Hallo Marsi!
mich würde mal interessieren, was für prägnante
Verhaltens-Unterschiede bei den Kopf- und Bauchmenschen gibt.
Generell halte ich persönlich Typisierungen dann für recht sinnvoll, wenn man sie kritisch hinterfragt und nicht zur Schublade werden lässt. Sie können Denkanstöße geben und zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Die sehr grobe Zweiteilung der Menschheit in sog. Kopf- oder Bauchmenschen halte ich jedoch nicht für sonderlich erhellend. Dazu ist sie einfach zu grob und wird einem komplexen Wesen wie z.B. dem Menschen nicht gerecht.
Woran erkennt man die Kopf- und Bauchmenschen speziell ?
Eines der bekanntesten Instrumente zur Persönlichkeitsanalyse ist der MBTI (Myers-Briggs-Typenindikator). Besonders in Amiland wird er gerne im Personalwesen benutzt. Vorgestellt wird er z.B. hier: http://www.zeitzuleben.de/inhalte/pe/tests/mbti.html
Er arbeitet mit vier Grundpräferenzen, von denen eine, mit den beiden Polen Thinking und Feeling, ansatzweise diese Kopf-/Bauchmenschen-Idee
aufnimmt. Beim MBTI geht es um Denk- und Wahrnehmungskategorien und bei der Frage, ob man eher zum „Thinking“ oder zum „Feeling“ neigt, bezieht sich allein darauf, wie jemand Entscheidungen trifft.
Wie arbeiteten die beiden Bereiche zusammen, bzw.
gegeneinander ?
Die Frage, wie die einzelnen Teile eines Ottomotors zusammenarbeiten, lässt sich wahrscheinlich beantworten, aber der Mensch ist weitaus komplexer und lässt sich auch nur schwer in streng getrennte Einzelaspekte aufsplitten.
Wird man als Bauch- oder Kopfmensch geboren oder entsteht dies
alles durch die Kindheit und individuelle (schmerzhafte)
Lebenserfahrung?
Wie gesagt: Ich halte von dieser rigiden Einteilung gar nichts, vielleicht auch gerade deswegen, weil ich mich selbst über Jahre für eine Art Kopfmenschen gehalten habe, um dann allmählich mit mehr oder minder großem Erstaunen festzustellen, dass ich Entscheidungen vorrangig „aus dem Bauch heraus“ treffe.
Aufgefallen ist mir, dass m.E. in unserer Gesellschaft das Rationale, Kopflastige stärker gefördert und in den Vordergrund gestellt wird, während die intuitive, emotionale Seite zumindest von offiziellen Institutionen (Schule, Universität etc.) im Normalfall (im besten Fall) unberücksichtigt bleibt. Ist man dann einigermaßen flink im Kopf, kann gut analysieren und begründen und hat zudem noch das entsprechende rhetorische Handwerkszeug gelernt, kommt man u.U. schnell zur Überzeugung, analytisch zu bewerten und Fakten in den Vordergrund zu stellen. Selbst dann, wenn eigentlich „der Bauch“ „den Kopf“ instrumentalisiert hat, um den für die Außenwelt (scheinbar) benötigten Anstrich zur Akzeptanz herzustellen.
Worauf sollte man mehr hören, auf den Kopf oder Bauch ???
Wenn’s um Entscheidungen geht, kann das nur jeder für sich beantworten.
Analog zu meinem eigenen Ergebnis beim MBTI („hochprozentiges“ Feeling) bekommt es mir normalerweise besser, wenn ich meinem „Bauchgefühl“ folge. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass das mir in den meisten Fällen die Richtung weist, die mir am besten bekommt und am ehesten entspricht.
Das Rationale ist dabei allerdings nicht ausgeschaltet, eine Analyse von Pro und Contra findet trotzdem statt. Steht diese im krassen Widerspruch zu meinem Bauchgefühl, endet es häufig mit einer dritten Lösung, die beides einigermaßen in Einklang bringen kann.
Schöne Grüße
Christiane