Hallo!
Ich brauche euren Rat bezüglich einer vielleicht schwieriger zu beantwortenden Frage. Ich bin seit Februar 18 und bekomme seit Juli den Unterhalt meines leiblichen Vaters auf mein Konto überwiesen. Meine Mutter und mein Stiefvater haben keinen Kontakt zu ihm, ich nur über das Internet. Kennen tue ich ihn kaum.
Meine Eltern waren zunächst ziemlich böse, weil er das getan hat ohne sie zu fragen, was aber sein gutes Recht ist. Zunächst wollten wir das ganze so regeln, dass ich den Unterhalt einfach jeden Monat zurück auf das Konto meiner Eltern überweise. Jetzt kam aber meine Mutter zu mir und meinte, wenn ich gewisse Abgaben leisten würde, könnte ich einen Teil des Geldes behalten. Diesen Vorschlag habe ich zuvor schon gemacht, da wurde er aber erstmal abgelehnt. Meine Mutter meinte weiterhin, dass wir uns deswegen mal zusammensetzen müssten. Ich habe jetzt ziemliche Angst vor dem Gespräch, weil ich gerne mitreden möchte, aber eigentlich keine Ahnung habe wie viele Abgaben fair sind. Des Weiteren verstehe ich mich mit meinem Stiefvater sehr schlecht und habe jetzt schon Angst vor der Konversation. Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern auf das Geld angewiesen sind. Meine Mutter hat keinerlei Einkünfte, auch kein Arbeitslosen oder Sozialgeld. Dafür verdient mein Stiefvater ziemlich gut. Wie viel weiß ich nicht, aber er ist ein Abteilungsleiter, da wird der Verdienst schon nicht so übel sein. Trotzdem meinte meine Mutter dass sie das Geld z.B. in die Abbezahlung unseres Hauses einplanen.
Ich würde in dem Gespräch gerne selber einen Vorschlag machen und nicht als Dummchen dastehen und mich einfach belabern lassen.
Aber wie viel kostet so ein Kind wie ich im Monat? Ich fahre zum Beispiel jeden Tag schon alleine 30km Schulweg mit dem Auto, dann kommen Kosten für Schulbücher, Kleidung, Nahrung, Körperpflege, Wasser, Strom, etc. Ihr wisst schon was ich meine. Es sind 308 Euro Unterhalt die ich bekomme. Wie viel soll ich nun davon abgeben? Hinzu kommt, dass meine Eltern ja mein Kindergeld, was sich auf ca. 150 Euro beläuft, behalten. Ich hoffe diese Angabe stimmt einigermaßen, ich weiß nämlich nicht wie viel Geld genau das ist.
Man muss ja auch im Hinterkopf behalten, dass wir eine Familie sind und ich will hier nicht wohnen wie ein Untermieter, womöglich noch mit einem eigenen Fach im Kühlschrank u.Ä. Auf der anderen Seite finde ich diese Regelung gut weil es Streit mit meinem Stiefvater eindämmen könnte, was aber ein anderes Thema ist. Außerdem kann ich schon mal für nächstes Jahr üben, wenn ich ausziehen möchte um zu studieren. Ich wollte eigentlich schon mal ausziehen, weil ich es kaum noch ausgehalten habe zu Hause und dachte nun, dass damit ein guter Kompromiss gefunden wurde.
Also was meint ihr? Was ist fair, wie soll ich in dieses Gespräch reingehen, welche Erwartungen darf ich haben?
Ich sollte vielleicht noch anmerken, dass das Geld in der Vergangenheit nicht wirklich nur für mich verwendet wurde. Z.B. wurde mir immer Gitarrenunterricht verwehrt, den ich schon so lange möchte, der auch nur 50 Euro im Monat kostet. Sowas muss doch drin sein, bei 450 Euro im Monat die für mich bestimmt sind. Habe ich zu hohe Anforderungen?
Tamina
( das mal als Richtwert für dich)
Was ich noch unfair finde ist, dass ich einen Handyvertrag bezahlen muss, der eigentlich über meinen Vater läuft. Er hat ihn mal vor ein paar Jahren abgeschlossen und dann ein Handy von der Firma bekommen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er noch die Grundgebühren bezahlt, weil er den Vertrag nicht kündigen konnte und ich habe das Handy benutzt und alles was über den Grundgebühren lag bezahlt. Nun, wenn ich das ganze selber bezahlen muss, wird der Vertrag für mich aber ziemlich unattraktiv, ich würde eher einen anderen abschließen. Wenn ich das Handy aber nicht benutze liegt es noch ein Jahr in der Ecke rum, bis man den Vertrag kündigen kann. Auch hier habe ich nachgegeben, weil mir ansonsten sehr viel Geld bleibt und behalte nun das Handy bis der Vertrag ausläuft.