...unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen

Hallo liebe Experten,

in Stellenangeboten liest man immer wieder den oben aufgeführten Satz. Ich allerdings finde es unpassend, als Berufseinsteiger in einer Bewerbung ein Gehalt anzugeben. Setze ich es zu hoch an, landet meine Bewerbung gleich im Papierkorb, setze ich es zu tief an, muss ich doch damit rechnen, dass ich mich unter Wert verkaufe.

Oder? Was meint ihr? Was ist der diplomatischste Weg? Kann man das vielleicht umgehen, wenn man gar nichts dazu schreibt? Im Gespräch lässt sich das doch viel besser klären.

Was ist eure Meinung dazu? Wie löst ihr das Problem?

vG Johanna

Hi,

wenn es gefordert ist könnte das Weglassen gleich zu einem Ausschluss führen. Ferner lässt es für den Arbeitgeber auch Rückschlüsse zu, ob und wie der Arbeitnehmer die ausgeschriebene Stelle und sich selbst einschätzt.

Viele Grüße
MeToo

Hallo Johanna,

meine rein persönliche Erfahrung, ich habe diese Frage nie beantwortet und wurde doch zum Gespräch gebeten.

Im Vorstellungsgespräch habe ich diese Frage auch noch nie beantwortet, sondern eine Gegenfrage gestellt:…"…Herr/Frau XY Sie können mir doch sicher sagen, welche Dotierung Ihr Unternehmen für diese Position vorsieht…" so oder ähnlich.

Noch nie wurde dann gesagt…"… Frau, ich habe Sie aber zuerst gefragt…":wink:

Hintergrund: ich habe in meinem langen Berufsleben zuoft erlebt, dass sich Unternehmen die neue Mitarbeiter einstellten, nach einem Einstellungsgespräch die Hände rieben und sinngemäß sagten…"…nun da mussten wir ja nicht mal an unsere Grenzen gehen…"

Erfahrungsgemäß gibt es Bewerber/innen die sich in Ihren Forderungen in absolut abgehobenen Sphären bewegen - die werden dann auch nicht mehr ernst genommen. Die weitaus größere Zahl von Bewerbern/innen jedoch war unsicher und blieb in einer Vielzahl der von mir selbst miterlebten Fälle ca. 90% von 100% deutlich unter dem Level, das die Unternehmen anzubieten bereit gewesen wären.

Wichtig: wenn das Dir im Einstellungsgespräch angebotene Gehalt über Deinen Erwartungen liegt, freue Dich innerlich. Denn zeigst Du Deine Freude zu offen, gibst Du Deinem Gegenüber das Gefühl einen schlechten deal gemacht zu haben.

Werde aber auch nicht übermütig und kommentiere das mit Kommentaren wie …"…nun das ist nicht ganz was ich erwartet habe…", denn man sollte auch auf dem Teppich bleiben.

Andererseits ist eine kleine Nachfrage wie,…„ausserordentlich gute Leistung meinerseits vorausgesetzt, könnte aber auch dazu führen, dass ich mich gehaltsmäßig im Laufe der Zeit verbessern kann?..“, durchaus statthaft.

Wie eingangs gesagt Johanna, dass sind meine ganz persönlichen Erfahrungswerte, aber die haben mich bisher in meinen gesamten Berufsjahren hervorragend begleitet.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
Eve*

Hallo Johanna,

wenn es gefordert ist könnte das Weglassen gleich zu einem
Ausschluss führen. Ferner lässt es für den Arbeitgeber auch
Rückschlüsse zu, ob und wie der Arbeitnehmer die
ausgeschriebene Stelle und sich selbst einschätzt.

dem kann ich mich nur anschließen! Man sollte sich also dementsprechend vorher informieren, wo in etwa sein zu erwartendes Gehalt liegt. Wenn man dieses in etwa kennt, finde ich, eine „diplomatische“ Lösung eine Einkommensspanne (Einkommen p.a.) anzugeben.
Zum einen signalisiert man, dass man eben seinen eigenen Wert kennt. Zum anderen, dass man durchaus zu Verhandlungen bereit ist.

Karin

Wenn gefragt wird, IMMER!
Hi!

Im Vorstellungsgespräch habe ich diese Frage auch noch nie
beantwortet, sondern eine Gegenfrage gestellt:…"…Herr/Frau
XY Sie können mir doch sicher sagen, welche Dotierung Ihr
Unternehmen für diese Position vorsieht…" so oder ähnlich.

Wie viele Gespräche hattest Du?

Kurz aus der Sicht eines Personalers: Wenn jemand seinen eigenen Wert nicht kennt, sich selbst also nicht vernünftig vertreten kann, wie will er dann für das Unternehmen einstehen?!

Ich sehe aus Deiner ViKa den Vertriebsbereich.
Sagst Du zu Kunden auch: Was wollen Sie denn zahlen? - statt einen vernünftigen Preis zu nennen?!

Noch nie wurde dann gesagt…"… Frau, ich habe Sie aber
zuerst gefragt…":wink:

Ich würde Dir genau die Frage im Vorstellungsgespräch stellen, die ich hier geschrieben habe - und Dich aussortieren!

Hintergrund: ich habe in meinem langen Berufsleben zuoft
erlebt, dass sich Unternehmen die neue Mitarbeiter
einstellten, nach einem Einstellungsgespräch die Hände rieben
und sinngemäß sagten…"…nun da mussten wir ja nicht mal an
unsere Grenzen gehen…"

Was ist falsch daran?
Es ist ein Verkaufsgespräch!
Ich erwarte von einem Bewerber, dass er sich über seinen realistischen Preis informiert hat.

Erfahrungsgemäß gibt es Bewerber/innen die sich in Ihren
Forderungen in absolut abgehobenen Sphären bewegen - die
werden dann auch nicht mehr ernst genommen.

Richtig! Die lädt man dann bestenfalls „zum Spaß“ ein…

Die weitaus
größere Zahl von Bewerbern/innen jedoch war unsicher und blieb
in einer Vielzahl der von mir selbst miterlebten Fälle ca. 90%
von 100% deutlich unter dem Level, das die Unternehmen
anzubieten bereit gewesen wären.

Ist das das Problem der Unternehmen?

Wichtig: wenn das Dir im Einstellungsgespräch angebotene
Gehalt über Deinen Erwartungen liegt, freue Dich innerlich.
Denn zeigst Du Deine Freude zu offen, gibst Du Deinem
Gegenüber das Gefühl einen schlechten deal gemacht zu haben.

Das ist ein guter Hinweis.

Werde aber auch nicht übermütig und kommentiere das mit
Kommentaren wie …"…nun das ist nicht ganz was ich erwartet
habe…", denn man sollte auch auf dem Teppich bleiben.

Das allerdings auch! :wink:

Andererseits ist eine kleine Nachfrage
wie,…„ausserordentlich gute Leistung meinerseits
vorausgesetzt, könnte aber auch dazu führen, dass ich mich
gehaltsmäßig im Laufe der Zeit verbessern kann?..“, durchaus
statthaft.

Solche Fragen sollte man allerdings nicht unbedingt im ersten Gespräch stellen.
Da wäre ich eher allgeminer - Thema Aufstieg und Karriere schon, Thema Geld eher nicht (hängt ja eh zusammen).

Liebe Grüße
Guido

Hallo Johanna Anna

Meiner Erfahrung nach ist diese Frage oft nur rhetorisch. „Wie viel wollen Sie verdienen?“ „Ich halte X für angemessen.“ „O.k. wir würden Ihnen Y zahlen und wir können da auch nicht verhandeln, weil alle anderen in Ihrer Position genau so viel bekommen. Da können wir keine Ausnahme machen.“ Was die Frage dann sollte weiß ich auch nicht.

Ich würde mich vorher informieren (Internet, Freunde etc.) wie hoch ein realistisches Gehalt wäre (abhängig von Position, Tätigkeit, Unternehmensgröße, Standort, Branche) und dieses dann nennen.

Gruß, Tychi

Morgen!

meine rein persönliche Erfahrung, ich habe diese Frage nie
beantwortet und wurde doch zum Gespräch gebeten.

Sehe ich auch so.

Im Vorstellungsgespräch habe ich diese Frage auch noch nie
beantwortet, sondern eine Gegenfrage gestellt:…"…Herr/Frau
XY Sie können mir doch sicher sagen, welche Dotierung Ihr
Unternehmen für diese Position vorsieht…" so oder ähnlich.

Den Ball bekommst du bei mir sofort zurück und hast einen Minuspunkt.

Noch nie wurde dann gesagt…"… Frau, ich habe Sie aber
zuerst gefragt…":wink:

Würde ich auch nicht machen, sondern ich würde meine Frage
kommentarlos erneut stellen.

Die weitaus
größere Zahl von Bewerbern/innen jedoch war unsicher und blieb
in einer Vielzahl der von mir selbst miterlebten Fälle ca. 90%
von 100% deutlich unter dem Level, das die Unternehmen
anzubieten bereit gewesen wären.

Von wievielen redest du da?
Wieviel hatten die dann nach einem und nach zwei Jahren im Vergleich
zum Rest der Mannschaft?

Gruß
Stefan

Vielen Dank für die guten Antworten!
vG Johanna