Hallo,
der größte Unterschied ist erst einmal zahlenmäßig:
Weltweit gibt es 1 Mio Mennoniten - in Deutschland ca 40 000
Sie sind aus der Täuferbewegung hervorgegangen.
Sie taufen nur Jugendliche (ab 14 Jahren und Erwachsene).
Die Mennoniten fanden die Reformation Zwinglis, Calvins und Luthers nicht weitgehend genug, da diese ethisch alles erlauben, was im Neuen Testament nicht verboten ist.
Die Mennoniten sind absolute Pazifisten (kein Wehrdienst) und verweigern Eide.
Das Abendmahl sehen sie nicht als Sakrament.
In Deutschland sind sie eine Freikirche. Da sie als K.d.Ö (Körperschaft des öffentlichen Rechts) anerkannt sind, könnten sie Kirchensteuern einziehen lassen, was sich aber wegen der kleinen Mitgliederzahl nicht lohnt.
Es gibt unterschiedliche Zusammenschlüsse von Mennoniten in Deutschland. Eine Art innermennonitische Konfessionsgrenze zwischen mehr liberalen oder denen, die das weniger sind, ist der Main.
Bei den liberalen Teilen der Mennoniten gibt es auch Frauen als Pastorinnen.
Wenn Du als Kind getauft wurdest und bei den Mennoniten Mitglied werden willst, die ja eine Kindertaufe nicht akzeptieren , und dann irgendwann in die evang. Kirche zurückkehren willst, wird das schwierig, denn die evang. Landeskirchen akzeptieren keine Wiedertaufe.
Übrigens sind auch die mennonitischen Gemeinden in den letzten Jahren stark angewachsen durch die vielen russlanddeutschen Mitglieder. Es gibt inzwischen eine Reihe von Gemeinden, wo diese die Mehrheit sind.
(interessante Parallele zu den jüdischen Gemeinden, wobei die russischen Juden meist säkular sind, die aus der ehemaligen SU aber besonders fromm sind. Jedenfalls vor die russischen Juden bzw. die russlanddeutschen Mennoniten kamen, war die jüdische Gemeinschaft und die mennonitische Gemeinschaft in Deutschland etwa gleich groß).
Übrigens gehören auch die Amish People an den Staaten und Kanada zur mennonitischen Bewegung.
Viele Grüße
Iris