Unterschied Pellets, Holzbriketts, Brennholz

Wir überlegen, uns eine Holzheizung zuzulegen. Außer von Kaminen und Kohleöfen haben wir allerdings nicht viel Ahnung. Kann mir jemand bitte erklären, was der Unterschied zwischen Pellets, Holzbriketts, Brennholz ist? Was muss ich beachten und welche Heizung ist die günstigste?

Hallo!

Brennholz ist klar, das ist Stückholz(Holzscheite) von Laub- oder Nadelbäumen, mehrjährig getrocknet. Muss i.d. R. von Hand nachgelegt werden.

Holzbriketts und Pellets sind aus Spänen( od.grobes Sägemehl) gepresste Brennstoffe.

Während man Holzbriketts auch im Kaminofen und Kamin einlegen und verbrennen kann, sind die kleinen Pellets(„Pillen“) extra für spezielle Öfen und Heizungskessel gedacht.
Sie können automatisch dem Feuerraum zugeführt werden. In kleineren Kaminöfen für Pellets kann man Sackware Pellets in einem 1-2 Tagesvorrat einfüllen. Von dort aus werden sie mit einer Förderschnecke in Brennkammer gebracht und auch automatisch entzündet.

Pelletskessel für ein ganzes Haus holen sich den Brennstoff aus dem Vorratsraum mit einer Schnecke oder mit Saugern. Sonst ist es vergleichbar .
Alles vollautomatisch wie bei Gas oder Öl.

Asche fällt in Sammelkasten. etwa 1 x pro 2 Wochen muss entleert werden. Vorteil Pellets, sehr wenig Ascheanfall. Hoher Energiegehalt(weil kaum Feuchte enthaltend) 1 kg Pellets = 0,5 l Heizöl .

Pellets kommen ähnlich wie Heizöl mit einem Tankwagen ans Haus und werden mit dicken Schläuchen in den Lagerraum geblasen.

Nachteil Pellets, Kessel ist teuer( f. EFH >15.000 €) und Vorratslager braucht einiges an Platz. Es gibt aber auch Außenlagerung in Sacksilos und sogar Erdtanks(wie bei Öl).

MfG
duck313

Hallo,

mache ich mal den Anfang. Die Frage läßt sich in der Komplexität nicht umfassend beantworten sondern nur bruchstückhaft. Wenns einem genügt kann man ein Ferienhaus schon mit einem Kachelofen beheizen.

Pellets (wenn in Heikreis eingebaut) wird eben gefördert. Die Tonne kostet etwa 250Euro. Es gibt hier sogar Brennwert (Kondenswärmeausnutzung). Aber auch ohne Brennwert hats einen rel. hohen Wirkungsgrad.

Die Hackschnitzel sind vom Tonnenpreis etwas günstiger. Hat mich aber immer am wenigsten interesiert.

Und wenn man eine gute Bezugsquelle hat ist Holz z.B. in Meterstücken zum selber zersägen und spalten günstig. Ich sage mal so 60Euro/RM Laubholz (460Kg). Man kommt dann auf eher 130Euro/t. Aber es verbrennt nicht mit einem geringeren Wirkungsgad weils zum einen eine höhere Restfeuchte besitzt (als vor allem Pellets) zum anderen auch in einem Holzvergaser wo der Brennstoff chargenhaft zugeführt nicht den Wirkungsgrad erzielt wie wenn da permanent Pellets oder Hackschnitzel mit einer Schnecke zugeführt werden.

Für denjenigen, der Spaß an der Arbeit mit dem Holzzerkleinern hat und sich gerne die Mühe macht Holz in die Heizung nachzufüllen und zudem Platz auf den Grundstück es z.B. in einer Rundmiete zu lagern um es zu trocknen ist hiermit bestens bedient.

Pellet ist am ehesten für diejenigen ein Ersatz, die was bequemes haben wollen aber es keinen Gasanschluß gibt denn es ist bei viel höheren Montagekosten zwar billiger als Öl aber nur marginal billiger als Gas.

Im Ggs. zu Gas spart man natürlich bei allen Holzheizung die Grundgebühr und Schornsteinfeger ist Bezahlbar. Bei Öl hat man noch Grundwasserversicherungskosten für den Tank.

Das hängt alles davon ab welchen Arbeitsaufwand man selber betreiben will und wie die Beschaffungsmöglichkeiten vor Ort sind. ManKcherorts darf man wenn man einen Kettensägeschein gemacht hat das Holz selber im Forst sägen. Aber ist alles sehr unterschiedlich, selbst bei Pelletpreisen gibt es regional leichte Unterschiede (da spart man wenn man mit Nachbarn Sammelbestellung macht).

Gruß

Hm,

ich bins nochmal.

Mit Pellets werden gefördert meine ich die finanzielle Förderung, die es bslang noch gab (aber nur wassergeführte (und wahrsch. mit einem bestimmten Maß an (Wasser)Pufferspeicher)…es gibt auch Öfen, die Pellets mit Schnecke anziehen aber keine Wasserführung zu den Heizkörpern haben also ungeförderte Einzelöfen).

Selbstverständlich werden Pellets auch mit der Schnecke gefördert (eine Doppeldeutigkeit als).

Für Pellets braucht man wie Duck schon sagt großen Behälter. Wenn ein Kg Pellet knapp 5KWh/Kg hat wäre 1Tonne knapp5000KWh (ergibt also 5Cent/KWh aber Wirkungsgradverlust beachten). Bei 15000KWh/Jahr aus Ducks Beispiel brauchst Du über 3Tonnen. Du mußt ja auch den Wirkungsgrad einrechnen und wenn man da 80Prozent annehmen würde dann brachst Du eher 3,8Tonnen, d.h. knapp 1000Euro/Jahr. Und dann das entsprechende Vorratsgefäß je nachdem ob 1x oder mehrmals pro Jahr Bestellt wird. Meine Rechnung bin aber kein Experte.

Das Vorratsgefäß sollte die Pellets extrem trockenhalten, also auch kein Wasser aus der Luft anziehen. Das Volumen des Vorratsgefäss kannst Du selbst ausrechnen wenn Du nach der Schüttdichte von Pellets googlest.

Bei Holzstücköfen inform von Holzvergasern, Einzelöfen, Kachelöfen, wassergeführten Öfen kann man ganz weit ausholen. Mit Stückholz mußt du viel Enthusiasmus dabei mitbringen und versuchen in der Herstellungskette möglichst viel selbst zu machen (Baumfällen, Transport, Zersägen, Spalten, Trocknen). Holzhändler bieten zwar schon ofenfertiges Holz an aber das ist dann eher über 100Euro/RM und kommt bei schlechterem Wirkungsgrad auf ähnlich hohen Preis wie Pellets.

Hallo,

also, wir standen auch vor der Wahl unsere alte Heizung, die auf Nachtspeicherstrom lief, umzurüsten.

Unsere Entscheidung viel auf Pellets. Die Anlage funktioniert super und auch vergleichweise sparsam. Einmal im Jahr bekommen wir 5 Tonnen Pellets und beheizen ein zweistöckiges Wohnhaus damit.

Einziger Haken, die Pellets werden von Jahr zu Jahr teurer. Warum? Keiner weiß es genau. Ich vermute, da es ein Spekulationsgut geworden ist. Im Sinne von steigern Sie Ihre Rendite mit German Pellets zu 9%. Auf meine Frage hin, warum Pellets immer teuerer werden, hat mir der Lieferant irgendein Lügenmärchen vom Orkan Kyrill erzählt. Da musste ich aber lachen…

Um weiter unabhängig zu bleiben benutzen wir weiterhin Holz und Holzbriketts. Eine informative Seite war http://www.kaminholz-polen.de/holzbriketts/ Da haben wir mal Briketts bekommen. Im Internet hatten wir schon mal günstiger Palettenweise Briketts bekommen. Super billig, aber nur zum selber abholen, aus dem Ruhrgebiet.

Hallo,

also, wir standen auch vor der Wahl unsere alte Heizung, die
auf Nachtspeicherstrom lief, umzurüsten.

Unsere Entscheidung viel auf Pellets. Die Anlage funktioniert
super und auch vergleichweise sparsam. Einmal im Jahr bekommen
wir 5 Tonnen Pellets und beheizen ein zweistöckiges Wohnhaus
damit.

Einziger Haken, die Pellets werden von Jahr zu Jahr teurer.
Warum? Keiner weiß es genau. Ich vermute, da es ein
Spekulationsgut geworden ist. Im Sinne von steigern Sie Ihre
Rendite mit German Pellets zu 9%. Auf meine Frage hin, warum
Pellets immer teuerer werden, hat mir der Lieferant irgendein
Lügenmärchen vom Orkan Kyrill erzählt. Da musste ich aber
lachen…

Äh, Dir ist aber schon bekannt, wie das so funktioniert, mit Angebot und Nachfrage?

Holz ist ein langsam wachsender Rohstoff, der aber in den letzten Jahren stetig steigender Nachfrage ausgesetzt wird. Er wird benötigt in der Papierindustrie, im Möbelbau, zum Heizen, am Bau etc.

Der Rohstoff wird somit knapper und dadurch teurer. Richtig teuer wird es dann, wenn die Wälder so durchgeforstet sind, das nachhaltig nur noch wenig Holz geschlagen werden kann.

Wenn man die Siutation hier vor Ort ansieht, wird das nicht so arg lang dauern.

Holzüberfluss und Holzmangel
Servus,

Wenn man die Siutation hier vor Ort ansieht, wird das nicht so
arg lang dauern.

betreffend die vergleichsweise nicht sehr großen Waldgebiete, die zu „Naturparks“ umgebaut werden, ist das sicherlich richtig: Diese werden auf die lange Sicht weniger, aber wertvolleres Holz liefern, das in geringerem Umfang verbrannt und in der Zellstoffindustrie verwertet wird und in größerem Umfang in die Bau- und Möbelindustrie geht.

Ab von Wanderparkplätzen, „Biosphärenreservaten“ und ähnlichen Disneylandveranstaltungen gibt es aber nach wie vor gewaltige Fichtenmonokulturen, die jeweils dort, wo sie stehen, Brennholz im Überfluss liefern.

Hinzu kommen ziemlich schnell zunehmend Ackerflächen mit Kurzumtriebsplantagen von schnell wachsenden Hölzern wie Weide, Pappel und Birke, die zusammen mit Raps für Treibstoff und Mais und Sudangras für Biogas mit weiterer Deregulierung der Erzeugerpreise für Getreide und Zuckerrüben diese als Ackerbaukulturen ablösen werden. Diese Entwicklung wird erst in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren auf dem Markt für Hackschnitzel und Pellets spürbar wirksam werden, sie steht noch am Anfang.

In den Wäldern der Mittelgebirge liegen aber bereits heute Abertonnen eingeschlagenen Holzes, das keine Abnehmer findet - ich spreche nicht von dem bewusst im Forst belassenen Totholz, sondern von Poltern mit ladefertig ausgeasteter Buche, Eiche, Weißtanne und Fichte.

Angebot und Nachfrage kommen bei Brennholz nicht deswegen nicht zusammen, weil es vor Ort am Angebot fehlte, sondern deswegen, weil es keine für solche Massengüter mit niedrigem Wert pro Masse geeigneten Transportmittel mehr gibt, seit in den Jahren 2002 - 2004 praktisch alle Lademöglichkeiten im Schienengüterverkehr zerstört worden sind, die in oder in der Nähe zu bedeutenden Waldgebieten liegen.

Die in der Ära Mehdorn zerstörte Infrastruktur jetzt, wo man sie bräuchte, wieder aufzubauen, geben die Frachtraten nicht her: 1860 bis 1930, als sie geschaffen worden war, sahen die Stundenlöhne anders aus als heute.

Also bleibt es halt so, wie es ist: In den Waldgebieten verfault das eingeschlagene Brennholz und in den Holzmangelgebieten ärgern sich die Leute, die sich vorschnell mit Pelletanlagen versehen haben, über das teure Vergnügen.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

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In den Wäldern der Mittelgebirge liegen aber bereits heute
Abertonnen eingeschlagenen Holzes, das keine Abnehmer findet -
ich spreche nicht von dem bewusst im Forst belassenen Totholz,
sondern von Poltern mit ladefertig ausgeasteter Buche, Eiche,
Weißtanne und Fichte.

Angebot und Nachfrage kommen bei Brennholz nicht deswegen
nicht zusammen, weil es vor Ort am Angebot fehlte, sondern
deswegen, weil es keine für solche Massengüter mit niedrigem
Wert pro Masse geeigneten Transportmittel mehr gibt, seit in
den Jahren 2002 - 2004 praktisch alle Lademöglichkeiten im
Schienengüterverkehr zerstört worden sind, die in oder in der
Nähe zu bedeutenden Waldgebieten liegen.

Also bleibt es halt so, wie es ist: In den Waldgebieten
verfault das eingeschlagene Brennholz und in den
Holzmangelgebieten ärgern sich die Leute, die sich vorschnell
mit Pelletanlagen versehen haben, über das teure Vergnügen.

Hi,

das kann ich für hier so nicht bestätigen. Hier gibt es noch viel Privatwald und verfaultem Holz kann man hier wenig sehen. Wir lassen zwar auch den einen oder anderen dürren Baum stehen und räumen auch nicht jeden gefallenen Baum weg, dies aber der Natur zu liebe.

Auch das mit Transportwegen kann ich mir hier so nicht vorstelle, denn wie kommt es, das Teilweise in bestimmten Branchen Holz aus dem Ausland zugekauft werden muß? Auch dieses Holz muß transportiert werden.

Hier wird, gerade aus Staatswäldern, momentan herausgeschlagen was geht, wenn man einen nachhaltigen Holzschnitt möchte, wird das nicht mehr lange gehen.

Es kam kürzlich ein interessanter Bericht dort drüber im BR. Von verfaultem Holz und mangelhaften Transportmöglichkeiten wurde dort nichts genannt. Eher die stark gestiegene Nachfrage von Industrie und Menschen, die mit Holz zuheizen möchten.

Mittlerweile gibt es hier Wartelisten für Holzwerber im Staatswald.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unter-uns…

Gruß
Tina

Hallo Tina,

ja, in Bayern wurde in den zurückliegenden Jahren sehr viel Holz eingeschlagen.

Vergiss aber dabei nicht, dass der Weg zu einem selbstverjüngenden Wald über eine starke Auslichtung führt; die fällt nur solange auf, bis sich eine normale Altersstruktur des Bestandes eingestellt hat. Die kann sich nur einstellen, wenn genügend Licht für die auflaufenden Sämlinge bis nach unten durchkommt.

Der Pfälzerwald, von dem ich berichtet habe, ist übrigens mit etwa 160.000 ha der zweitgrößte in Deutschland und somit durchaus als repräsentativ zu betrachten.

Wie viel minderwertiges Holz (d.h. für Hackschnitzel und Pellets geeignetes Holz - die Qualitäten, die für die Papierindustrie importiert werden, sind eine andere Liga) jährlich im Pfälzerwald bei Versteigerungen liegenbleibt und auf der Polter vergammelt, kann ich nicht schätzen; aus der Anschauung weiß ich aber, dass es sich um ziemlich dramatische Mengen handelt. Die Ladestellen der Bahn, die erst mit MORA C aufgegeben und zerstört wurden, dürften über den Wald verteilt etwa zwei Dutzend sein.

Wenn man übrigens Leute ranlässt und keine Abziehbilder, finden sich hie und da überraschende Lösungen für die Holzabfuhr mit angemessenen Transportmitteln - hierein Beispiel aus der Eifel nach den großen Windbrüchen 2010: Die Staatsbahn kriegt sowas nicht hin.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hi,

ja, in Bayern wurde in den zurückliegenden Jahren sehr viel
Holz eingeschlagen.

Vergiss aber dabei nicht, dass der Weg zu einem
selbstverjüngenden Wald über eine starke Auslichtung führt;
die fällt nur solange auf, bis sich eine normale
Altersstruktur des Bestandes eingestellt hat. Die kann sich
nur einstellen, wenn genügend Licht für die auflaufenden
Sämlinge bis nach unten durchkommt.

Das ist mir bewußt, wir haben ja selbst Wald. Es ist aber doch ein Unterschied zwischen Auslichtung und beinahe Kahlschlag. Und die Spuren, die der Havestor hinterläßt…

Der Pfälzerwald, von dem ich berichtet habe, ist übrigens mit
etwa 160.000 ha der zweitgrößte in Deutschland und somit
durchaus als repräsentativ zu betrachten.

Mag sein, ich spreche für Bayern und hier liegt kaum Holz, das vor sich hinfault.

Gruß
Tina