Unternehmensgründung Eventmanagement/Personenbeför

Hallo geehrte „Wissende“!

Ich möchte mich demnächst als „Eventmanagement“ selbstständig machen? Zu diesem zugegeben kompakten Thema habe ich nun allerdings noch ein paar Detailfragen, welche ich hoffe, nach den bisher sehr guten Erfahrungen, mit Hilfe dieses Forums lösen zu können.

1.) Laut meiner Steuerberaterin benötige ich keine besonderen, expliziten Voraussetzungen, um ein Gewerbe als „Eventmanager“ zu beantragen. Ist das korrekt?

2.) Des Weiteren habe ich vor im Rahmen meiner Tätigkeit auch einen Personenbeförderungsservice anzubieten. Die Beantragung der Genehmigung bei der zuständigen unteren Verkehrsbehörde läuft bereits. Kommen wir aber zu den Detailfragen. Unter anderem möchte ich Krankentransportfahrten (Sitzendbeförderung) durchführen. Wer kann mir genau erläutern, wie ich hiermit beginne? Ich meine, kann ich hier frei werben, Kunden bzw. Patienten befördern, den Selbstkostenanteil einbehalten? Wie rechne ich dann meine Kosten bei der jeweils zuständigen Krankenkasse ab?

3.) Weiter zum Thema Personenbeförderung! :wink:)) Für Mietwagen schreibt das PBefG bzw. die BOKraft unter anderem einen Wegstreckenzähler und eine Alarmanlage vor. Gibt es Möglichkeiten von einer oder beiden Pflichten befreit zu werden und trotzdem den normalen Mietwagenverkehr durchzuführen? Schließlich entstehen ja auch erhebliche Kosten bei Einbau und Wartung (Wegstreckenzähler muss alle zwei Jahre beim Eichamt geeicht werden!).

4.) Und nun auch schon zu meiner vorletzten Frage! :wink:)) Eigenwerbung an Mietwagen. Ich weiß, dass man im Land Brandenburg mit Genehmigung „nach außen wirkende Eigenwerbung für Mietwagen“ durchführen kann. Wo beantragt man die Genehmigung (bei der oberen Verkehrsbehörde = Bezirksregierung?) und beruft man sich dabei dann auf § 43 der BOKraft? Gibt es Formulare oder Vordrucke diesbezüglich und wie darf die Eigenwerbung dann gestaltet sein?

5.) Und schließlich noch folgendes Fallbeispiel. Ich bin Unternehmer und befördere Personen mit Mietwagen. Aufgrund eines Unfalls oder Defekts fällt mein Fahrzeug aus. Kann ich nun selbst einen Mietwagen eines Dritten anmieten, um meine Tätigkeit so lange fortzuführen, bis mein Fahrzeug wieder einsatzbereit ist? Ich frage dies, weil ja das entsprechende Fahrzeug in geschildertem Fall nicht in meinem Konzessionsauszug vermerkt ist. Gibt es Sonderregelungen diesbezüglich? Ansonsten hätte ich ja in solchen Fällen mitunter enorme Verdienstausfälle!

Ich danke allen, die mir weiterhelfen können und wollen bereits vielmals im Voraus und verbleibe mit besten Grüßen!

Schlage vor, dass Du erst mal mit einer Geschäftsidee anfängst und dann die weiteren Bereiche aufgreifst. Mit Deiner Eventagentur solltest Du bereits voll ausgelastet sein, wenn Du als einer von 100000 Anbietern in den Markt kommen möchtest. Auch zeitlich nimmt einen so eine Agentur gut in Anspruch. Da kannst Du davon ausgehen, dass Du auch bei den Events Deiner Kunden in den Abend- und Nachtstunden am Anfang präsent sein musst, um nach dem Rechten zu schauen. Oftmals muss man auch mit anpacken. Das ändert sich erst, wenn Du ordentliches Personal hast, das eigenverantwortlich arbeitet. Nur, wenn Du wirklich TOP bist, wirst Du Folgeaufträge generieren können. Und TOP heißt wirklich alles muss stimmen. Angefangen beim Personal das ordentlich gekleidet und sauber und adrett auftritt, höflich ist und auch noch weiß wie man bedient, über ordentlich gefüllte Salzstreuer ohne Salzkruste, Richtig gelegtem Besteck, polierten Gläsern, Parkplätzen, schicken Toiletten in ausreichender Menge, Anordnung von Buffets etc, etc… auch, wenn Du das Essen irgendwo bestellst, bist Du für das was Du organisierst voll verantwortlich und muss von dir kontrolliert werden und das gibt ewige Diskussionen mit Lieferanten etc… Als beratendes Unternehmen unterstützen wir ab und an Existenzgründer bei der Markteinführung mit Events … und das ist, obwohl das nur ein Bruchteil von dem ist, was eine Eventagentur bieten muss, schon super anstrengend da alle Termine zu koordinieren.

Die Sache mit den Krankentransporten ist nicht so einfach, wie Du es Dir vorstellst. Da haben sich schon andere aus dem Fach die Zähne ausgebissen. Die Finanzierung ist auch nicht besonders einfach, da Du Verträge mit den Kassen benötigst und das ist ein Thema für sich, wie man diese aushandelt. Außerdem müssen die PKWs bestimmten Anforderungen genügen wie z.B. auch für Rollstuhlfahrer geeignet sein etc…
Gesichert Geld verdient man in dem Bereich nur, wenn man z.B. vom Land oder von der Gemeinde einen Vertrag für die Beförderung behinderter Kinder zur Schule etc. erhält. Diese Verträge sind in der Regel jedoch befristet und werden immer wieder neu ausgeschrieben.
Da im Gesundheitswesen gerade richtig Bewegung ist und sich die Situationen für die Anbieter gerade eher finanziell verschlechtern als verbessern und die Anforderungen immmer höher werden, würde ich Dir raten da die Finger von zu lassen, wenn Du nicht auf einen Partner zurück greifen kannst, der Dich mit Arbeit und Informationen versorgt und die Trends und Informationen zu bewerten weiß.

Will Dir die Idee nicht generell ausreden, spreche hier aber aus meiner beruflichen Erfahrung. Betreue Unternehmen aus dem Gesundheitswesen und die haben gerade alle die „Schn…“ gestrichen voll. … insbesondere von den Versicherungen…Und dabei handelt es sich um gestandene große Unternehmen, die noch die guten Jahre miterlebt haben. Mal eben geht in der Branche gar nicht!!! Du musst die Drahtzieher kennen und wissen wie hier die Uhren ticken. Habe selbst über zwei Jahre gebraucht um die Verstrickungen im Bereich der Pflegedienste zu verstehen…

Möglichkeiten von einer oder beiden Pflichten befr

3.) Weiter zum Thema Personenbeförderung! :wink:)) Für Mietwagen
schreibt das PBefG bzw. die BOKraft unter anderem einen
Wegstreckenzähler und eine Alarmanlage vor. Gibt es
Möglichkeiten von einer oder beiden Pflichten befreit zu
werden und trotzdem den normalen Mietwagenverkehr
durchzuführen?

In Niedersachen Anruf bei der Strassenverkehrsbehörde, Fall kurz schildern und Du wirst unterbrochen, dass Du nicht weitererzählen musst, sondern nur 50 EUR überweisen musst. Also, eMail hin, Genehmigung (beides) kommt prompt mit Zahlungsaufforderung binnen 14 Tagen. 50 EUR pro Genehmigung - eine Genehmigung pro PKW …
Aber wiegesagt, kann nur für Nds. sprechen, kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein.

Den genauen Ansprechpartner kann Dir aber Deine untere Verkehrsbehörde mitteilen …

viel erfolg!

Vielen Dank für den Tip! Ich rekapituliere noch einmal ganz kurz: Zumindest in Niedersachsen reicht es aus, dass man von den der Pflicht eines Wegstreckenzähler und einer Alarmanlage in einem Mietwagen befreit wird, wenn man dies nur schriftlich bei der (unteren oder oberen?) Verkehrsbehörde einreicht. Weißt Du eventuell auch, auf welcher rechtlichen Grundlage dies geschehen kann oder mit welchen Argumenten man dies zumindest begründen kann/muss?

Vielen Dank im Voraus!

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Hallo Alexandra! Vielen Dank auch an Dich für Deine ausführliche Antwort. Vielleicht kann ich nachfolgend noch ein paar Dinge erklären, so dass Du (man) meine Pläne wenigstens im Groben etwas nachvollziehen kann.
Ich weiß, dass das Tätigkeitsfeld „Eventmanagement“ von inflationär vielen Anbietern bearbeitet wird. Sicherlich liegt das auch an Zugangsvoraussetzungen, aber auch an dem möglichen, relativ breit gefächerten Angebot. Nach einiger Überlegung war vor allem das auch für mich der Hauptbeweggrund, meine Unternehmung in diesem Bereich zu starten. Ich muss mich mit einer Gewerbeanmeldung also nicht zu eingeschränkt festlegen. Gerade als Neugründer wird man mir nicht sofort die Türen einrennen. Schon gar nicht, wenn ich auf Nummer sicher mit einem bereits erprobten Konzept beginne. Soll heißen, ich denke mir, wenn es zum Beispiel mit einem Limousinen- und Fahrservice nicht sofort kostendeckend funktioniert (wovon auszugehen ist), so habe ich wenigstens die Möglichkeit, auch andere kurzfristig organisierbare Events zu gestalten, um Einnahmen zu haben. In diesem Bereich habe ich auch Bekannte, die genau in diesem Metier bereits arbeiten und mit mir, zumindest teilweise, zusammenarbeiten wollen.
Zum anderen möchte ich zunächst einmal auch mit „den kleinen Brötchen“ anfangen. Das heißt, ich möchte kleinere Events (auch gern mit Partnern) in einem Rahmen selbst organisieren und veranstalten, die mich nicht gleich in den finanziellen Ruin treiben. Ich sehe solche Veranstaltungen einerseits als Übungen und als Eigenwerbung an. Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass solche „Übungen“, gerade auch wenn sie als Werbung dienen sollen, im besten Falle einen guten Eindruck bei der potentiellen Kundschaft hinterlassen sollten.
Auch fürs Catering habe ich schon Leute, mit denen ich zusammenarbeiten kann und die gut sind. Sehr gut werden wir dann gemeinsam im Laufe der Zeit. Ich weiß, dass hört sich jetzt blöd an. Ich möchte aber hier auch nicht völlig abgehoben oder wie die Theoretiker daher schwafeln. Fakt ist, dass meine Kunden in erster Linie Leute sein werden, die sich nicht dekadente Mehrgänge-Menüs von irgendeinem aufgeblasenen Meisterkoch aufschwatzen lassen. Demnach müssen vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Qualität und unbedingt der Service stimmen. Und hier sehe ich unter anderem meine Stärke. Ich habe über Jahre meine Erfahrung in Bereichen machen dürfen, wo es darauf ankam, den Servicegedanken zu lehren und konsequent anzuwenden. Das möchte ich nun auch selbst versuchen, gut umzusetzen.

Zum Thema Krankentransporte. Ich sehe die Sache eigentlich ebenso wie Du. Auch hier habe ich Bekannte, die in dieser Branche arbeiten (Fahrdienst für Behinderte). Ich fand es taktisch jedoch nicht allzu klug, genau diese Leute zu fragen, wie man ins Business einsteigen kann, weil ich ja schließlich auch direkte Konkurrenz wäre. Der Markt, den wir dann gemeinsam beackern, ist nicht so ertragreich, als dass man Mitkonkurrenten mit offenen Armen und Schulter klopfen begrüßen würde. Was mich aber stutzig machte und mir diese Idee eigentlich erst nahe brachte, war die Tatsache, dass sehr viele der Taxifahrer in unserer kleinen Gemeinde gar nicht mehr ausschließlich vom eigentlichen Taxi fahren leben sondern vielmehr von den anscheinend (noch) sehr lukrativeren Krankenfahrten.
Aufwand und Risiko als Neueinsteiger sind mir aber auch zu umfangreich. Ich werde mich eher auf andere Bereiche im Kerngeschäft konzentrieren.

Also vielen Dank noch einmal für die fundierten und hilfreichen Tipps und einen schönen Restsonntag!

PS: Da ich für meine Existenzgründung auch eine Förderung von der AfA beantragen möchte, erstelle ich derzeit gerade den obligatorischen Businessplan und suche noch eine fachkundige Stelle zur Prüfung des Selben. Können wir hierbei nicht eventuell auch ins Geschäft kommen? :wink:))
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