Unterschied: Joghurt - Broterzeugnis/Reis

Hallo,

wenn man hinten auf die Verpackung schaut, findet man bei beiden Produkten aufgelistet Kohlenhydate, Proteine, Fette, Ballaststoffe (fehlen bei Brot), Natrium, Kalzium. Unterschiede gibt es natürlich in der Mengenangabe…
Aber ist es dem Körper dann egal, ob ich ein Getreideerzeugnis oder ein Milchprodukt esse? (gerade wenn ich nicht umbedingt einen Naturjoghurt esse, hat er ja auch relativ viele KH)
Ballaststoffe (wenn überhaupt notwendig?!) kann man ja auch durch Obst etc. aufnehmen.
Meine Frage also:
Macht es einen Unterschied für den Körper (von Allergien/ Intoleranzen abgesehen), ob ich Getreideerzeugnisse oder ein Milchprodukt esse? irgendwie kann ich mir darüber nicht so ganz ein bild machen, weil sie optisch/ geschmacklich sooo unterschiedlich sind… aber ja eigentlich doch dasselbe drin ist. oder doch nicht?

Hallo phytol,

Macht es einen Unterschied für den Körper (von Allergien/
Intoleranzen abgesehen), ob ich Getreideerzeugnisse oder ein
Milchprodukt esse? irgendwie kann ich mir darüber nicht so
ganz ein bild machen, weil sie optisch/ geschmacklich sooo
unterschiedlich sind… aber ja eigentlich doch dasselbe drin
ist. oder doch nicht?

Selbstverständlich macht das einen Unterschied

  • unterschiedliche Inhaltsstoffe (manche sind die selben, aber manche auch unterschiedlich) und Kombination dieser
  • unterschiedliche Verdauungszeiten
  • Magenfüllung
  • die Zeit, die man zum Kauen benötigt (auch das trägt zur empfundenen Sättigung bei)
  • auch wichtig: Was wird typischerweise dazu bzw. in zeitlicher Nähe zu sich genommen? (Kalzium hemmt die Eisenaufnahme, viele Nahrungsmittel reagieren mit Medikamenten etc.)

Falls keine Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen, wird es sich nicht bemerkbar machen, wenn du „genau dieses Brot jetzt“ durch „genau diesen Joghurt jetzt“ ersetzt. Aber es wird sich durchaus bemerkbar machen, wenn du generell jegliches Brot durch Joghurt ersetzt.

Viele Grüße
Nina

ja, stimmt… gerade an so sachen wie volumen, verdauungszeit habe ich nicht gedacht:smile:
naja, aber trotzdem könnte man wahrscheinlich ganz gut ohne brot/ kartoffeln/ reis etc. leben, wenn man dafür entsprechend anderes isst, oder?
nur woher kommt es dann, dass man manchmal so „heißhunger“ auf gerade solche kohlenhydrate hat? oder ist das einbildung bzw. gewöhnungssache?

Hallo phytol,

naja, aber trotzdem könnte man wahrscheinlich ganz gut ohne
brot/ kartoffeln/ reis etc. leben, wenn man dafür entsprechend
anderes isst, oder?

natürlich geht das.
Schon mal an obigem Beispiel:
Ohne Brot und ohne Kartoffeln lebt man in vielen asiatischen Ländern. Dort wird zwar Reis gegessen, aber es spricht nichts dagegen, diesen wegzulassen - und stattdessen z.B. Hirse zu verzehren. Die in asiatischen Ländern nicht (bzw. mittlerweile: selten) anzutreffenden Kartoffeln haben dort das Pendant in Süßkartoffeln, Yamswurzel, Manjok und anderen stärkehaltigen Wurzeln und Knollen.

Einzelne Lebensmittel weglassen, ist nie ein Problem, da es keine Stoffe gibt, die nur in einem Lebensmittel vorhanden sind.

nur woher kommt es dann, dass man manchmal so „heißhunger“
auf gerade solche kohlenhydrate hat? oder ist das einbildung
bzw. gewöhnungssache?

Es ist sehr starke Gewöhnungssache.
Es liegt schlichtweg daran, dass man bei der typischerweise in Deutschland vorherrschenden Ernährung als kohlehydratreichste Lebensmittel Brot und Kartoffeln kennt.

Recht bekannt ist da auch: Leute, die sich gemischtköstlerisch (mit Fleisch) ernähren und bei hoher körperlicher Beanspruchung Heißhunger/Appetit auf Fleisch haben - und als Vegetarier dann auf einmal auf Hülsenfrüchte und Nüsse. Die Inhaltsstoffe sind sehr vergleichbar, und der Körper „merkt sich“, was so die Lebensmittel sind, in denen steckt, was gerade benötigt wird.

Und: Man isst diese Lebensmittel - Brot, Kartoffeln - normalerweise ja nicht pur.
Hinter Heißhunger/Appetit auf Brot könnte auch Heißhunger/Appetit auf den Brotbelag stecken.

Viele Grüße,
Nina

naja, aber trotzdem könnte man wahrscheinlich ganz gut ohne
brot/ kartoffeln/ reis etc. leben, wenn man dafür entsprechend
anderes isst, oder?

Klar, kann man prima. Man bekommt mehr als genug Nährstoffe, Ballaststoffe etc. aus Gemüse, Salat, Obst, Hülsenfrüchten. Allesamt KH-arme Lebensmittel bzw. mit einer geringen Auswirkung auf Blutzucker- und Insulinspiegel. Gleichzeitig haben sie wenige Kalorien.

nur woher kommt es dann, dass man manchmal so „heißhunger“
auf gerade solche kohlenhydrate hat? oder ist das einbildung
bzw. gewöhnungssache?

Es ist oft Gewöhnung - und je häufiger man diesen KH-Insulin-Zyklus desto eher wird wieder danach verlangt.

Eiweiß und Fett gehören zum Beispiel zu den lebenswichtigen Nährstoffen - KH (per Definition) nicht. D.h. der Mensch kann zur Not auch ganz ohne. Aber da in Milchprodukten, Hülsenfrüchten & Co. ja KH enthalten sind, braucht man Getreide etc. nicht wirklich.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht - und nicht nur ich -, dass es vom Wohlbefinden her, auch in Bezug auf Verdauungsbeschwerden/ Völlegefühl, einem besser geht, wenn man Getreide & Co. weglässt. Das gilt sicher nicht für jeden, aber gerade viele Reizdarmpatieten sagen, dass es ihnen dadurch besser geht.