Hallo Helge,
ein Amtsvormund wird heutzutage lediglich eingesetzt, wenn beide erziehenden Eltern keine Konsenz finden können (und evtl. dadurch) oder wenn sie erziehungsunfähig sind.
Was kann ein Amtsvormund schon machen, wenn ein Teenager eben sagt, lass ich ihn halt reden, ich mache was Papa oder Mama will?
Ich finde, die Eltern sind erwachsen und sollten nicht am Kind zerren, sondern sich zusammenreißen und zum Wohle des Kindes handeln. Dann kann ein pupertierender Teeni sie auch nicht gegeneinander ausspielen. Wie kann ein Jugendlicher auf dem Weg zum Erwachsenen ein Vorbild in den Eltern haben, wenn sie sich benehmen wie im Kindergarten, wo ein Kind dem Anderen den Lolli weggenommen hat?
Nur wenn es wie im Fall meines Mannes geht, geht es halt nur mit Übertragung des Sorgerechts auf den Vater. Mein Mann hatte der Mutter das gemeinsame Sorgerecht angeboten - sie wollte alles oder nix. Was wieder nicht für die Erziehungsfähigkeit spricht. Sah dann der Richter auch so.
Mein erster Vorschlag, miteinander reden und gemeinsame Lösungen für und mit dem Kind finden ist eigentlich das Selbstverständlichste für erwachsene Menschen. Wenn einer blockiert, ist es wohl ein Zeichen von unreife und erziehungsunfähigkeit.
Das Kind steht doch im Vordergrund und nicht irgendwelche Rachegefühle von einem Elternteil gegen den anderen Elternteil. Da darf dann keine Rolle spielen, dass man dann auf Unterhalt/Kindergeld verzichten müsste oder dass man Unterhalt bezahlen müsste.
Jugendliche wissen meist ganz genau, dass sie im Alltag auch bei Papi rumkommantiert werden und bestimmt nicht Klamotten ohne Ende bekommen. Er ist dann nicht mehr der Fun-Umgangswochenende-Papa. Wenn die Mama früher die Umgänge nicht behindert hat und dadurch das Kind den Vater in vielen Alltagssituationen erlebt hat, weiß es das Kind schon vorher.
So können sich halt dann die Fehler der Vergangenheit rächen. Alle zwei drei Wochen einige Stunden (wenn’s hoch kommt mal ein Wochenende) bei Papa - da macht jeder Papa was Töchterchen will, weil er die wenigen Stunden genießen und dem Töchterchen viel Freude bereiten will. Hat der Papa die kleine Plage öfters am Hals hat er ihr auch Grenzen gesetzt - muss er ja um selber überleben zu können.
Übrigens hatte meine Stieftochter ihren Vater über fünf Jahre nicht sehen dürfen. Zwei Umgänge von nur einigen Stunden - ohne Fun - haben das von der Mutter eingepflanzte Bild über den Vater gründlich bereinigt. Dazu braucht es kein gegeneinander ausspielen und kein mehr Taschengeld. Hier dauerte die Verhandlung 5 Minuten und das Kind sagte nur, dass es seinen Vater als Vater lieben will und das ohne schlechtes Gewissen gegen die Mutter.
Die Ursachen warum ein Kind wechseln will, sind nicht immer mehr Freiheiten und mehr Taschengeld. Oft auch, dass sie der haßgeladenen Atmosphäre entkommen wollen. Das ist doch wohl einem Kind zuzugestehen. Die Jugend auch heute - ist besser als viele Erwachsene sie sehen wollen.
Übrigens, was ist seltsam daran, dass das Gericht die Unterhaltstitel, die die Mutter gegen den Vater in den Händen hält, stoppt, wenn das Kind nicht mehr bei der Mutter lebt? Für wen war der Unterhalt? Doch für das Kind.
Gruß
Ingrid
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