Liebe/-r Experte/-in,
es stand jetzt gerade eine Neuberechnung des Unterhaltes meiner Kinder (10+12)an. Durch die Änderung der Düsseldorfertabelle 2010 und der 12. Geburtstag meines Sohnes ist dieser um 112 € angestiegen und mein Ex-Mann bat mich eine individuelle Einigung zu finden, weil ihm sonst nur noch 900 € blieben (obwohl er nebenbei noch als DJ arbeitet und 2 x im Jahr locker in Urlaub fliegt).
Zudem soll er einen Titel auf die Neuberechnung abgeben, weil die alten Titel viel geringer sind.
Spielt die Unterhaltssumme bei einem Titel eine Rolle oder geht es nur um den Titel an sich?
Kann es für mich Nachteile im Nachhinein geben, wenn ich auf die Unterhaltsdifferenz verzichte und z. B. mich mit dem alten Unterhalt zufrieden gebe und stattdessen Sonderausgaben ab 100 € von ihm vordere?
Ich würde natürlich alles schriftlich genau festlegen lassen.
Es besteht jetzt ein Unterhaltsrückstand von 350 €, den ich trotzdem einfordern möchte, da mich die Rechnung der Anwältin schon bald so viel kostet, da er die Unterlagen nur auf Androhung der Klage endlich eingereicht hat.
Einerseits würde ich ihm ja entgegen kommen wollen - andererseit mir kein Eigentor schießen.
Meine Anwältin sagt natürlich, es muss alles so sein, aber sie verdient damit ja auch ihr Geld.
Deshalb hätte ich gerne eine neutrale Meinung.
Lieben Dank die Friesin
Hallo,
Deine Anwältein hat Recht. Wie soll es auch anderst sein. Den Unterhalt voll anfordern, ebenso den Nebenjob von Ihm schriftlich nachweisen lassen wieviel er verdient. Er muss angemeldet seine, auch wenn es nur 400 Euro sind. Sonst wäre es Schwarzarbeit. Kommt mit in die Berechnung dazu. Wenn es einen Titel geben soll dann über die geforderte
Unterhalts-Summe. So entstehen dir keine Nachteile. Wenn er allerdings den Nebenjob nicht dabei mit angibt, macht er sich strafbar. Also genau alles festlegen lassen, auch den Nebenjob. Entgegen kommen gibt es dabei nicht, Entweder oder. Dabei gibt es meistens Streit. Beim Geld hört die Freundschaft auf, so sagt das bekannte Sprichwort. Investiere lieber das erste Geld in deine Anwältin. Dann hast du die nächste Zeit Ruhe. Ich spreche aus Erfahrung!
Ich hoffe Dir geholfen zu haben.
Viel Glück !!!
Guten Morgen Constatin,
sein Nebenjob ist angemeldet. Den versteuert er auch, allerdings heisst es immer wieder dieser sei überobligatorisch und darf nicht mitgerechnet werden, weil er gen vollen Unterhalt bisher immer gezahlt hat. Der Rückstand hat sich nur seit Oktober weger des langen Briefverkehrs ergeben.
Ich danke dir vielmals für deine Antwort. Es hat mich bestärkt, dass ich eine tolle Anwältin habe und den richtigen weg gehe.
LG Friesin
Hallo liebe Friesin,
Du möchtest eine neutrale Meinung hier kommt sie…
Da ich selbst beide Seiten aus Erfahrung kenne, stellt sich für mich die erste Frage, wenn bereits ein Titel vorliegt…ist dieser über das Jugendamt festegelegt wurden?
Wenn ja, dann hat das JA die Möglichkeit auch aufgrund der Anpassung der Düsseldorfer Tabelle den Titel neu festzulegen, wenn Du Dich dort meldest.
Aus menschlicher Sicht gesehen kann ich Dich gut verstehen, das Du es Dir mit Deinem Exgatten nicht verscherzen möchtest. Aber Du vergißt das es dabei nicht um Dich sondern um die gemeinsamen Kinder geht, deren Ansprüche aufgrund des zunehmenden Alters auch steigen.
Wie möchtest Du diese auffangen?
Indem Du Deinem Exmann mehr gönnst und es eigentlich auch weißt. Das ist schön das Du einen Betrag für Sonderausgaben bei ihm gelten machen möchtest, das zwar schriftlich, aber findest Du nicht das es ein wenig naiv ist?
Ich empfehle Dir den Titel notfalls gerichtlich ändern zu lassen,denn Du hast selbst in der Vergangenheit gesehen wie lange es hinaus gezögert wird, bis die entsprechenden Unterlagen vorliegen.
Warum bekommst Du denn keine Prozesskostenhilfe? Ich kann mir nicht vorstellen, dasDu ein Vermögen verdienst?
Viele Grüße
Yvonn Dosse
Hallo Yvonn,
du hast vollkommen Recht.Wieso habe ich ein schlechtes Gewissen nur weil ich das einforder, was mir zusteht?
Ich bin wieder verheiratet, deshalb ist noch offen, ob ich Gerichtskostenbeihilfe bekomme.
So wie es aussieht, gibt er sich wohl geschlagen und es kommt nicht zur Verhandlung.
Ohne Grund wurden ja auch die Beträge in der Tabelle ja auch nicht geändert. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen ich jeden Euro, den ich verdiente weniger an Unterhalt bekam, obwohl ich mich freute, damit meinen Kindern etwas bieten zu können.
Er ist Nebenbei DJ und verdient pro Monat gut dazu - das ist NATÜRLICH ÜBEROBLIGATORISCH - ich hasse dieses Wort.
Ich danke dir.
Die Friesin