Hallo Max,
leider hast du nicht alle Sachverhalte geschildert.
Zunächst sollte man wissen, dass der seinerzeit vom Familiengericht verfügte Beschluss ohne zeitliche Begrenzung gilt und daher auch im Falle von Zahlungsversäumnis vollstreckbar ist.
Wieso dein Vater auch nach Erreichen deiner Volljährigkeit weiterhin zur Zahlung des Kindesunterhalts verpflichtet ist, hast du leider nicht geschrieben. Befindest du dich etwa in einer Ausbildung oder im Studium?
Beim Anspruch auf Kindesunterhalt kommt es eigentlich nicht auf den Wohnsitz des Kindes an, da grundsätzlich beide Elternteile gegenüber dem Kind barunterhaltspflichtig bleiben bis zum Abschluss der Ausbildung.
Wenn dein Vater für die Weigerung zur Zahlung also triftige Gründe hatte, z.B. deine eigene Leistungsfähigkeit durch eigenes Einkommen oder Abschluss der Ausbildung, so hätte er dies durch eine Abänderungsklage beim Familiengericht begründen müssen. Die Tatsache allein begründet noch nicht die Einstellung aller Zahlungen.
Insofern dürfte deine Mutter eine bessere Rechtsgrundlage haben und deshalb auf Zahlung bestehen.
Solltest du der Meinung sein, dass dein Vater tatsächlich nicht mehr zahlen müsste, rate ihm zu dem Abänderungsantrag und bestätige ihm ggf. das Vorliegen der Gründe für den Wegfall des Unterhaltsanspruches.
Deine Unterschrift dürfte eigentlich nicht von großer Bedeutung sein, da der Unterhaltstitel in der Regel auf die Kindesmutter ausgestellt sein müsste und durch diese allein eine Vollstreckung veranlasst werden kann.
Vielleicht hast du jetzt eine Chance auf Vermittlung zwischen deinen Eltern, welche du damals als betroffenes Scheidungskind nicht hattest. Du könntest beiden Elternteilen vor Augen führen, dass du schon durch die Scheidung genügend Kopfschmerzen hattest und nicht noch weiterhin die Fortführung des „Scheidungskrieges“ tolerieren möchtest.
Mit 21 Jahren kannst du jetzt ein Machtwort sprechen und die Beiden zur Besinnung bringen. Jeder wird gute Gründe für seinen Standpunkt haben, jedoch halte ich die Herstellung eines Waffenstillstands für viel wichtiger.
Da es sich beim Kindesunterhalt nicht um ein Vermögen handelt, sollte eine einvernehmliche Lösung doch möglich sein, oder?
Beteilige dich möglichst nicht am Machtkampf deiner Eltern, sonst wirst du das später sehr bereuen. Zeige ihnen, dass du längst kein Kind mehr bist und über einen klaren Verstand verfügst.
Wenn dein Vater zu blöd war und Anträge versäumt hat, soll er doch zahlen. Fü+r die Zukunft kann er es ja durch das Gericht neu festsetzen lassen. Meistens akzeptieren die Menschen eine Entscheidung erst dann, wenn das Gericht einen Beschluss fast (leider). Bei Trennung, Scheidung und Sorgerecht setzt fast immer der gesunde Menschenverstand aus.
Ich wünsche dir viel Glück und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Steve-HH