Ich musste mich echt überwinden, denn deine Anfrage klingt merkwürdig.
Auch als „Brigadoon“ (was soll das heißen?) sollte man solch ein ernstes Thema nicht stichwortartig aushusten, sondern die Umstände und Probleme etwas deutlicher benennen.
Zunächst vermute ich, dass du der Vater des etwas schwierigen Kindes bist. Das Problem ist dir also schon länger bekannt und du bist bislang gut damit zurecht gekommen.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn man sich selbst eingestehen muss, dass der eigene Sohn sich nicht gemäß der persönlichen Wunschvorstellung entwickelt. So ist das aber mit den Kindern, man ist vor Überraschungen nie sicher und muss mit Enttäuschungen leben. Ein Leben lang, das Kind bleibt dein Kind.
Unterstellen wir einmal, dass du in der Vergangenheit bereits versucht hast Einfluss zu nehmen, jedoch nicht mit dem erwarteten Erfolg.
In deiner Position als Vater kannst du natürlich auch von deinem Recht Gebrauch machen und etwas Druck machen. Dass du nach dem Gesetz deiner Barunterhaltspflicht nachkommen musst, ist dir ja bekannt. Aber es gibt auch Grenzen der sozialen Verantwortung.
Wenn ein erwachsenes Kind keine Anstrengungen unternimmt, seine Lage schuldhaft verursacht hat und die Eltern dennoch finanziell belastet, kann der Unterhalt verwirkt werden. Natürlich bedarf es einer rechtlichen Absicherung.
Es wäre ein denkbarer Weg, unter Hinzuziehung einer neutralen Vermittlerperson, mit dem jungen Mann ein ernstes Gespräch farüber zu führen.
Wenn ihm die Konsequenzen seines Verhaltens deutlich vor Augen geführt werden, kann er selbst darüber entscheiden, ob ihm an einem guten Verhältnis zu seinem Vater gelegen ist.
Erwarte aber bitte nicht, dass er vor dir salutiert und wie ein Rekrut funktioniert.
Etwas Gefühl darfst du ruhig zeigen, vielleicht ist dort ein Grund für die Situation deines Sohnes zu finden.
Viel Glück!
Steve-HH