folgende Frage in die Runde (alle eure Meinungen zum Thema sind mir wichtig): Wie passt für euch eine strategische Unternehmenberatung und das Thema Personaldienstleistung („Zeitarbeit“) aus einem Unternehmen zusammen?
Hintergrund:
Ein Unternehmen hat den Bereich „Beratung“, in dem Unternehmen beraten werden und der mittelfristige Weg in Richtung Management-Beratung geht. Kunden sind heute schon die Großkonzerne dieses Landes und der aktuelle Anteil an klassischer Management-Beratung leigt bei ca. 30%.
Ein Teil das Management des Unternehmens kam nun auf die Idee, einen neuen Teilbereich zu eröffnen: Personaldienstleistungen, sprich Zeitarbeit. Warum? Weil die großen Unternehmen zunehmends externes Personal suchen.
Ich persönlich finde, dass beide Bereiche unter einem Dach nicht so einfach sind, da die beiden vom Ansehen und der Art und Weise der Außenwirkung und des Auftretens sich sehr unterscheiden. Noch dazu unterscheiden sich beide Bereiche in ihren Tagessätzen sehr, so das sich Angst hätte, dass die Tagessätze der „Beratung“ daunter leiden.
Aber wie seht ihr das? Was würdet ihr vorschlagen?
Ich persönlich finde, dass beide Bereiche unter einem Dach
nicht so einfach sind, da die beiden vom Ansehen und der Art
und Weise der Außenwirkung und des Auftretens sich sehr
unterscheiden. Noch dazu unterscheiden sich beide Bereiche in
ihren Tagessätzen sehr, so das sich Angst hätte, dass die
Tagessätze der „Beratung“ daunter leiden.
Kann ich nicht nachvollziehen, da gerade die wirklich großen Beratungsunternehmen genau das schon seit langem praktizieren. Natürlich nicht in Form einer Zeitarbeitsfirma sondern als Business Process Outsourcing (IT, Payroll, Recruiting, Procurement, Real Estate usw.)
Fragt sich halt bloß, ob gute Berater auch gute Manager sind. Es ist eine Geschichte, anderen gute Ratschläge zu geben, eine andere, selbst Risiko und Verantwortung zu übernehmen.
Im Prinzip hast Du recht. Nur sehe ich meinen Vorfall nicht als BPO (in dem z. B. der Support der IT ausgegliert wird). Bei mir geht es mehr darum, dass z. B. eine Abteilung eines Großkonzerns knappe Ressourcen hat (und auch keine Planstellen) und somit externes Personal „kauft“. Also wie z. B. eine Assistentstätigkeit, eine Person als rechte Hand des Projektleiters, ein Teilprojektleiter usw.
Das ist ja im Prinzip auch Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung. Und genau damit habe ich Probleme, da ich der Meinung bin, dass eine hochwertige Beratung und eine „billige“ Zeitarbeit unter einem Firmennahmen nicht gut sind --> für die Beratung.
Ich weiß, dass andere Firmen mit ähnlichem Geschäft eine eigene GmbH gegründet haben für das Thema Zeitarbeit. Ich bin mir nur nicht sicher, ob dies aus Gründen der Sicherheit gemacht wurde, oder einfach auch dafür, dass man sich die Tagessätze nicht versaut und eine klare Trennung hat.
ich kann dir nur zustimmen, beide Bereiche unter einem Dach dürfte nicht einfach sein! Auch scheint es mir nicht plausibel, daß sich ein Unternehmen an eine Zeitarbeitsfirma wenden würde, wenn es um die strategische Ausrichtung des Unternehmens geht. Ich denke, da wird man sich nach wie vor an etablierte Consultig-Unternehmen wenden und erst anschließend eventuell mit einzelnen konkreten Projekten an eine Zeitarbeitsfirma, oder als Unterstützung bei der Streuung der strategischen Ausrichtung.
Nun ja, ich persönlich habe keine Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen und will ihnen auch nichts unterstellen, aber für mich hätte es irgendwie auch den unangenehmen Beigeschmack, nicht vollständig neutral im Sinne des Unternehmens zu sein, wenn sie bereits bei der strategischen Ausrichtung im Boot sässen, weil sie natürlich daran interessiert sind, sich einzubringen und vielleicht schon Folgeaufträge wittern. Ich will aber wie gesagt nichts unterstellen und kann auch nicht aus Erfahrung sprechen. Es ist nur ein Eindruck, was auch sein könnte (Konjunktiv!)
Bei mir geht es mehr darum, dass z. B. eine Abteilung eines
Großkonzerns knappe Ressourcen hat (und auch keine
Planstellen) und somit externes Personal „kauft“. Also wie z.
B. eine Assistentstätigkeit, eine Person als rechte Hand des
Projektleiters, ein Teilprojektleiter usw.
Aber genau das ist doch wesentlicher Teil des Geschäftsmodells von Beratungshäusern. Selbst derer, die eigentlich kein Bodyleasing betreiben: Langfristig zwei, drei Mann in einer Abteilung einer Konzernzentrale, da sagt doch kein Principal nein:
Ein bisschen sichere Grundlast, bisschen Youngster einführen und immer den Fuß in der Türe, wenn ein kleines Beratungsprojektchen nebendran geschnürt werden kann.
Neben arbeitsrechtlichen Gründen (Mindestlohn Zeitarbeit, Verhinderung Betriebsräte) sprechen auch Gründe der Haftung (geht ein „Unternehmenszweig“ pleite, kann der andere weiterlaufen) und das Steuerrecht für eine Trennung.
Die Beratung dürfte in aller Regel, wenn es keine GmbH (oder anderes körperschaftsteuerpflichtiges Gebilde) ist, als freiberuflich nach § 18 EStG zu qualifizieren sein. Damit entsteht üblicherweise auch keine Gewerbesteuer.
Zeitarbeit/Personalüberlassung wird aber wohl stets ein Gewerbe sein und damit Gewerbesteuer auslösen.