Unterschied zwischen Lehnwörtern und Fremdwörtern?

Guten Tag,

ich stoße immer wieder af den begriff „lehnwort“. ist das einfach nur eine andere bezeichnung für fremdwort oder gibt es tatsächlich einen unterschied?

danke im vorraus für die antworten.

Hi,

da gibt es tatsächlich einen Unterschied. Bei Lehnwörtern erkennt man nicht mehr, dass sie aus einer anderen Sprache kommen, und werden von Deutschen als deutsche Wörter empfunden. Sie werden gemäß deutschen Rechtschreibregeln geschrieben und nach deutschen Regeln gebeugt. Beispiele sind Wein, Mauer, Fenster, Bank, Büro. Bei Fremdwörtern hingegen ist noch das Bewusstsein vorhanden, dass sie aus einer anderen Sprache stammen. Sie werden oft wie in der Ursprungssprache geschrieben und oft anders gebeugt. Beispiele: Computer (Aussprache entspricht nicht deutschen Regeln aber Flexion wie deutsche Substantive auf -er), Risiko (Plural Risiken entspricht nicht deutschen Flexionsregeln), Thema (Plural Themen entspricht nicht deutschen Regeln und auch die Schreibung folgt nicht den üblichen modernen Regeln). Obwohl ich hier zwei formale Kriterien formuliert habe, sehe ich persönlich das Hauptkriterium darin, ob bei der Masse der Sprecher das Bewusstsein vorhanden ist, ob ein Wort fremd ist oder nicht. Z. B. bei Risiko würde es mich nicht überraschen, wenn man feststellen würde, dass die meisten gar nicht wissen, dass es ursprünglich ein fremdes Wort ist. Dann würde ich es nicht als Fremdwort sehen. Meiner Meinung nach müsste man also empirische Forschung betreiben, um herauszufinden, ob ein bestimmtes Wort Fremdwort ist oder nicht. Bin gespannt, ob echte Germanisten das anders sehen.

Gruß

Marco

Sie werden oft wie in der Ursprungssprache
geschrieben und oft anders gebeugt. Beispiele: Computer
(Aussprache entspricht nicht deutschen Regeln aber Flexion wie
deutsche Substantive auf -er)

Hi,
Inwiefern entspricht „Computer“ denn nicht den deutschen Ausspracheregeln? Gibt es eine Regel, die ein „pj“ im Wortinneren verbietet? Oder warum?

Grüße,

  • André

Hi,

ich meinte, dass die Lautfolge-Buchstabenfolge-Zuordnung nicht deutschen Regeln entspricht. Wenn man in einem deutschen Wort „pju“ spräche (mir fällt aber kein Beispiel ein) dann würde man das auch so schreiben. Und die Buchstabenfolge „pu“ spricht sich in deutschen Wörtern auch so. Und weil Computer aber kein deutsches Wort ist, muss es sich an diese Regeln nicht halten.

Gruß

Marco

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Hallo,

ich stoße immer wieder af den begriff „lehnwort“. ist das
einfach nur eine andere bezeichnung für fremdwort oder gibt es
tatsächlich einen unterschied?

eine relativ übersichtliche Gegenüberstellung und zahlreiche Beispiele bietet übrigens der erste Google-Treffer: http://www.examen-europaeum.com/EEE/EEE2003/08Fremdu…

Gruß
Kreszenz

Guten Tag!
Gib in „Google“ „Lehnwort“ ein, auch z. B. „loanword“, und lies in der Wikipedia nicht nur die Artikel, sondern geh auch auf den Reiter „Diskussion“. Dort findest du in der Tat allerlei Neues, das über die Schulmeinungen hinausgeht.
Gruß
Sepp

Achso, aber dann machst du die Unterscheidung ja lediglich an der Schreibweise und dem Sprachgefühl (also ob man ein Wort als fremd empfindet, was du auch ansprachst) fest; denn würde man plötzlich in der nächsten Rechtschreibreform die Orthographie in „Kompjuter“ ändern, gilt dein 2. Kriterium nicht mehr.

Ich denke nicht, dass das Kriterium der Schreibweise ausschlaggebend sein kann bei der Unterscheidung, denn als man neben „Delphin“ auch „Delfin“ zugelassen hat, hat sich dadurch nicht die Fremdartigkeit des Wortes verändert, ähnliches bei Mayonnaise/Majonäse.

Das Aussprache-Kriterium mag gelten, allerdings nur bei Wörtern, die wirklich nicht den deutschen Ausspracheregeln entsprechen, so wie „Xenon“ oder „China“ (keine urdeutschen Wörter fangen mit [ks] oder [ç] an).

Gruß,

  • André

Hi,

wenn du meine erste Antwort aufmerksam gelesen hast, stellst du fest, dass ich ja gerade das Sprachempfinden als Kriterium verteidigt habe.

Gruß

Marco

Weiß ich ja. Daher bezog ich mich nur auf deine Vermutungen und Ausführungen den anderen Teil (also Orthographie und Aussprache) betreffend.

Grüße,

  • André