Unterschied BA - FH

Wer kann mir sagen worin der Unterschied(Rang) zwischen BA und FH liegt. Was ist besser angesehen? Wie kann ich erkennen ob welche FH(BA) am besten ist ? (BWL/Marketing)
Danke Gaudenz

Wer kann mir sagen worin der Unterschied(Rang) zwischen BA und
FH liegt. Was ist besser angesehen? Wie kann ich erkennen ob
welche FH(BA) am besten ist ? (BWL/Marketing)
Danke Gaudenz

Hi!

Offiziell sind diese beiden Hochschultypen einander gleichgestellt. So ist der Abschluß an einer BA dem an einer FH gleichwertig.
Allerdings muß man wohl sagen, daß die BA ein Projekt war welches fehlschlug. Schaue Dir nur mal die absoluten Zahlen der existierenden Berufsakademien und Fachhochschulen an. Die Fachhochschule ist auf jeden Fall, trotz ihrer Unterschiede zur UNI, eine waschechte Hochschule was die Anforderungen an die Studenten und die Qualifikation des Lehrkörpers angeht.
Ich konnte mir einige Male Vorlesungen an einer BA anhören, und muß sagen, daß das meines Erachtens wohl mehr Technikerniveau hatte.
Ich würde also auf alle Fälle dem 8semestrigen Vollzeit FH-Studium den Vorzug geben!

Gruß
Tom

Hallo Tom, hallo Gaudenz,
ich habe gerade gelesen was Tom als Antwort geschrieben hat. Ich lasse es jetzt einfach mal auf einen Expertenstreit ankommen.
Ich bin BA-Student und kann aus eigener Erfahrung und vielleicht auch aus Unternehmenssicht (das ist das wichtigste bei einem BA-Studium) sprechen.
Offiziell sind ein Diplom von FH und BA gleichwertig. Da hat Tom recht.
Danach gibt es einigen inhaltlichen Unsinn.
„Die BA ist ein Projekt was fehlschlug“ erklärt Tom und kommt damit in arge Erklärungsnot.
In Stuttgart gibt es zwei Berufsakademien. Die VWA und die staatliche BA. An diesen beiden Einrichtungen bilden so renomierte Unternehmen aus wie DaimlerChrysler, Bosch, Alcatel, Stihl. An anderen BA in Deutschland sind es desweiteren Firmen wie Karstadt, obi, debis, mtu München, Messe München…
Es ist also eine ganze Reihe an Firmen, die davon überzeugt ist, sich dort entsprechenden Führungsnachwuchs heranzuziehen.
Generell gilt:
Die Lehrinhalte an einer BA sind durchaus verkürzte Lehrinhalte einer FH oder Uni, dieses muss aber nicht unbedingt ein Manko sein. Es wird gelehrt, was notwendig ist und was Vorraussetzung für einen gelungenen Start ins Berufsleben ist, dieses Wissen wird durch Praxisphasen in dem entsprechenden Ausbildungsunternehmen ergänzt.
Dadurch ist die Ausbildung nicht ganz so wissenschaftlich, aber praxisnah.
Interessant finde ich auch, welche Vorlesungen Tom gehört hat.
Die meisten Dozenten sind Uni- oder FH Professoren, von daher wird ein Vergleich mit einer Technikerschule schon schwierig.

So, jetzt habe ich ersteinmal genug geschrieben. Wenn Du (Gaudenz) noch Fragen zu BA hast, kannst Du gerne an mich schreiben, oder die Frage ins Forum stellen. Ich werde mich bemühen, möglichst vollständig zu antworten.

Gruss aus Stuttgart,
Jean-Bertrand

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Hi Jean-Bertrand

Erstmal will ich mich Entschuldigen falls ich Dir oder anderen BA-Studenten auf den Schlips getreten sein sollte! Es war nicht meine Absicht das BA Studium herabzuwürdigen. Ich würde es nur nicht, und dazu stehe ich, in eine Reihe mit einem Uni oder FH Studium setzen! Grundsätzlich sollte man auch zwischen einem wirtschaftlichen und einem technischen Studium differenzieren.
Ich kann hier nur für letzteres sprechen.
Ich habe erst an einer FH bis zum Diplom studiert und dann an einer TU. An einer BA war ich nie als Student, bin somit also zugegeben auch kein insider!

„Die BA ist ein Projekt was fehlschlug“ erklärt Tom und kommt
damit in arge Erklärungsnot.

Betrachten wir das Ganze doch einmal qualitativ:
Es gibt gut 110 Unis, rund 160 FH’s aber nur 24 BA’s. Betrachtet man die absoluten Studentenzahlen, dann wird dieses Ungleichgewicht noch deutlicher. Denn an einer Uni studieren im Durchschnitt 12000 Studenten, an einer FH 4000, an einer BA dagegen nur 1500.

In Stuttgart gibt es zwei Berufsakademien. Die VWA und die
staatliche BA. An diesen beiden Einrichtungen bilden so
renomierte Unternehmen aus wie DaimlerChrysler, Bosch,
Alcatel, Stihl. An anderen BA in Deutschland sind es
desweiteren Firmen wie Karstadt, obi, debis, mtu München,
Messe München…

Komischerweise gibt es in Bayern überhaupt keine BA’s.

Es ist also eine ganze Reihe an Firmen, die davon überzeugt
ist, sich dort entsprechenden Führungsnachwuchs heranzuziehen.

Der technische Führungsnachwuchs kommt garantiert von keiner BA. Auch von keiner FH! In den meisten Firmen ist doch ab Abteilungsleiter aufwärts die Promotion Pflicht.

Generell gilt:
Die Lehrinhalte an einer BA sind durchaus verkürzte
Lehrinhalte einer FH oder Uni, dieses muss aber nicht
unbedingt ein Manko sein.

Nicht wenn man nur auf eine thematisch eng eingekreiste Berufstätigkeit hinarbeitet. Aber durchaus wenn man ein „kompletter“ Ingenieur sein will. Ich sage nicht, daß so etwas auf einer BA nicht möglich wäre, aber das verküzte Studium ist diesbezüglich von Nachteil!

Es wird gelehrt, was notwendig ist

und was Vorraussetzung für einen gelungenen Start ins
Berufsleben ist, dieses Wissen wird durch Praxisphasen in dem
entsprechenden Ausbildungsunternehmen ergänzt.

Wie gesagt: Praxiswissen alleine ist nicht seligmachend! Wenn man z.B. (so wie ich) wärend dem Studium auf den Trichter kommt, daß man lieber in die Forschung und Entwicklung gehen will, dann hat man als BA-Ing. schlechte Karten!

Dadurch ist die Ausbildung nicht ganz so wissenschaftlich,
aber praxisnah.

Wissenschaftliche Ausbildung und Praxisnähe schließen sich nicht aus, ganz im Gegenteil!

Interessant finde ich auch, welche Vorlesungen Tom gehört hat.
Die meisten Dozenten sind Uni- oder FH Professoren, von daher
wird ein Vergleich mit einer Technikerschule schon schwierig.

Ich habe keine Ahnung wie das in in Stuttgart ist, aber in Berlin oder Dresden sind viele Profs nicht mal promoviert!

Mein Fazit: Mit einem UNI-Abschluß stehen alle Türen offen. Mit FH oder BA sind die Karrierechancen schon eingeschränkt.

Gruß
Tom

Hallo Tom,

da klingt ja einiges schon etwas anders und deutlich differenzierter.
Über die technischen Studiengänge kann ich nicht mitreden, ich studiere BWL. Meines Wissens hat sich Gaudenz aber auch für genau diesen Bereich interessiert. Ich behaupte jetzt mal einfach ganz platt, daß für den Bereich BWL meine Aussagen das Tempo vorgeben.
Generell möchte ich aber noch eins anmerken.
Es gibt ein wunderschönes Sprichwort:
„Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“…
Ich verstehe Dein Zahlenspiel nicht so ganz.
Nach meinen BWL-Kenntnissen ist Masse nicht unbedingt ein Zeichen von Qualität!!!
Premiumqualität wird selten von Massenprodukten erwartet.

Es gibt meines Erachtens aus den folgenden Gründen weniger BAs als andere Studieneinrichtungen:

  1. Die BA sind nicht unbedingt billig für die Firmen
  2. Es ist nicht unbedingt sinnvoll nur interne Nachwuchskräfte zu haben
  3. Manchmal ist ein mehr an wissenschaftlicher Ausbildung wichtig
  4. Nicht jeder möchte/will BA machen

Auch karrieretechnisch ist BA nicht schlecht. Ein Vorstandsmitglied der Lufthansa ist BAler, bei DaimlerChrysler sind Führungskräfte auf Direktorenebene BAler usw…

Und noch eine Frage:
Sind die Bayern wirklich der Nabel der Welt?

Vielleicht sind sie auch einfach nur ein bischen hinter einem allgemeinen Trend hinterher. Alle anderen Bundesländer haben eine solche Ausbildung in der einen oder anderen Form.

Und diese Ausbildung wird gerne angenommen.
Auch von Studenten. Nicht umsonst bewerben sich bei DaimlerChrysler ca. 2000 Menschen auf ca 40 Plätze.
Auch bei anderen Firmen sind die Zahlen ähnlich.

Gruss aus Stuttgart,
Jean-Bertrand

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Tag auch!

Über die technischen Studiengänge kann ich nicht mitreden, ich
studiere BWL. Meines Wissens hat sich Gaudenz aber auch für
genau diesen Bereich interessiert. Ich behaupte jetzt mal
einfach ganz platt, daß für den Bereich BWL meine Aussagen das
Tempo vorgeben.

Akzeptiert!

Generell möchte ich aber noch eins anmerken.
Es gibt ein wunderschönes Sprichwort:
„Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht
hast“…
Ich verstehe Dein Zahlenspiel nicht so ganz.
Nach meinen BWL-Kenntnissen ist Masse nicht unbedingt ein
Zeichen von Qualität!!!
Premiumqualität wird selten von Massenprodukten erwartet.

Ich bin halt trotzdem der Meinung, daß sich ein überlegenes Ausbildungskonzept wenigstens mittelfristig durchsetzen wird. Aber die Tatsache das nunmal an allen Ecken und Enden neue Fachhochschulen, aber so gut wie keine BA’s entstehen wertete ich nicht gerade als Zeichen großer Überlegenheit dieser Ausbildung.

Auch karrieretechnisch ist BA nicht schlecht. Ein
Vorstandsmitglied der Lufthansa ist BAler, bei DaimlerChrysler
sind Führungskräfte auf Direktorenebene BAler usw…

Glaube ich Dir!

Und noch eine Frage:
Sind die Bayern wirklich der Nabel der Welt?

Natürlich nicht!

O.K. dann haben wir ja einen Konsens gefunden, nicht wahr? Ich habe meine Meinung über BA’s jedenfalls neu überdacht!

Gruß
Tom

Hallo Tom,

Tag auch!

Über die technischen Studiengänge kann ich nicht mitreden, ich
studiere BWL. Meines Wissens hat sich Gaudenz aber auch für
genau diesen Bereich interessiert. Ich behaupte jetzt mal
einfach ganz platt, daß für den Bereich BWL meine Aussagen das
Tempo vorgeben.

Akzeptiert!

Generell möchte ich aber noch eins anmerken.
Es gibt ein wunderschönes Sprichwort:
„Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht
hast“…
Ich verstehe Dein Zahlenspiel nicht so ganz.
Nach meinen BWL-Kenntnissen ist Masse nicht unbedingt ein
Zeichen von Qualität!!!
Premiumqualität wird selten von Massenprodukten erwartet.

Ich bin halt trotzdem der Meinung, daß sich ein überlegenes
Ausbildungskonzept wenigstens mittelfristig durchsetzen wird.
Aber die Tatsache das nunmal an allen Ecken und Enden neue
Fachhochschulen, aber so gut wie keine BA’s entstehen wertete
ich nicht gerade als Zeichen großer Überlegenheit dieser
Ausbildung.

Ich werde da wohl anderer Meinung bleiben.
Gründe:
Die BA-Ausbildung kostet einiges an Geld (UNI und FH Studiengänge kosten die Unternehmen nichts).
Ausserdem brauchen die Unternehmen nicht nur BAler (die Mischung machts)
Die Menge hat nichts mit der Überlegenheit zu tun. Ausserdem ist ein BA Studium nicht das Überlegene, sondern eine Alternative!!!

Auch karrieretechnisch ist BA nicht schlecht. Ein
Vorstandsmitglied der Lufthansa ist BAler, bei DaimlerChrysler
sind Führungskräfte auf Direktorenebene BAler usw…

Glaube ich Dir!

Und noch eine Frage:
Sind die Bayern wirklich der Nabel der Welt?

Natürlich nicht!

O.K. dann haben wir ja einen Konsens gefunden, nicht wahr? Ich
habe meine Meinung über BA’s jedenfalls neu überdacht!

So, jetzt kann ich auch in Ruhe „d´accord“ drunterschreiben
Gruss,
Jean-Bertrand

Gruß
Tom

Hallo Leute,

darf ich auch meinen Beitrag zu dieser Diskussion leisten?

Muss vorneweg sagen dass ich auch BA-Student bin (quäle mich gerade mit der Diplomarbeit rum) und dass ich absolut überzeugt und begeistert von dem Konzept bin, auch nach fast 3 Jahren Studium und einigen Enttäuschungen.

Ihr habt sicherlich beide in den meisten Punkten recht.

Allerdings kommt es immer darauf an (sagte schon unser VWL-Prof immer, und der hat promoviert!).

Die BA ist eine (meiner Meinung nach hervorragende) Alternative zu Uni und FH.

Sicherlich ist die Uni eine etablierte Einrichtung, (das belegt ja schon die über tausendjährige geschichte dieser Institutionen) und deshalb kann man eine Uni auch nicht mit einer BA vergleichen!

Aber wie gesagt: BA ist eine Alternative, die dazu da ist in kurzer Zeit (6 Semester) ein hohes Mass an Wissen (ich denke da nur an meine manchmal 40 Wochenstunden und bei den Unis oft so 5-10) mit gutem Praxisbezug (3 Monate Firma, 3 Monate BA) rüberzubrigen.

Es gibt sicherlich auch grosse Unterschiede bei der Art der Studiengänge.

Aber zumindest an unserer BA wird ständig expandiert und insbesondere unser Fachbereich (Wirtschaftsinformatik) platzt aus allen Nähten.
Klar, das liegt jetzt auch am Boom in der Branche, aber trotzdem…

Bayern verschläft diesbezüglich meiner Meinung nach einiges, aber die sträuben sich ja auch gegen das Konzept der Gesamtschule, über das man sich sicherlich auch streiten könnte.

Wo so in Zahlen und Statistiken geschwelgt wurde:
Es stimmt dass sich das Konzept noch nicht so durchgesetzt hat.
Leider weiss ich nicht wie lange es die FH’s hier schon gibt, aber die BA’s gab es als Pilotprojekt erst seit Anfang der Siebziger Jahre. Bis so etwas anerkennung findet und publik wird dauert es halt eine weile, und die paar neuen BA’s im Norden und Osten Deutschlands zeigen dass es da (wenn auch langsam) doch aufwärts geht.

Und ich bin sicher dass, wenn das Konzept in den Medien öfter bzw. konsequenter und besser dargestellt würde, viel mehr BA’s entstehen würden und wenn genauso die Firmen etwas mehr Druck machen würden (damit die armen Studi’s nicht immer so viel pendeln müssen und sich mit mehreren Wohnungen herumschlagen müssen) könnten sich auch Bayern und andere Bundesländer zur Gründung einer BA bewegen lassen.

Was glaubt Ihr wie viele von den arbeitslosen Jugendlichen sofort ihr Studium an der BA aufnehmen würden, wenn sie davon wüssten!!!

Ich glaube da sind auch die Arbeitsämter noch ein wenig im Rückstand, weil sie nicht genügend informieren… (obwohl, ich habe die Broschüre von meiner jetzigen BA aus einem Arbeitsamt im tiefsten Oberbayern… :smile:))

Na ja, die BA wird sich sicher noch mausern und vom Ansehen auf die gleiche Ebene mit der FH steigen, vielleicht dauert’s halt noch ein paar Jährchen, aber verdient hat sie’s auf jeden Fall!
Gruss
Leo

Hi Leo!

Ich denke auch, daß man im Prinzip die BA’s ausbauen sollte, da sie ja wirklich ein recht interessantes Konzept darstellen. Außerdem denke ich, daß BA Studenten tendenziell leistungswilliger sind, schließlich nehmen sie ja 40 Wochenstunden und minimale Semesterferien in Kauf. Für Studenten schließlich keine Selbstverständlichkeit, und daher für die Wirtschaft eine beliebte Alternative zu den „normalen“ Studenten von Uni und FH sind.
Die Frage ist nur, was aus den unterschiedlichen Hochschularten im Zuge der Globalisieurung der Abschlüsse wird! Schließlich ist Deutschland das einzige Land der Welt (meines Wissens), das sich drei prinzipiell unterschiedliche Hochschularten leistet. Es gibt ja heute schon den Dipl.-Ing.(BA)(FH)(Uni). Diese Vielfalt sorgt häufig für Verwirrung, wie Du auch an einigen Beiträgen hier im Brett feststellen kannst. Wie soll das alles dann erst werden, wenn flächendeckend der Bachelor und Master eingeführt wird? Ich war diesbezüglich auf einem Vortrag des Staatssekretärs im Bildungsministerium. Dort hieß es, daß man fest entschlossen sei, den Bachelor/Master einzuführen und mittelfristig das System Vordiplom/Diplom verschwinden zu lassen. Da man heute schon den Master sowohl an der Uni als auch an der FH machen kann, wird die Folge sein, daß die unterschiedlichen Hochschularten ihre Individualität verlieren. Auf die Frage ob es in 15 Jahren noch FH’s geben wird, zuckte der Herr Staatssekretär nur mit den Schultern!
So setzt sich am Ende vielleicht wieder einmal nicht das Bessere, sondern das politisch Gewünschte durch!

Gruß
Tom

Hi Leute!!

Wer kann mir sagen worin der Unterschied(Rang) zwischen BA und
FH liegt. Was ist besser angesehen? Wie kann ich erkennen ob
welche FH(BA) am besten ist ? (BWL/Marketing)
Danke Gaudenz

Hi!

Offiziell sind diese beiden Hochschultypen einander
gleichgestellt. So ist der Abschluß an einer BA dem an einer
FH gleichwertig.
Allerdings muß man wohl sagen, daß die BA ein Projekt war
welches fehlschlug. Schaue Dir nur mal die absoluten Zahlen
der existierenden Berufsakademien und Fachhochschulen an. Die
Fachhochschule ist auf jeden Fall, trotz ihrer Unterschiede
zur UNI, eine waschechte Hochschule was die Anforderungen an
die Studenten und die Qualifikation des Lehrkörpers angeht.
Ich konnte mir einige Male Vorlesungen an einer BA anhören,
und muß sagen, daß das meines Erachtens wohl mehr
Technikerniveau hatte.
Ich würde also auf alle Fälle dem 8semestrigen Vollzeit
FH-Studium den Vorzug geben!

Gruß
Tom

Hallo Tom, hallo Gaudenz,
ich habe gerade gelesen was Tom als Antwort geschrieben hat.
Ich lasse es jetzt einfach mal auf einen Expertenstreit
ankommen.

Hier ist wohl keiner von uns der echte Experte, aber meine Erfahrungen möchte ich auch gerne miteinbringen.

Ich bin BA-Student und kann aus eigener Erfahrung und
vielleicht auch aus Unternehmenssicht (das ist das wichtigste
bei einem BA-Studium) sprechen.
Offiziell sind ein Diplom von FH und BA gleichwertig. Da hat
Tom recht.

Aber nur offiziell.
Die Studieninhalte unterscheiden sich sehr.

Danach gibt es einigen inhaltlichen Unsinn.
„Die BA ist ein Projekt was fehlschlug“ erklärt Tom und kommt
damit in arge Erklärungsnot.
In Stuttgart gibt es zwei Berufsakademien. Die VWA und die
staatliche BA. An diesen beiden Einrichtungen bilden so
renomierte Unternehmen aus wie DaimlerChrysler, Bosch,
Alcatel, Stihl. An anderen BA in Deutschland sind es
desweiteren Firmen wie Karstadt, obi, debis, mtu München,
Messe München…

Die Frage, die sich hier v.a. stellt ist, welche Jobs die Leute später haben.
Ein FH-Absolvent verdient im Schnitt ca. DM 15.000 bis 20.000 p.a. mehr. Und das ist auch bei den angeführten renommierten Unternehmen so…

Es ist also eine ganze Reihe an Firmen, die davon überzeugt
ist, sich dort entsprechenden Führungsnachwuchs heranzuziehen.

Nur für das mittlere Management. Wer nach oben will, braucht mindestens einen FH-Abschluß!
Das ist die simple Wahrheit. Und das muß man wissen, bevor man einen derart schwerwiegenden Schritt wie die Wahl der Ausbildung tätigt!

Generell gilt:
Die Lehrinhalte an einer BA sind durchaus verkürzte
Lehrinhalte einer FH oder Uni, dieses muss aber nicht
unbedingt ein Manko sein. Es wird gelehrt, was notwendig ist
und was Vorraussetzung für einen gelungenen Start ins
Berufsleben ist, dieses Wissen wird durch Praxisphasen in dem
entsprechenden Ausbildungsunternehmen ergänzt.

Du studierst noch, also kannst Du, sorry, noch nicht einmal im Ansatz beurteilen, was für später nötig ist.
Das musste auch ich erst schmerzlich nach dem Studium erfahren.
Der Vorteil der BA ist zweifelsfrei der große Praktikumsanteil.
Den theoretischen Teil der BA allerdings kannst Du knicken. Und galubt mir, ich habe mich eingehend damit beschäftigt.

Der theoretische Teil an der FH war zu 90% Spielkram, aber wenigstens nur zu 90%…

Dadurch ist die Ausbildung nicht ganz so wissenschaftlich,
aber praxisnah.

Der Nachteil ist, man sieht nur eine Firma. Man ist qusi bereits mit 22 betriebsblind.
Sonst Zustimmung.
Praxis ist das A und O!

Interessant finde ich auch, welche Vorlesungen Tom gehört hat.
Die meisten Dozenten sind Uni- oder FH Professoren, von daher
wird ein Vergleich mit einer Technikerschule schon schwierig.

Diese Abwertung der Technikerschule ist recht arrogant, Jungs!

So, jetzt habe ich ersteinmal genug geschrieben. Wenn Du
(Gaudenz) noch Fragen zu BA hast, kannst Du gerne an mich
schreiben, oder die Frage ins Forum stellen. Ich werde mich
bemühen, möglichst vollständig zu antworten.

Gruss aus Stuttgart,
Jean-Bertrand

Gruß,

Mathias