Unterauftragnehmer Handling

Hallo, ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Unterauftragnehmer Handling, also wie gehe ich mit Lieferanten um, was ist zu beachten usw. und wollte mal wissen, ob sich jemand damit auskennt.

Es geht hierbei um Software, die von externen Programmierern erstellt wird.
Wie kann ich sicherstellen, das die gelieferte Ware, also der Code nebst Dokumentation zu 100% dem enspricht, was ich bestellt habe?

Grüße
Fredo

Hallo Fredo,

ich denke, bevor Du einen Auftrag vergibst, hast Du Deine genauen und somit quantifizierbaren Anforderungen schriftlich fixiert, also ein Pflichtenheft erstellt.

Du mußt bei komplexen Tätigkeiten Zwischenprüfungen vereinbaren, bei denen dann das vorgestellte Resultat (Ist-Zustand) mit den Erwartungsvorgaben des Pflichtenheftes (Soll-Zustand) verglichen werden.

Auch das was Du prüfen wirst und WIE Du es prüfen wirst, sind im Pflichetnheft, bzw. im Vertrag als Anlage definiert!

Das gleiche gilt dann für die Endabnahme!

Gruß
Karl-Heinz

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Hallo Fredo,

ich denke, großes Gewicht sollte auf der Vertragsbasis liegen. D.h. auch vorab prüfen, ob die Subunternehmer/Zulieferer überhaupt die notwendige Qualifikation besitzen (Referenzen gehören z.B. auch dazu), um das angestrebte Projekt umzusetzen.
Liefertermine und evt. Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung sind ebenfalls mit aufzunehmen.

Gemäß DIN EN ISO-Norm müßte der Unterlieferant z.B. darlegen, wie er sicherstellt, dass er die Forderungen umsetzt.
Das reicht von Verfahrensanweisungen über Prüfpläne bis hin zu Testplänen, Wartungsplänen etc. welche er eigentlich haben sollte. Wie sonst kann der Unterlieferant sicherstellen, dass das geforderte Ergebnis überhaupt zustande kommt?

Das Ganze sollte (wie Karl-Heinz schon sagte) in ein Lasten-/Pflichtenheft, an welches sich beide Parteien binden und welches evtl. späteren Streitigkeiten wenig Raum bieten würde.

Gruß,
Britta

Kannst Du mir sagen, um welche Norm es sich handelt?

DIN EN ???

Grüße
Fredo

Hallo Fredo,

generell geht’s um die DIN EN ISO 9000:2000 ff.

Vor der Revisionierung ist mir die DIN EN ISO 9000-3 in die Hände gekommen. Der genaue Titel lautet:
Normen zum Qualitätsmanagement und zur Qualitätssicherung/QM-Darlegung
Teil 3: Leitfaden für die Anwendung von ISO 9001:1994 auf Entwicklung, Lieferung, Installierung und Wartung von Computer-Software (ISO 9000-3:1997)

Diese Norm ist über den Beuth Verlag in Berlin (Alleinverkaufsrecht) zu beziehen.
Das Deutsche Institut für Normung e.V. in Berlin dürfte aber auch weitere Auskünfte erteilen.
Preislich mußt Du wohl mit 100-150Euro rechnen.

Gruß,
Britta

Wunderbar.
Danke, die Norm habe ich da, habe nicht dran gedacht.

Grüße
Fredo

Verlaß Dich nicht auch die DIN!!!
Hallo zusammen,

zuerste einmal möchte ich sagen, das der ganze „Zertifizierungswahn“ zuerst einmal eine Gelquelle diverser Fimen ist, die das Zertifikat erstellen und die jährlichen Audits durchführen (natürlich auch nicht kostenlos!).

Dadurch wird die Qualiät am Produkt auch nicht besser, aber die Prozesse sind zumindesten sauber dokumentiert und jeder kann sagen, dass er das richtige Formblatt ausgefüllt hat.

Auch schlechte Abläufe werden zertifiziert, denn hier geht es NUR um die Methode, das Zertifikat sagt nichts über die Güte der Leistung aus!!

Es ist nicht die Aufgabe bei der Zertifizierung festzustellen, ob Abläufe Sinn machen!

Jeder gute und vernünftig arbeitende Betrieb hat klar definierte Schnittstellen in der Aufbau und Ablauforganisation der die Prozesse eindeutig beschreibt und Kompetzenzen und Verantwortlichkeiten zuordnet.
Im neudeutsch „Total Quality Management“, auch das sagt nichts über die Güte der Qualität am Produkt aus.

In allgemeinen wird in der DIN die Verfahrensmethode festgelegt, nicht aber die Verfahrensweise (individuell).

Wäre ja schlimm, wenn mann alle Kunden nach einem DIN Standard behandeln würde!

Sowas ist ja gerade der Unterschied von einer guten Firma zu einer schlechten Firma, das es unterschiedliche Arbeitsweisen gibt!!!

Also, laß Dich nicht von einem Zertifikat an der Wand täuschen.

Schreib ein Pflichtenheft in dem DU die Vorgaben festlegst, wie und unter welchen Bedingungen geprüft wird, damit die Ergebnisse reproduzierbar sind und Du somit bei einem Gerichtsprozess Fakten vorlegen kannst!

Verträge werden ja für schlechte zeiten gemacht :smile:)

Gruß
Karl-Heinz

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Hallo,

grundsätzlich hat die DIN Norm nichts mit Zertifizierung zu tun.

Wer sich eine Norm kauft und diese als Hilfestellung betrachtet (mehr ist es nicht), der gibt dafür Geld aus. Ganz klar. Aber bei jedem anderen Buch/Nachschlagewerk o.ä. ist das genauso.

Eine Zertifizierung und damit verbundene Überwachungsaudits etc. gehen auf keinen Fall automatisch einher. Die Unternehmen treffen diese Entscheidung ganz bewusst (eben in der Tat leider häufig wegen des Marketing-Nutzens) und haben durchaus auch die Wahl beim Zertifizierer und den damit verbundenen Kosten.

Total Qaulity Management ist keineswegs neudeutsch und sollte auch nicht in einen Topf geworfen werden mit den Normen. Der Ansatz ist ein gänzlich anderer. Die DIN Norm kann als Basis betrachtet werden, um TQM (z.B. nach dem EFQM-Modell) einzuführen. Wer seine Abläufe gar nicht dokumentiert wird es schwer haben, dauerhaft Qualität NICHT zum Zufallsprodukt werden zu lassen. Genau dieselbe Funktion haben ja auch Verträge.
Dass jedes Unternehmen seinen eigenen Weg finden muss, ist wohl klar. Die Norm gibt lediglich eine Richtschnur vor. Auslegung und Mit-Leben-füllen liegt an jeder Organisation selbst.
Ein Blick in eine solche Norm belegt das.

Dass auf dem Markt zahlreiche Berater u.ä. unterwegs sind, die damit ein Geschäft machen ist legitim und irgendwie sogar logisch - glauben doch nur allzu viele Leute an wahre Wunder durch das Werben mit einem Zertifikat. Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Und wenn die Unternehmen diesen Unsinn glauben bzw. die Kunden das Spiel ebenfalls mitmachen, dann ist diesen Menschen nicht zu helfen.
Aber: wie gesagt, das muss so nicht sein.
Generelles Aburteilen der Norm ist dann das andere Extrem.

Eine der bekanntesten Normen ist übrigens in den Papierformaten zu finden, DIN A 4 - kennt jeder schon von Kindheit an.

Gruß,
Britta

Halo Britta,

natürlich hast Du Recht das eine Norm und eine Zertifizierung zwei paar Schuhe sind, aber im Kontext ging es mir darum festzustellen, das weder eine Norm, TQM oder eine Zertifizierung das Ausgansproblem der Frage „Wie kann ich sicherstellen, das die gelieferte Ware, also der Code nebst Dokumentation zu 100% dem enspricht, was ich bestellt habe?“ lösen kann.

Sowas muß man individuell in einem Pflichtenheft quantifizierbar definieren.

Hier hilft mir keine Norm!!

Gruß
Karl-Heinz

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Aber eine Norm kann als Hilfmittel dienen.
Mehr ist es auch nicht, egal ob ISO 9000, TQM, usw.
alle diese Namen nützen nichts, wenn die Qualität nicht gelebt vulgo definiert wird.

Ich nehme Eure Anregungen auf und danke euch für die Infos.
Das mit dem Pflichtenheft dachte ich mir schon, da dies ja bekanntermaßen die Kommunikationsschnittstelle ist mit meinem externen Lieferanten.

Nochmals Danke und Grüße
Fredo