Hallo Artem,
ich versuche mal den Unterschied der Cloud Arten aufzuzeigen.
Bei einer Wolke (Cloud) wird ein Teil der IT bzw. die Hardware (Storage, Rich-Server, etc.) und die Software nicht mehr selbst betriebenen oder lokal bereitgestellt. Hierbei muss allerdings unterschieden werden, dass es Puplic Clouds und Private Clouds gibt.
Die klassischen Puplic Clouds stellen meist Dienste bereit die nicht von einer einzelnen Firma oder einem einzelnen Unternehmen genutzt werden können, sondern eben von einer breiten Öffentlichkeit unterschiedlichster Art.
Das größte Problem hierbei ist die Datensicherheit, da jeder User selbst entscheidet wie viel und vor allem welche Daten er außerhalb seines unmittelbaren Einflussbereichs in die Wolke auslagert.
Bei den klassischen Private Clouds wird vorausgesetzt, dass sich Anbieter (Provider) und Nutzer (User) im selben Unternehmen befinden. Hierbei fällt dann im Gegensatz zur Puplic Cloud das Problem der Datensicherheit zum Teil weg, da sich der Provider innerhalb eines geschützten Firmennetzwerkes bewegt und selbst Einfluss hat welche Maßnahmen er ergreift um diese Daten zu schützen. In der Regel strebt ein Unternehmen an, den Zugriff auf firmeninterne Daten von außen durch Dritte zu unterbinden.
Nun zur Gretchen Frage:
„Wozu dann also extra einen Private Cloud Dienstleister einbeziehen?“
Es gibt auch Mischformen der beiden o.g. Modelle. So ist es möglich innerhalb einer Puplic Cloud Infrastruktur eine Private Cloud zu erstellen.
Diese Art der Private Cloud unterscheidet sich im Gegensatz zur klassischen Variante darin, dass sich die Daten außerhalb der unmittelbaren Kontrolle des Users befinden und der Provider sich meist nicht in der selben Firma befindet.
Der Vorteil dieser Mischform liegt auf der Hand:
Der User muss nicht für Betriebskosten etc. aufkommen, sondern bezahlt einen vertraglich festgelegten Betrag für die Nutzung der Infrastruktur. Hierbei gibt es unterschiedliche Abrechnungsmodelle z.B. nach Nutzung, Zeit oder Datenvolumen. Nachteil bei dieser Form ist nach wie vor die schon mehrmals genannten Datensicherheit (vgl. Puplic Cloud).
Viele Anbieter aus Deutschland (z.B. Fujtsu) haben damit begonnen sogenannte „Trusted Cloud“ Rechenzentren für ihre Kunden einzurichten. Der Anbieter verspricht dabei dem Kunden bzw. User jederzeit Kontrolle über seine Daten.
Hauptvorteil gegenüber anderen Anbieter ist wohl, dass der Kunde jederzeit weiß WO seine Daten sind. Bei internationalen Anbietern (Big A und Big G) , können die Daten weltweit in beliebigen Rechenzentren gespeichert sein. Da sich nationale Gesetzgebungen teilweise stark voneinander Unterscheiden, kann nicht immer ausgeschlossen werden WER, WANN, WO die Daten einsieht und/oder ggf. kopiert.
Insofern bieten „Trusted Clouds“ den Kunden ein Stück weit Vertrauen, wobei man sich eben nie gänzlich sicher sein kann WO die Daten genau liegen. Außer man hat eine Private Cloud innerhalb des Unternehmens.
Deshalb geht der Trend in Deutschland eben nicht in Richtung Puplic Clouds, sonder aus Datensicherheitsgründen in die Private Cloud.
Hierbei lässt sich durchaus auch Geld einsparen. Durch Serverkonsolidierung und der damit verbunden Virtualisierung wird die Serverauslastung effizienter, die zentrale Administration vereinfacht und flexibleres Arbeiten ermöglicht.
In der Regel ist zwar zum Aufbau einer eigenen, firmeninternen Private Cloud ein höherer Invest erforderlich, jedoch kann durch Energieeinsparungen und weniger administrativen Aufwand oft ein schneller Return on Investment (ROI) erreicht werden.
Ich hoffe ich konnte Ihre Frage(n) beantworten und bitte um Entschuldigung wenn ich etwas ausführlicher geantwortet habe. Das Thema ist aber eben komplexer als gedacht und erfordert auch einen kleinen Blick auf Randbereiche.
Sollen Sie weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Schiefele