Unterschied zwischen der AFD und ihrem "Flügel"?

Hallo,

wnn man nich selbst rechts steht, empfindet man ja alles als rechts, das irgendwie so riecht. Mich würde aber interessiern, was ist denn der Unterschied zwischen der AFD und ihrem „Flügel“? Was ist an letzterem „schlimmer“ als in dem anderen Teil der Partei, so dass nicht wenige ihn gerne los wären?

Fragt
Carsten

Imho spricht der Flügel einfach nur das aus, was sich die meisten Mitglieder der AfD ohnehin denken. Die AfD als Ganzes ist rechtsextrem, antisemitisch und ausländerfeindlich, der Flügel hat halt nur keine Scheu, das auch offen zu zeigen.

Die schlechte Presse. Wenn man (teilweise) vom Verfassungsschutz beobachtet wird, ist das halt eher hinderlich wenn es darum geht, Wählerstimmen zu sammeln. Die AfD hat so auch schon genug zu kämpfen, da sie immer wieder durch Unfähigkeit, Dummheit und Ahnungslosigkeit auffällt. In der Partei gibt es kaum kompetente Leute und das merkt man an jeder Ecke.
Dazu kommen noch interne Streitigkeiten auf Bundes- und Länderebene, die ebenfalls kein schönes Bild liefern.

Eine weitere Front sind die Finanzaffären um Spitzen wie Gauland (Steuerhinterziehung), Weidel (illegale Parteispende) und Meuthen (illegale Parteispende). Bei Korruption lässt sich trefflich auf andere Parteien zeigen, bei Rechtsextremismus fällt das ungleich schwerer. Da man sich bei den Umfragen im freien Fall befindet und in der Tagespolitik auf ganzer Linie versagt, muss man irgendein Zeichen setzen. Und seien wir uns doch ehrlich: Selbst ohne Flügel würde ein Großteil der Rechtsextremen aus Mangel an Alternativen (no pun intended) trotzdem die AfD wählen. Natürlich nur, wenn es die Partei in den kommenden Monaten nicht zerreißt.

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Erst machst du mir Hoffnung und dann lese ich, dass es immer noch 8% sind.

Ich verstehe die Frage von @Carsten allerdings nicht so richtig.

Unter der Voraussetzung, dass man rechtes Gedankengut als „schlimm“ empfindet, so ergibt sich doch von alleine, dass bei gegebenen Schattierungen „rechtsextrem“ deutlich schlimmer als „rechts“ ist.

Unklar ist hingegen:
Traut sich der Flügel, offen alles zu sagen, was er denkt?
Oder offenbart der Flügel wie andere Extremisten auch nur einen Bruchteil von dem, was er denkt?
Anschaulicher gesagt:
Sind Flügel und Rest-AfD auf einer imaginären Extremisten-Skala gleichauf bei dem Wert „42“, wobei der Rest nur „7“ (ein Sechstel) offen ausspricht und der Flügel mit „21“ zwar das Dreifache sagt, aber trotzdem das Gleiche denkt?
Oder halten beide Teile gleiche Anteile ihres Gedankengutes für aussprechbar, so dass der Flügel auf der Extremisten-Skala eigentlich bei 126 steht?

Anderer Gedanke: Ist der Flügel evtl. das Testlabor der AfD gewesen? Einfach mal ausprobieren, wie die Gesellschaft so reagiert? Oder will man mit den rechten Entgleisungen eine Verschiebung des kritiklos Hingenommenen nach Rechtsaußen bewirken - durch Abstumpfung / Gewöhnung?
Oder ist es eine Strategie, rechtsextreme Signale zu setzen, um entsprechend extreme Wähler bei Laune zu halten, aber gleichzeitig die Option zu haben, zu sagen, dass es ja gar nicht die Partei sei, die so denke, sondern lediglich freie Meinungsäußerungen einzelner Parteimitglieder seien?

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Stimmt, da gibt es doch noch so einen ominösen Landolf Ladig, der möglicherweise eine Rolle in der AfD spielt.