Was war inhaltlich verantwortlich für das Ende des Absolutismus? Allgemein wird ja das Ende des Absolutismus mit der Französischen Revolution verbunden, aber das ist ein konkretes Ereignis. Irgend was muss ja eine Erkenntnis geliefert haben, dass der Absolutismus als Gesellschafts-/Staats-/Regierungsform ungeeignet ist. Was war das?
es gibt Ideen, die irgendwie in der Luft liegen, weil die Zeit reif ist dafür.
Hier war es wohl die Idee der Aufklärung, die zum Ende des 18. Jahrhunderts europaweit aufkam.
Im Zuge der Verbreitung dieser Idee kam es zur Französischen Revolution, aber auch in der Philosophie war diese Idee sehr stark verbreitet, speziell Kant wird damit in Verbindung gebracht, auch wenn er bei Leibe nicht der einzige war.
Mindestens 1 absolutistischer Staat hat überlebt - der Vatikanstaat. Er blieb das
private Eigentum des Heiligen Stuhls, d. h. des Papstes, und hat weitere
absolutistische Merkmale.
Möglicherweise hat sich der Absolutismus auch in anderen Fürstentümern erhalten,
z. B. in Monaco.
Heinrich!
[…] eine Erkenntnis
geliefert , dass der Absolutismus als
Gesellschafts-/Staats-/Regierungsform ungeeignet ist.
Nach dem 30jährigen Krieg setzten die Monarchen den Absolutismus durch: als die Staatsform, die nach den Verheerungen des Krieges die meisten Aussichten auf Konsolidierung bot. Unter diesem Gesichtspunkt ist er zunächst einmal innovativ und bringt einen Modernisierungsschub. Denke nur an den Merkantilismus als Wirtschaftsform mit der Manufaktur als Zwischenstufe zwischen dem Alten Handwerk und der kommenden Fabrik!
Mit dem wachsenden Selbstbewusstsein der Bürger (hervorgerufen durch die Ideen der Aufklärung, aber auch durch den wirtschaftllichen Aufstieg des Bürgertums) wurde der A. in Frage gestellt.
Diejenigen Monarchen, die die neuen Ideen aufnahmen und berücksichtigten (Aufgeklärter Absolutismus!) vermieden die Revolution (z. B.Preußen, Österreich, Bayern), die zu rechtzeitigen Reformen unfähigen bekamen sie.
Vor allem eben Frankreich; vgl. die endlosen Kämpfe um die Abschaffung der Privilegien der ersten beiden Stände: Es gelang nicht, sie zur Steuerzahlung heranzuziehen.
In der Französischen Revolution erklärte sich der Dritte Stand, also die Bürger, als die Nation. Wo keine Revolution stattfand, wurden die Interessen der Bürger durch Reformen von oben (wenn auch auf Druck von unten) berücksichtigt.
Der Absolutismus wurde also durch den Aufstieg und die damit verbundenen neuen Ansprüche des Bürgertums beendet: mit oder ohne Revolution. Das Ergebnis war die Konstitutionelle Monarchie, die den Bürger über Wahlen zum Parlament eine Mitwirkungsmöglichkeit bot; dazu war aber in den deutschen Staaten die Revolution von 1848 nötig, weil die Ordnung, die der Wiener Kongress eingeführt hatte („landständische“ Verfassungen, Souveränität des Monarchen usw.) bald nicht mehr zeitgemäß war, aber nicht revidiert wurde.
Schöne Grüße!
Hannes
Nach dem 30jährigen Krieg setzten die Monarchen den
Absolutismus durch: als die Staatsform, die nach den
Verheerungen des Krieges die meisten Aussichten auf
Konsolidierung bot. Unter diesem Gesichtspunkt ist er zunächst
einmal innovativ und bringt einen Modernisierungsschub. Denke
nur an den Merkantilismus als Wirtschaftsform mit der
Manufaktur als Zwischenstufe zwischen dem Alten Handwerk und
der kommenden Fabrik!
England fällt da wohl ein bisschen aus dem Rahmen: es ist doch vom 30-jä. Krieg kaum betroffen worden, war aber der moderne Industriestaat schlechthin.
Mit dem wachsenden Selbstbewusstsein der Bürger (hervorgerufen
durch die Ideen der Aufklärung, aber auch durch den
wirtschaftllichen Aufstieg des Bürgertums) wurde der A. in
Frage gestellt.
Ja, diese Staaten blieben sogar zurück. Im Zusammenhang mit den Kanarischen Inseln 8und wohl auch Spaniens insgesamt) habe ich gelesen: Mehr als die ständigen Angriffe der Engländern (auf den begehrten Stützpunkt Knanaren) schadete der Entwicklung aber das praktisch völlige Fehlen einer bürgerlichen Mittelschicht.
Das nur mal zur Ergänzung.
Sei mir nicht böse, aber ich finde dein Posting ein bisschen verwirrend.
Nach dem 30jährigen Krieg setzten die Monarchen den
Absolutismus durch: als die Staatsform, die nach den
Verheerungen des Krieges die meisten Aussichten auf
Konsolidierung bot. Unter diesem Gesichtspunkt ist er zunächst
einmal innovativ und bringt einen Modernisierungsschub. Denke
nur an den Merkantilismus als Wirtschaftsform mit der
Manufaktur als Zwischenstufe zwischen dem Alten Handwerk und
der kommenden Fabrik!
England fällt da wohl ein bisschen aus dem Rahmen: es ist doch
vom 30-jä. Krieg kaum betroffen worden, war aber der
moderne Industriestaat schlechthin.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Stimmt, England war zwar beteiligt, musste aber nicht wirklich unter dem 30jährigen Krieg leiden. Und stimmt, in England hat auch hundertfünfzig Jahre später die Industrialisierung ihre Anfänge genommen. Außerdem hat es dort bereits ein Parlament gegeben, dass die Durchsetzung des Absolutismus verhindert hat: im Bürgerkrieg im 17. Jh. gegen die Stuarts, insbesondere Charles I. In diesem Sinne fällt England also in der Tat aus dem Rahmen. Aber was möchtest du damit sagen? Zum „ersten Industriestaat“ ist England erst hundertfünfzig Jahre später geworden, unter anderem weil es zunächst einmal von den aus Frankreich kommenden Ideen der Manufaktur und des Merkantilismus profitiert hat.
Mit dem wachsenden Selbstbewusstsein der Bürger (hervorgerufen
durch die Ideen der Aufklärung, aber auch durch den
wirtschaftllichen Aufstieg des Bürgertums) wurde der A. in
Frage gestellt.
Ja, diese Staaten blieben sogar zurück. Im Zusammenhang mit
den Kanarischen Inseln 8und wohl auch Spaniens insgesamt) habe
ich gelesen: Mehr als die ständigen Angriffe der Engländern (auf den
begehrten Stützpunkt Knanaren) schadete der Entwicklung aber
das praktisch völlige Fehlen einer bürgerlichen
Mittelschicht.
Hier verstehe ich den Zusammenhang noch weniger, vermutlich weil ich die Geschichte der Kanaren nicht kenne. Vermute es gab dort keine Mittelschicht? Um welche Entwicklung soll es denn gehen? Politische Entwicklung, wirtschaftliche?