Unterschied bei Kaminöfen

hi
eine bekannte überlegt sich im baumarkt einen kaminofen für 200 euro ca zu holen.
kann das denn was vernünftiges sein?

muss ein guter ofen nicht die feuer wärme speichern(wärmespeichersteine)? und dadurch natürlich auch teurer sein weil das wärmespeicher material dementsprechend teurer ist?

weil für 200 euro bekomme ich doch eigentlich nur ein metallgehäuse das feuer macht oder?

wäre nett wenn ihr eure meinung mal niederlegen könnt kenn mich leider nicht so gut damit aus habe selber noch keinen überlege aber auch einen zu holen.

Hallo!

muss ein guter ofen nicht die feuer wärme speichern(wärmespeichersteine)?

Je nachdem, was man haben will. Ein Ofen, der mit viel Masse aus Schamotte, Kacheln und sonstigem Steingut die Wärme über Stunden speichert, braucht auch Stunden, um warm zu werden.

weil für 200 euro bekomme ich doch eigentlich nur ein metallgehäuse das feuer macht oder?

Etwas mehr als nur ein Blechgehäuse gehört durchaus dazu. Der Brennraum ist mit Schamotte ausgekleidet. Ein guter Ofen besitzt einen hohen Brennraum, damit das energiereiche Holzgas verbrennt, statt unverbrannt durch den Schornstein zu gehen. Der Brennraum eines guten Ofens ist deshalb tatsächlich baulich hoch oder er liegt sozusagen gefaltet im Ofen, so dass die Rauchgase einen langen Weg im Ofen nehmen. Außerdem besitzt ein guter Ofen einen nicht allzu primitiven Verschluss der Tür. Ob man Wert darauf legt, dass der Griff der Tür im Betrieb nicht heiß wird, ist Geschmacksache. Ohnehin muss man beim Heizen mit Holz immer derbe Arbeitshandschuhe parat haben.

Brauchbare Öfen gibt es durchaus schon für rund 200 €. Man kann auch sehr viel mehr ausgeben, aber oft sind teure Stücke mit einem Haufen Schnickschnack ausgestattet, auf den man gut verzichten kann, z. B. eine Marmorablage hier, eine Verzierung da. Anfällig und kurzlebig sind sehr teure Öfen, die man im Raum drehen kann. Eine Lagerung am Boden und eine Lagerung am Rauchabzug haben vorhersehbar unter harten Betriebsbedingungen (Hitze, Staub) kein sehr langes Leben.

Dagegen hält ein einfacher Ofen beinahe ewig, wenn man ihn nur mit abgelagertem Holz beschickt. Braunkohlebriketts sind zwar komfortabler, enthalten aber Schwefel, der zusammen mit dem bei der Verbrennung entstehenden Wasser zu schwefliger Säure wird und im Laufe längerer Zeit den Ofen (und die Schornsteinköpfe) angreift. Für ein langes Ofenleben wirft man das Holz nicht in den Brennraum, sondern legt es hinein, ohne insbesondere die hintere Schamotte-Auskleidung zu zerstören. Sichtbare Risse im Schamotte schaden nicht, aber herausgebrochene Stücke müssen ersetzt werden. Schamotte-Steine kann man fix und fertig kaufen, muss sie nur noch ungefähr passend zuschneiden und mit Schamotte-Mörtel einsetzen.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

klasse ausgeführt. Was ich noch als Unterscheidungsmerkmal zufügen möchte: Es gibt Unterscheidungen zwischen Zeitbrandöfen (quasi so als Zusatzheizung und fürs schöne Aussehen) und Dauerbrandöfen (mit denen man dann auch mal die ganze Bude tagelang hintereinander beheizen kann, einfach ausgedrückt). Es sind nicht alle Öfen überall zugelassen. Wir z.B. dürfen hier nur einen Zeitbrandofen verwenden und wir haben auch nur eine Zulassung für Holz bekommen, da wir eine andere Heizquelle fürs gesamte Haus haben. Unser Ofen ist auch einer mit nur innen Schamotte und außen Metallgehäuse, jedoch von einem bekannten Markenhersteller, trotzdem hat uns das gute Stück nur 250 Euronen gekostet. Und der Hersteller garantiert dann jahrelangen Nachkauf, wenn denn doch mal eine Scheibe, ein Schieber, was weiss ich was kaputt geht. Wir haben unseren damals in einem großen Internetversand für Öfen, Garten usw. bestellt und sind noch heute sehr zufrieden.

Grüße Ute