Hallo. Das ist eine alte Klausurfrage…sie lautet „Wie schafft sich in einer unterbeschäftigten Volkswirtschaft eine Investitionserhöhung selbst“. Das soll man anhand eines einfachen Wirtschaftskreislaufs (Nachfrage->:stuck_out_tongue_winking_eye:roduktion->Volkseinkommen) erklären.
Was mir dazu einfällt, ist, dass bei einer Vollbeschäftigung viel gespart wird, bei einer Unterbeschäftigung jedoch wenig. Also geht das Sparen zurück…aber dadurch steigen die Investitionen ja nicht an…
Andererseits könnte man davon ausgehen, dass die Kernnachfrage erhalten bleibt und die Nachfrage in diesem Regelkreis nicht so sehr zurückgehen kann wie das Volkseinkommen. Die Leute müssen ja immer noch essen und haben Rechnungen zu zahlen. Also fahren die Unternehmen die Produktion (nur) „unterproportional“ zurück…aber damit bin ich leider auch total auf dem Holzweg, weil ich damit überhaupt nicht auf eine Investitionserhöhung komme wie ich grad feststellen muss ;-(.
Oder folgt daraus vielleicht ein Lagerabbau (sprich ein negatives Sparen = Investition) der Unternehmen, da weniger Leute da sind die produzieren, aber die Nachfrage und somit die Produktion erhalten bleibt?..aber dann würde sich die Unterbeschäftigung ja von selbst aufheben…
Kann vielleicht jemand kurz aufklären was der Kerngedanke ist, wieso sich die Investitionserhöhung selbst schafft?
Vielen Dank
P.S.: Ich hab davon noch nicht soviel Ahnung, da das Semester erst angefangen hat, aber ich will versuchen gleich von Anfang an mitzukommen (und die Aufgabe ist leider nur ganz kurz am Ende der Zeit behandelt worden…)
Hallo. Das ist eine alte Klausurfrage…sie lautet „Wie schafft
sich in einer unterbeschäftigten Volkswirtschaft eine
Investitionserhöhung selbst“.
Nur als Anhangspunkt: Was ist mit der klassischen Unterbeschäftigung gemeint?
Andererseits könnte man davon ausgehen, dass die Kernnachfrage
erhalten bleibt und die Nachfrage in diesem Regelkreis nicht
so sehr zurückgehen kann wie das Volkseinkommen. Die Leute
müssen ja immer noch essen und haben Rechnungen zu zahlen.
Also fahren die Unternehmen die Produktion (nur)
„unterproportional“ zurück…aber damit bin ich leider auch
total auf dem Holzweg, weil ich damit überhaupt nicht auf eine
Investitionserhöhung komme wie ich grad feststellen muss ;-(.
Überlege dir mal den Grundgedanken… Wann steigen denn überhaupt ganz k-klassisch (ich unterstelle das mal…) die Investitionen?
Hallo.
Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt etwas ganz falsches sage: Ich würde sagen die Investitionen steigen an (sprich die Unternehmen investieren mehr), wenn die Investitionen lohnender werden. Also entweder die Verkaufspreise ansteigen oder das Produzieren billiger wird.
Das müsste dann ja heißen, dass in einer Inflation mehr investiert wird?! Obwohl andererseits werden dann ja auch die Vorleistungen für die Produktion teurer (aber die Gewinnspanne müsste immer noch positiv sein?). Oder ist das Quatsch?
Ich würde jetzt jedenfalls davon ausgehen, dass bei einer Unterbeschäftigung die Löhne sinken. Mehr Leute wollen arbeiten als eingestellt werden, also können die Unternehmen preisgünstiger einstellen und folglich sinken die Produktionskosten und Investitionen lohnen sich mehr. Ist an der Theorie wenigstens ein Fünkchen Wahrheit dran?
Grüße
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo.
Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt etwas ganz falsches sage:
Ich würde sagen die Investitionen steigen an (sprich die
Unternehmen investieren mehr), wenn die Investitionen
lohnender werden.
Oder wenn die Zinsen fallen!
Die neoklassische These (!) besagt als eine Möglichkeit:
Bei Unterbeschäftigung sind die Investionen
Hi nochmal,
Hallo.
Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt etwas ganz falsches sage:
Ich würde sagen die Investitionen steigen an (sprich die
Unternehmen investieren mehr), wenn die Investitionen
lohnender werden.
Oder wenn die Zinsen fallen!
gut zu wissen, dass ich zumindestens nicht total auf dem Holzweg war auch wenn ich’s nicht ganz richtig auf den Punkt gebracht hab. Ich muss also immer von einer Beziehung zwischen Sparen und Investitionen ausgehen (als Gegensätze zu einander). Investitionen steigen, wenn sie lohnender werden oder wenn das Sparen weniger lohnend wird - sprich fallende Zinsen.
Die Brücke zur Unterbeschäftigung bring ich leider trotzdem noch nicht so ganz zusammen…anscheinend sinken die Zinsen also in einer Unterbeschäftigung automatisch, wenn das der entscheidende Punkt ist (im Hinblick auf die Fragestellung).
Wenn ich das jetzt weiterstricken würde, würde ich sagen, dass die Zinsen genau dann fallen, wenn weniger Nachfrage nach Sparanlagen existiert.
Und das könnte der Fall sein, da bei einer Unterbeschäftigung das Volkseinkommen sinkt und die Leute somit nicht mehr viel Geld zum Sparen haben, also nach dem Konsum nicht mehr viel übrig bleibt?
Andererseits würde ich (mit meinem bisherigen Wissen) dann auch darauf schließen, dass dann auch weniger Geld zum investieren da ist und die Investitionen genauso sinken müssten…
Liegt es vielleicht daran, dass es um einen geschlossenen Wirtschaftskreislauf geht und Geld das irgendwo verschwindet irgendwo anders wieder auftauchen muss?
Danke + Grüße
Aber:
Die neoklassische These (!) besagt als eine Möglichkeit:
Bei Unterbeschäftigung sind die Investionen
Ich lege dir sehr dringend ans herz: Peter Bofinger: Grundzüge der VWL ; pearson Verlag !
mfg
Die Brücke zur Unterbeschäftigung bring ich leider trotzdem
noch nicht so ganz zusammen…anscheinend sinken die Zinsen
also in einer Unterbeschäftigung automatisch, wenn das der
entscheidende Punkt ist (im Hinblick auf die Fragestellung).
Der tatsächliche Output bei Unterbeschäftigung ist niedriger als das erforderliche Sozialprodukt für Vollbeschäftigung.
Da ich jetzt bei dir von der Neoklassik ausgehe, geht es jetzt um den Preismechanismus (Löhne und Zinsen).
Die Investionen sind kleiner als das Sparpotential bei Vollbeschäftigung.
Somit ist der Kapitalmarkt nicht mehr im Gleichwicht und muss sich durch Zinsanpassungen anpassen.
Siehe Stichwort: Saysches Theorem
Keynes bestritt dieses Theorem…
So Schluss jetzt aber, ich weiß nicht wie und was ihr da lernt.
Von daher, lass auf dich erst mal deine Vorlesungen wirken
.
Viel Erfolg.
Ich lege dir sehr dringend ans herz: Peter Bofinger: Grundzüge
der VWL ; pearson Verlag !
Ich lege Dir sehr dringeng ans Herz: Peter Bofinger ist einer der letzten Anhänger einer bestimmten Wirtschaftstheorie. Such Dir lieber ein anderes Buch.
moe.
Ich lege dir sehr dringend ans herz: Peter Bofinger: Grundzüge
der VWL ; pearson Verlag !
Ich lege Dir sehr dringeng ans Herz: Peter Bofinger ist einer
der letzten Anhänger einer bestimmten Wirtschaftstheorie. Such
Dir lieber ein anderes Buch.
So schlimm auch wieder nicht, nur wird der Herr Bofinger sehr Keynes lastig schreiben, was der Frage von „Fragezeichen“ aber in diesem Sinne keine Antwort geben würde…
nun ja da ich selbst bei bofinger vorlesungen höre kann ich sagen das er sich zwar selbst als letzten keynsianer betitelt aber dennoch nicht mit scheuklappen durch die lande zieht.
ich hab das buch selbst im 1. Sem gelesen und kanns eigentlich nur empfehlen, da es sehr gut verständlich die grundlegenden zshänge verdeutlicht.