Ich bin 20 Jahre alt, habe das Abitur im letzten Jahr bestanden und mache gerade ein FSJ in Afrika. Ab Oktober moechte ich dann gerne ein Medizinstudium beginnen. Ich wohne bei meiner Mutter und moechte dort auch noch ein paar Jahre bleiben.
Meine Eltern sind seit Jahren geschieden, und mein Vater zahlt seitdem einen laecherlich geringen Betrag fuer mich und meine beiden Geschwister, der noch unterhalb der untersten Stufe der Duesseldorfer Tabelle liegt. Meine Mutter ist aber nie dagegen vorgegangen - um des lieben Friedens Willen.
Nun werde ich mein Studium aber kaum von meinem Taschengeld bezahlen koennen und haette deshalb gerne etwas mehr Unterstuetzung von meinem Vater. Der allerdings ist weder bereit, mir Geld zu geben, noch gibt er mir Informationen ueber sein Einkommen, um die ich ihn gebeten habe. Er ist selbststaendig und verdient gut. Meine Mutter ist uebrigens Beamtin.
Nun habe ich mich natuerlich schon informiert und viel im Internet gelesen. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, was ich jetzt tun kann. Wenn es geht, moechte ich natuerlich nicht gleich einen Anwalt einschalten. Zur Not mache ich aber auch das. Ich weiss naemlich nicht, wie es sonst gehen soll.
Hallo Franzi,
ich bin zwar kein Experte, aber Fakt ist, dass die Eltern so lange verpflichtet sind, das betreffende Kind finanziell zu unterstützen, bis ein erster Berufsabschluss vorliegt, wobei Voraussetzung ist, dass die betreffende Person tatsächlich entweder in einer Berufsausbildung ist oder eine andere adäquate Schule besucht. Auch die minimale Höhe dieser Unterstützung ist gesetzlich festgelegt. Ohne Anwalt wirst Du wahrscheinlich nichts erreichen, wenn Dein Vater schon seit Jahren ein solches Verhalten an den Tag legt.
Mit besten Wünschen
Vass
Dein Vater ist verpflichtet, unter Berücksichtigung eines Selbstbehaltes, Deine Ausbildung bis spätestens der Vollendung des 27. Lebensjahres zu unterstützen. Die Düsseldorfer Tabelle sagt auch wie viel Du erhältst. Wenn er nicht freiwillig diesen Betrag zahlt, der aus seinem Einkommen resultiert, bzw. er seine Finanzen nicht freiwillig darlegt, kannst Du Dir einen Anwalt nehmen. Den muss er allerdings dann auch zahlen. Du solltest nur seine genaue Anschrift haben, was er tut und welche Konten er hat und wo ggf. Wichtig ist, dass Du Dir die letzten Steuerbescheide für die vergangenen 5 Jahre zeigen lässt. Daraus geht hervor was er verdiente.
Lass Dir die Steuerbescheide zeigen oder klage sie notfalls über einen Anwalt ein.
Viel Glück und lass Dich nicht entmutigen. Bleib tapfer, denn es ist Dein gutes Recht.
Hallo,
ich habe in meinem Bekanntenkreis genau den gleichen Fall. Seine Mutter hat auch nichtr auf Einhaltung der korrekten Unterhaltszahlungen gepocht etc.
Mein Rat: Hole, was Dir zusteht, per Anwalt. Anders geht es in so einem Fall nie. Und das Dumme ist, dass in der Regel die Zahlungen nicht rueckwirkend gefordert werden koennen (so wars bei dem Bekannten auch). Du kannst Deinem Vater ja einen Hinweis geben, dass Du gegen ihn vorgehen wirst, wenn er nicht zahlt, und dann erst den Anwalt einschalten.
Beste Gruesse
Petra
Wenn Du bei Deiner Mutter lebst, gilt die Düsseldorfer Tabelle - je nach Verdienst müssen beide Elternteile Unterhalt zahlen.
Vielleicht machst Du Deinen Vater noch einmal auf § 1605 Abs.1 Satz 1 BGB, seine Auskunftspflicht aufmerksam. Solange er Dir nicht wenigstens diese Informationen gibt, würde ich ebenfalls etwas Unterstützung verlangen…
Es ist ganz toll, wie schnell Ihr geschrieben habt. Ich werde mich auf jeden Fall weiter damit auseinandersetzen und Eure Tipps beherzigen. Und meinem Vater werde ich auch sagen, was ich vorhabe.
unabhängig davon,das dein Vater so ein Schuft ist,würde ich mich an deiner Stelle
mal beim Jugendamt erkundigen,ob die nicht im Punkt Zahlung des dir
zustehenden Kindergeldes was für dich tun können.
Ob das Jugendamt dabei in Vorleistung gehen kann und sich das vorgestreckte
Geld von deinem Vater später wiederholt,weiß ich nicht.Aber fragen solltest du dort
wenigstens mal.
Leider bin ich erst heute wieder auf dieser Seite drauf und kann demzufolge erst
heute antworten.
Vielleicht hat sich dein Problem ja inzwischen auch schon gelöst.Ich wünsche es
dir.
Wenn nicht,solltest du vielleicht auch mal versuchen,mit gleichgesinnten Studenten
in Kontakt zu treten.
Ich hoffe,ich konnte dir wenigstens etwas weiterhelfen und verbleibe mit
freundlichen Grüßen
Vielen Dank für Ihre Antwort. Zu spät ist es keineswegs, und das Problem noch lange nicht gelöst. Ich habe meinem Vater inzwischen einen Brief geschrieben und um die Einkommensnachweise gebeten, jetzt heißt es also warten.
Kindergeld bekomme ich (bzw. meine Mutter) ja. Das Jugendamt hat ganz am Anfang ein Bisschen Unterhalt gezahlt, bevor mein Vater das gemacht hat. Dann hat mein Vater diesen Betrag einfach übernommen und zahlt den nun seit Jahren.
Das mit den anderen Studenten ist eine gute Idee. Allerdings dauert es ja noch, bis ich wieder in Deutschland bin und wenn ich dann erst anfange zu studieren, hätte ich die Sache am liebsten schon in trockenen Tüchern. Obwohl ich natürlich auch weiß, dass das unmöglich sein wird…