Intrument entwickelt um dieses Problem anzugehen. Die Stadt Göttingen hat das schon länger. Da läuft es sehr gut.

Leider nutzen eben viele Leute die Situation aus. Aber EXC hat mal wieder den richtigen Tipp gehabt.

Gruß
Christian

Wir haben für unsere Region extra ein Intrument entwickelt um
dieses Problem anzugehen. Die Stadt Göttingen hat das schon
länger. Da läuft es sehr gut.

Gruß
Christian

Naja, habe auch schon bei unseren Beteiligungsgesellschaften nachgefragt. Aber da geht nur was mit entsprechendem EK (mindestens 50%).

Schade, es sind immerhin 30 Arbeitsplätze geplant. Aber das interessiert wohl nicht.
Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr …

Gruss Holger

Naja, habe auch schon bei unseren Beteiligungsgesellschaften
nachgefragt. Aber da geht nur was mit entsprechendem EK
(mindestens 50%).

Schade, es sind immerhin 30 Arbeitsplätze geplant. Aber das
interessiert wohl nicht.
Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr …

Hallo Holger,

Beteiligungsgesellschaften wollen i. d. R. nur eine Minderheitsbeteiligung kaufen. Für Deine >50% brauchst Du also eigenes Geld, aber keineswegs die vollen 51%. Deine Geschäftsidee und/oder Technologie muß eben ordentlich bewertet werden.

Die Sache mit den vielen Arbeitsplätzen solltest Du Dir noch einmal überlegen. Das hört sich nach Festtagsreden von Politikern an, also von Leuten, die noch nie schlaflose Nächte hatten, weil sie nicht wußten, woher Löhne und Gehälter am nächsten Ultimo kommen sollen. Auch Dein Job ist nicht zuerst die Schaffung von Arbeitsplätzen. Laß Dir um Himmels Willen nicht solchen Unsinn einreden. Was Du Dir einhandelst, ist ein Tritt in den Hintern; von den eigenen Leuten, von den Bankern, Sozialkassen und vom FA, sobald Du in Probleme kommst.

Daß jemand für eine Neugründung unbedingt 30 Beschäftigte braucht, ist ein sehr seltener Fall. Mit solchen Perspektiven fällt bei jedem Finanzier die Klappe und ihm vergeht schlagartig die Lust. Auch ohne die leiseste Ahnung von Deinem Geschäft zu haben, bin ich ziemlich sicher, daß von 30 geplanten Leuten 25 Leute Dinge tun, die man auch von Lohnfertigern und Zulieferern erledigen lassen kann. Das hat den riesigen Vorteil, daß Kosten nur dann anfallen, wenn auch tatsächlich Aufträge vorhanden sind. Zudem kann man etliche Investitionen entweder ganz bleiben lassen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Der Aufbau eines 30-Mitarbeiter-Betriebes mit dem Wachsen von Vertrieb, sicherem Auftragsvolumen, Organisation und angemessenem Eigenkapital dauert i. d. R. ein halbes Leben.

Gruß
Wolfgang

Der Aufbau eines 30-Mitarbeiter-Betriebes mit dem Wachsen von
Vertrieb, sicherem Auftragsvolumen, Organisation und
angemessenem Eigenkapital dauert i. d. R. ein halbes Leben.

Gruß
Wolfgang

Präzisierung: 5 MA in der Startup-Phase, nach ca. 1 Jahr 20-30 Mitarbeiter; sind im Konzept schon berücksichtigt.
Dazu (!) kommen noch Aufträge an Zulieferfirmen, die ebenfalls Arbeitsplätze schaffen könnten.

Und: Ich mache das um Geld zu verdienen, und zwar nicht wenig. Bin ja kein heiliger Samariter. Aber das Produkt ist halt aufwendig. Und begehrt :wink:

Gruß Holger

Präzisierung: 5 MA in der Startup-Phase, nach ca. 1 Jahr 20-30
Mitarbeiter; sind im Konzept schon berücksichtigt.

Hallo Holger,

Du kannst den Denkanstoß annehmen oder es lassen: Deine o. g. Planung geht nicht auf oder besitzt die schon im vorigen Posting genannte Schwachstelle, daß für Allerweltsarbeiten Personal gebunden und Investitionen getätigt werden.

Wenn es 5 Leute in einem Betrieb gibt, kannst Du mit einer Neugründung nur leben, wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die sich nicht an jeder Ecke einkaufen lassen. Es geht also spezialisiert zu. Damit halte ich es für unmöglich, eine 5-Personen-Struktur binnen Jahresfrist auf 20 oder 30 Leute aufzustocken. Von organisatorischen Problemen abgesehen, scheitert die Sache bei der Einarbeitung so vieler neuer Leute. Jede neue Kraft bindet zunächst mehr Energie als sie neu einbringt. So ein Betrieb blockiert sich selbst, weil er sich nicht die Zeit für kontinuierliches Wachstum nimmt (Die unzutreffende Annahme, ein Unternehmen mit der gesamten organisatorischen Struktur aus dem Boden stampfen zu können, war einer der Irrtümer vieler Firmen am neuen Markt).

Mit 5 Leuten zu beginnen, ist i. d. R. schon eine Schuhnummer zu groß. Wenn man das aber übersteht, kann man nach einem Jahr vielleicht bei 7 Leuten sein und nach einem weiteren Jahr bei 10. Schon solches Wachstum muß man als explosionsartig bezeichnen, wobei die Frage bleibt, was die vielen Leute sollen. Viele Mitarbeiter sind kein Wert an sich. Bei der Beurteilung eines Unternehmens, zumal einer Neugründung, sehe ich die Anzahl der schnell eingestellten Nasen eher als Risikofaktor. Nach aller Erfahrung basieren solche Wachstumsträume auf organisatorischer Blauäugigkeit, betriebswirtschaftlicher Unkenntnis und Geltungsbedürfnis des Urhebers. Damit hast Du neben fehlendem Eigenkapital die wichtigsten Werkzeuge in der Hand, die man als Firmentotengräber braucht.

Dazu kommen noch Aufträge an Zulieferfirmen, die ebenfalls
Arbeitsplätze schaffen könnten.

Ein Zulieferer, der aufgrund der Aufträge eines Kunden, noch dazu einer Neugründung, neue Leute einstellt, ist nicht klar bei Verstand.

Mit einem seriösen Konzept ist es schon schwer genug, eine Finanzierung auf die Füße zu stellen. Dein Konzept ist aber eine Traum- und Schaumnummer. Dafür findest Du nur einen Geldgeber, der noch nie einen Betrieb geleitet hat, nicht die leiseste Ahnung von Betriebswirtschaft besitzt, viel Geld geerbt hat und ein bißchen doof ist.

Was sich vielleicht etwas bissig anhört, soll ein gut gemeinter Anstoß sein.

Gruß
Wolfgang

Jein…

Problem ist gelöst. Habe allerdings eine 50/50 Beteiligung eingehen müssen. Der Geldgeber ist übrigens aus der Zulieferindustrie. Februar 2003 wird der Prototyp vorgestellt (nein, KEIN Auto).

Was die Menge der Arbeitskräfte betrifft: die ist in dem Fall leider notwendig. Aber wenn man davon ausgeht, daß in der Preiskalkulation schon 30% Arbeitskräftekosten drin sind, war meine Schätzung realistisch.
Auf jeden Fall ist jetzt erstmal bis Ende 2003 Urlaubssperre.
Bis dahin soll die Produktion auf Hochtouren rollen.

Im Übrigen kann man nicht pauschalisieren, daß viele Arbeitskräfte einen Betrieb ruinieren.
Vorkalkulation des Betriebes pro Jahr: 5,3 Mio. Ausgaben stehen 8,7 Mio. Einnahmen (vor Steuern) gegenüber. Bei 20 Arbeitskräften. Die 2. Planung geht von 11,2 Mio. Umsatz aus, das Verhältnis zu den Ausgaben ist in etwa gleich.
Und dabei sind sogar 30.000 EUR Werbekosten p.m. drin.

Wie gesagt, es kommt auf das Produkt an :wink:

Siehe Uhren: Eine Breitling ist nicht unbedingt besser als eine Swatch. Nur teurer. Aber auch sie zeigt nur die Zeit an…