Unterm Strich nur Chaos?

Hallo Diät-Freaks und möchte-gern-Gesundheitsminister!

Wir wollen gesund sein, uns für unsere Ansichten attraktiv fühlen und dabei noch glücklich leben.
Mit diesen Erwartungen stellen viele fest, dass die Waage genau das Gegenteil zeigt und nun schluss mit lustig ist. Aber NEIN meint der Nachbar, das Gewicht ist egal, das Körperfett ist entscheidend! Da schreit die kräftige Tante Erna vom Gartenzaun aus: „Ich habe gelesen, man solle nach seinem Gefühl gehen und da ich mich gesund fühle, brauche ich keine Diät. Ich bin wie ich bin.“ Jogger Mike ruft im vorbeigehen: Solange Du Sport regelmäßig Sport treibst, pendelt sich Dein Gewicht von selber ein. Falsch meint Kurt, der BMI ist entscheidend! …

??? Was nun ???

Wir leben im 21. Jhd. und wissen nicht, wann wir zuviel/zuwenig Gewicht haben. Ab wann es wirklich ungesund ist und welche Parameter dafür als Richtzeiger in Frage kommen? Der Mars wird in absehbarer Zeit von Menschen betreten werden…

Die Leute werden im Durchschnitt in den Industrieländern immer fetter, parallel steigt die Anzahl der möglichen Diäten. Während manche meinen, die Urzeitkost wäre das non-plus-ultra, verteufeln andere die Fette, wieder andere sehen die Schuld in den Kohlenhydraten. Der Jojo-Effekt scheint bei keiner Diät ausgeschlossen zu sein.

Hat die Lebensmittelindustrie, die Bequemheit der Menschen und die Profitgier von Diätbüchern soviel Einfluss, dass keiner an der nachgewiesenen Wahrheit interessiert ist? Ist das Thema wirklich so komplex und kompliziert, dass es keine allgemeingültigen Richtlinien geben wird?

Wenn es Statistiken gibt, sind diese z.T. manipuliert bzw. zu einseitig betrachtet. Man meint den entscheidenden Faktor gefunden zu haben? Falsch! Nächste Woche kommt eine Statistik heraus, die das Gegenteil behaupten wird.

Wo soll das hinführen? Nicht vorzustellen, dass es früher keine Diäten gab und die Leute im Durchschnitt dünner waren. Aber trotzdem sollten wir doch heute mit den medizinischen Möglichkeiten soweit sein, dass trotz der nicht immer gesunden und modernen Lebensweise das Thema Stoffwechsel/Gewicht/Gesundheit/Übergewicht und damit verbundenen Krankheiten … doch irgendwann durchgekaut sein muss, dass wir wissen, welche Faktoren entscheidend sind und wie man am besten gegen die Fettleibigkeit vorgeht? Dass es nicht gesund ist Fett-zu-sein, scheint erwiesen zu sein… Aber der Rest???

Warum ist das so schwer???

Sehen wir vor lauter Wald die Bäume nicht mehr???

Gruß, grübelnde Susi

Hallo,
so ist Medizin halt. Erschwerend kommt gerade in diesem Bereich hinzu, daß es massig pseudowissenschaftliche „Untersuchungen“ gibt (meist von Hersteller XY gesponsert), die Zielsetzungen der Leute nicht „explizit“ / erwähnt werden (wozu die Diät: Optik / Gesundheit / Wohlgefühl …), bestimmte Personengruppen jedem neuen Trend blindlinks folgen und hier überhaupt alle in einen Topf geworfen werden (Ultradicke vs. Schlankheitsfanatiker).

Gruss
Enno

Hallo,

Das Problem hat so nen Haufen Facetten, die man gar nicht alle erfassen kann. Ich würde sogar sagen: Das Problem ist rund!

Man hat z.B. die Unterscheidung gesund/krank. Jetzt will man diese Unterscheidung an irgendwelche Parameter koppeln, damit man sagen kann: Bis hier gesund, danach krank. Aber keiner der Parameter ist _alleine_ in irgendeiner Form aussagekräftig. Alles nur Richtwerte für den punktförmigen Menschen im Vakuum (und der ist bestimmt nicht lange gesund!) - oder den Durchschnittsmenschen. Selbst alle Werte zusammen sagen höchstens aus, wie hoch die Wahrscheinlichkeit sein wird, irgendwann stoffwchsel- oder gewichtsbedingte Krankheiten zu bekommen.

Die Unterscheidung in gesund / krank ist an sich schon Unsinnig.
Selbst wenn alle Werte stimmen, wird sich der eine oder andere je nach Vorbild immernoch „zu dünn“ oder „zu dick“ fühlen und daher ein Unbehagen bis hin zu Problemen und Krankheiten haben. Brauchen wir jetzt noch einen (psychischen) Parameter? Das idealbild?
Müssen wir uns Gedanken machen, woher die Überernährung kommt? Das Angebot (zumindest hier in der Gegend) ist so groß, die Preise halten sich im Rahmen, wir werden umworben, verführt, verleitet, verlockt und teilweise abhängig gemacht. Was tut man dagegen? Dem Bürger die Mündigkeit absprechen? Essen rationieren?

Ich glaube, wir brauchen eine gewisse Aufmerksamkeit auf unsere Essgewohnheiten. Wer die hat (sein Leben lang) - nicht aufgezwungen, sondern ganz natürlich in seinen anerzogenen oder angelernten Verhaltensweisen, der wird auch kaum Probleme mit Übergewicht bekommen. Aber das Überangebot ist etwas, mit dem wir erst seit einigen Jahren zurecht kommen müssen. Und diese Verhaltensweisen können wir seit maximal einer Generation von den Eltern lernen. Warten wir noch zwei Generationen, dann haben unsere Kinder das auch drauf. Natürlich nur, wenn die Eltern drauf achten.

Fazit: Mehr entspannen und dan Dingen mal ihren Lauf lassen :smile:

Vampy

Hi!

Das Problem ist wohl auch, dass garnicht definiert ist, was gesund ist. Besonders beim Faktor Gewicht ist doch eigentlich garnicht klar, ob und wieviel das Ganze sich auf die Gesundheit auswirkt.

Ich empfehle dir das Buch „Fat Wars“ von Ellen Ruppel Shell. Ich hoffe, dass das auch in Deutschland erhältlich ist, keine Ahnung ob es schon übersetzt wurde oder nicht.

In dem Buch ist ziemlich gut beschrieben, was für wissenschaftliche Arbeiten über das Gewichtsproblem so erstellt wurden, und wie die Wissenschaft allgemein weiterkommt. Falls du abnehmen willst, würde ich dir das Buch aber nicht empfehlen, weil es ziemlich pessimistisch in die Zukunft schaut. Dabei darf man aber auch nicht vergessen, dass es dabei um das allgemeine Übergewicht geht, und nicht um eine einzelne Person.

gruss,
Michèle

Hallo Michèle,

finde, das Thema ist nicht einfach so hinzunehmen. Eben weil es nicht definiert ist, kann sich jeder das beste raussuchen. Klar ist auch, dass das Problem nicht einfach abzuhandeln ist. Anstatt prophylaktisch gehen Diabetes, Herzinfarkt, orthopädische Schäden infolge Übergewicht/ungesunde Ernährung vorzugehen, wird viel mehr an den Besserungen des körperlichen Zustandes nach Ausbruch der Krankheit geforscht.
Aber komisch ist, dass es keinen zu interessieren scheint und das z.B. die Deutsche Gesellschaft für Ernährung wohl langsam auch keine Richtlinien auf den Stand der aktuellen Entwicklung herausgeben möchte(korrigiert mich bitte, wenn ich da schlecht informiert bin)
Eben weil man wortwörtlich schnell ins Fettnäpfchen tapsst, traut sich da auch keiner mehr ran, das Thema aufzuarbeiten und mal auf den Tisch zu hauen.
Und da gewinnen angebliche Wundergurus schnell die Oberhand.

Susi

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Hallo,
bzgl. fehlender Prophylaxe - damit kannst Du durchaus richtig liegen - ein nicht unerheblicher Teil der Forschungsgelder stammt aus der Pharmaindustrie - per se nicht unbedingt negativ zu bewerten, denn ohne diese Gelder würde vermutlich gar nicht mehr geforscht. Allerdings hat der Geldgeber Einfluß auf die Richtung in der geforscht wird.

Gruss
Enno

hi susi,

andersrum: neben den vielen diäten werden die leute dicker. durch die vielen diäten werden die leute immer dicker. durch die blöden behauptungen, es gäbe gesunde ernährung wissen die leute überhaupt nicht mehr, was sie essen sollen.
daß diäten unterm strich nichts bringen, hat ja enno oft sehr schön erklärt.
es gibt nur die eine methode. energiezufuhr und energieverbrauch in einklang bringen und den arsch hochzubekommen(sport).
man denkt oft, es gebe eine ernährungswissenschaft: dem ist aber nicht so. alle erkenntnisse sind noch im vorwissenschaftlichen stadium.
auch die dge arbeitet sehr oft mit der methode pi X daumen X fensterkreuz.
wer weiß schon, daß z.b. der vitaminbedarf eines menschen in jedem land anders festgelegt wurde?
die dge teilte mit, ihr 75mg pro tag wären eine konsensschätzung.
im grunde ernähren sich die meisten leute ohne werbung der lebensmittel- und pharmaindustrie völlig richtig.
nur die menge haben wir nicht im griff.
quarks und co.(wdr) wies 2004 z.b. nach, daß mengenangaben in rezepten in den letzten 20 jahren bei etlichen rezepten in kochbüchern verdoppelt wurden.
das gleiche gilt für portionen in junkfoodkettenrestaurants.
es gibt leider keinen nachweis, daß dicke menschen schneller sterben.

strubbel
Y:open_mouth:)

der Strich wandert nach oben
Solange „man“ heutezutage 40€ pro Monat in Fittnesstudios lässt, und Rolltreppe fährt, sich seinem Körper KEINER „Qual“ mehr aussetzt, sprich nicht hungern will, (Neandertaler waren 2 wochen unterwegs für ein Vieh) sich nicht bewegen will, haben Literatur und „Quacksalberei“ Hochkonjuntur.
Denn lesen tut man im sitzen.Man kann etwas dabei knabbern…
Am besten „Abnehmkekse“ und Sprudel mit Sauerstoff statt Kohlensäure…Und zuhören ist schön und all diese visionen…
„Da bomb“ würde der Amerikaner sagen !