Servus Frank,
in Frankreich ist Unterkunft auf gut Glück eine sehr reizvolle Sache. Die oft sehr sympathischen ländlichen Hotels vom Niveau 30…35 € / Doppelzimmer (kommt jetzt drauf an, ob das „günstig“ ist oder nicht) und Privatzimmer in der Kante 20…25 € / DZ gibts selten über Reservierungszentralen: Der Spielraum für die Gebühren ist in dem Preis nicht drin.
„Terminus“ und „de la Gare“ sind ziemlich verlässliche Hotelnamen auf dem Land: Das sind Bahnhofhotels, in der Regel zu längst stillgelegten Bahnhöfen an längst stillgelegten Strecken gehörig, in denen „alles noch da ist“, aber halt kaum mehr Gäste kommen.
Mit Kindern kommt man in französischen Unterkünften oft recht gut zurecht: Drei- und Vierbettzimmer (bzw. Aufbettungsmöglichkeit) sind auf dem Land noch recht verbreitet, mit entsprechenden Budget-Effekten.
Wenn man nicht aus Dosen essen will, sondern auch einmal einen anderen für sich kochen lässt, bekommt man für 15€ pro Nase ein so ausführliches Essen wie in D seit der Krummrechnung der Preise durch die Herren Gastronomen kaum mehr.
Wenn Euch Wasser Vergnügen macht: Probier doch mal das Plateau des Mille Etangs, zwischen Lure/Luxeuil/le Thillot (Westlich von Grand Ballon und Ballon d’Alsace, Südvogesen).
Außerdem ist die Lorraine schon fast bei Euch in der Nachbarschaft voll mit allen möglichen Seen, Teichen und so, und touristisch teils wenig erschlossen, was sich natürlich auch auf die Preise auswirkt. Dieses Broschürchen ist leider mit einer sehr schlecht gescannten Karte versehen, aber sonst ganz informativ; es ist erstaunlich, wie „weit weg in Ferien“ man sich da schon dreißig Kilometer hinter der Grenze fühlen kann:
http://crtlorraine.free.fr/PDF/Lorraine_pratique_de.pdf
Und wenn Ihr trotzdem ein wenig planen wollt, könnt Ihr Euch sehr bezahlbare Privatunterkünfte ohne Überraschungen suchen bei:
http://www.gitesdefrance.fr
- Und dann hab ich noch ein Adresslein zwischen Besancon und Pontarlier im Loue-Tal (schönes Wanderrevier, steil eingeschnittenes Juratal, Source de La Loue und du Pontet zwei wildromantische Quellhöhlen, wo unterirdische Flüsse aus dem Felsen brechen): Die „Villa sans Facon“ in Vuillafans, ein Hotel von 1910, damals „Grand Tourisme“, heute eher auf dem absteigenden Ast; der Alte, der das betreibt, ist ein bissel eigen, aber ein herrlicher Platz mit großem Garten am Ufer der Loue für heiße Sommertage, und der Preis kaum der Rede wert. Der Alte spricht allerdings bloß Französisch.
Villa sans Facon, Vuillafans, Tél. 00 33 3 81 60 90 79.
In Vuillafans gibts noch zwei Speisegaststätten, die überlebt haben, mit der Folge, daß man für kleines Geld essen kann, weil sie wissen, daß es in einigen Jahren wohl bloß noch eine geben wird…
(Die 1:25.000er Wanderkarte der Gegend hab ich noch zu verleihen).
Schöne Grüße
MM