Unterricht bei längerer stationärer Aufnahme

Hallo,

Wenn jemand wegen einer psychischen Behandlung 4-6 Wochen stationär aufgenommen wird. Wie verhält es sich dann mit der Schule, wenn der Arzt eine sofortige Behandlung empfiehlt? Muss das Schuljahr (12. Klasse, Gymnasium, NRW) dann wiederholt werden? Gibt es dann Unterricht in der Psychatrie (kann ich mir nicht so recht vorstellen [Leistungsdruck]), oder kann das nachgearbeitet werden?

Gruß
master

Hallo Master,

es gibt Kliniken, die Lehrer haben, um zumindest die Kernfächer zu unterrichten. Ob jetzt jeder Patient in diesen Genuss kommt, weiss ich nicht, evtl. nur Patienten, die noch deutlich länger aufgenommen sind.

Genaueres kann aber nur die konkrete Klinik sagen, evtl. mal bei der Krankenkasse nachfragen.

Ob das Schuljahr wiederholt werden muss, ist sicher auch von den Leistungen abhängig. Unabhängig davon sollte der Kontakt zum Klassenlehrer wahrgenommen werden, um Hausaufgaben, evtl. Materialien in die Klinik zu bekommen (zumindest in den Kernfächern).

Aber hier sollten die Ärzte das letzte Wort haben, ob diese Belastung der Genesung im Wege steht, dann doch lieber ein Jahr wiederholen.

Gruß Volker

Hallo!

Wenn jemand wegen einer psychischen Behandlung 4-6 Wochen
stationär aufgenommen wird. Wie verhält es sich dann mit der
Schule, wenn der Arzt eine sofortige Behandlung empfiehlt?

Wenn die seelischen Probleme so groß sind, dass eine stationäre Behandlung notwendig ist, dann sollte man vielleicht Schule mal Schule sein lassen. Die Klinik ist dafür da, sich mit sich zu beschäftigen und nicht immer nur zu funktionieren.

Muss das Schuljahr (12. Klasse, Gymnasium, NRW) dann
wiederholt werden?

Wenn man den Stoff anschließend nicht soweit aufholen kann, dann ist das vermutlich so.

Gibt es dann Unterricht in der Psychatrie
(kann ich mir nicht so recht vorstellen [Leistungsdruck]),
oder kann das nachgearbeitet werden?

Ohne das genauer zu wissen: Ich glaube nicht, dass dafür Lehrer bereitgestellt werden.

Wenn die psychische Befindlichkeit das hergibt und es den Behandlungsfortgang nicht stört, können ja Unterlagen bearbeitet werden. Die wird der Lehrer, sofern das möglich ist, nach Rücksprache sicher zur Verfügung stellen.

Da oben von Leistungsdruck gesprochen wurde: Erst kommt der Mensch dann die Schule.

Aber danach hattest du nicht gefragt und das steht mir vielleicht gar nicht zu, das zu sagen. Es war mir ein Bedürfnis.

LiebeGrüßeChrisTine

Gibt es dann Unterricht in der Psychatrie
(kann ich mir nicht so recht vorstellen [Leistungsdruck]),
oder kann das nachgearbeitet werden?

Da oben von Leistungsdruck gesprochen wurde: Erst kommt der
Mensch dann die Schule.

Aber danach hattest du nicht gefragt und das steht mir
vielleicht gar nicht zu, das zu sagen. Es war mir ein
Bedürfnis.

Das war eher eine Vermutung von mir, dass wenn man in psychiatrische Behandlung geht, dann vielleicht nicht mit dem Stoff belastet werden kann…

Der Aussage, dass die Schule nur an 2. Stelle kommt stimme ich zu, aber wenn es sich kombinieren lässt, wäre es denke ich mal besser.

Gruß
master

KiJuPsych - ‚Schule für Kranke‘
Hallo Master,
ich kenne es so, dass für stationäre Aufenthalte in der KJP die Schule für Kranke besucht wird. Nicht nur bei Kurzaufenthalten, aondern auch bei den *normalerweise* länger angelegten ~3 Monate.

Die Lehrer der Regelschule werden informiert und gebeten, den in der Zeit zu behandelnden Unterrichtsstoff mitzugeben, so dass man nicht alles nacharbeiten oder womöglich das Jahr wiederholen muß.
Da Du leider nicht mehr zu Deinem Bundesland angegeben hast, hier nur ein allgemeiner Link, mußt Du jetzt bitte selber suchen:
http://www.google.de/search?hl=de&q=Schule+f%C3%BCr+…
Andere Möglichkeit: Du gibst die entsprechende Klinik ein und guckst auf deren Internetpräsenz nach der Beschulung, gleiches Stichwort.
Oder, Du rufst dort einfach an :smile:

Nur etwas ot:
„Leistungsdruck, kann ich mir nicht so recht vorstellen“ - „Erst der Mensch, dann die Schule“, finde ich zwar grundsätzlich einen interessanten Ansatz, aber:
das Leben geht weiter, grade bei psychischen Erkrankungen ist es wichtig, das möglichst viel „Alltag“ erlebt wird, darum sollte man als Jugendlicher auch seine schulische Ausbildung weiterführen dürfen.
Schule wird im *therapeutischen Sinne* nicht als Belastung angesehen, sondern als Alltagsbegleitung/ Unterstützung der Therapie.
Auch in der KJP hat man ja nicht den ganzen Tag therapeutische „Sitzungen/ Anwendungen“, genausowenig wie im Krankenhaus, wenn man z.B. ein Bein gebrochen hat…
Niemand soll, um zu gesunden, ganz vom Alltag und seinen Pflichten freigestellt werden. Im Anschluß an den Klinikaufenthalt geht der Alltag ja auch weiter. Eine Art kompletter *Käseglocke* über einen Erkrankten zu setzen ist nicht die optimale Lösung…
Grüße und alles Gute,
Finjen

Wenn jemand wegen einer psychischen Behandlung 4-6 Wochen
stationär aufgenommen wird. Wie verhält es sich dann mit der
Schule, wenn der Arzt eine sofortige Behandlung empfiehlt?
Muss das Schuljahr (12. Klasse, Gymnasium, NRW) dann
wiederholt werden? Gibt es dann Unterricht in der Psychatrie
(kann ich mir nicht so recht vorstellen [Leistungsdruck]),
oder kann das nachgearbeitet werden?

HAllo, meine damalige Schule lag im Einzugsgebiet der KJP und dadurch kam es durchaus dazu, dass immer mal wieder einzelne Dauerpatienten für ein halbes Jahr oder auch ein ganzes als Gastschüler an unserer Schule waren, damit sie soviel Normalität wie möglich erleben.
Was sie in die Psychiatrie gebracht hat, war dabei nie Thema, und lediglich die LEhrer hatten ein Problem damit, weil sie nicht wussten, wie sie zB. Stofftechnisch damit umgehen sollten oder weil Extraerlaubnisse eingeholt werden mussten für jedwede Aktivität (Ausflüge nicht nur Unterschrift der Eltern, die oft weit entfernt wohnten und ein paar Posttage dauerte, sondern auch ok der Ärzte, die sich erst beratschlagen mussten und was noch länger dauerte)
Ansonsten war es kein unterschied zu den Englischen Gastschülern oder den „das letzte Jahr noch auf einer REgelschule“ machenden Waldörflern.

Gruß Susanne