Unterschied zwischen Physik und Metaphysik?

Hallo!
Ich glaube der Titel sagt schon alles. Es würde mich halt sehr freuen, wenn mir jemand den Unterschied klarmachen könnte.
Besonders wenn auch die Grenze zwischen den beiden im Rahmen der „modernen“ theortischen Physik (Viele Welten Modell,…)noch deutlich wird.
Vielen Dank für die Mühe im Voraus.
Tschüß
Lothar Boettcher

Hi,

dazu fallen mir lediglich die Worte von Hermann Weil ein:

Mathematik hat innere Logik, aber keine Bezug zu Realität, sie ist daher sinnlos.
Methaphysik hat weder innere Logik noch Bezug zu Realität, sie ist daher unsinnig.
Physik hat sowohl innere Logik als auch Bezug zur Realität, sie ist daher sinnvoll.

Max

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

dazu fallen mir lediglich die Worte von
Hermann Weil ein:

Mathematik hat innere Logik, aber keine
Bezug zu Realität, sie ist daher sinnlos.

Autsch!
Tut mir maechtig leid um ihn,
aber ohne Mathe stuenden die
Physiker ziemlich nackt da…

MEB
P.S. Bezug zur Realitaet ist eine Frage
der Interpretation.

Ich glaube der Titel sagt schon alles. Es
würde mich halt sehr freuen, wenn mir
jemand den Unterschied klarmachen könnte.
Besonders wenn auch die Grenze zwischen
den beiden im Rahmen der „modernen“
theortischen Physik (Viele Welten
Modell,…)noch deutlich wird.

Kommt darauf an, was man fuer Metaphysik
haelt. Dass diese Frage keineswegs trivial
beantwortet werden kann, kann man sich
klarmachen, wenn man versucht, zu erklaeren,
was Physik eigentlich ist. Meinetwegen,
Physik versucht die Realitaet zu
beschreiben. Aber wie, bitteschoen,
definiere ich dann Realitaet? Und wenn man
tiefer geht, stellt man fest, dass
verschiedene physikalische Theorien (z.B.
„klassische“ und „quantische“) die
Realaitaet verschieden interpretieren.

Anmerkung: Die viele-Welten-Theorie ist eine
Idee, die der Interpretation der Realitaet
in der Quantenphysik entspringt. Meines
Erachtens gehoert sie eher ins Kapitel der
Philosophie.

Metaphysik geniesst einen zweifelhaften
Ruf. Aber du kannst sicher sein, dass viele
„unerklaerliche“ Dinge, mit denen sich manch
ein „Metaphysiker“ beschaeftigt, kuenftig
das Thema „physikalischer“ Arbeiten sein
werden (moeglicherweise auf eine andere
Art).

MEB

Metaphysik ungleich Para/Pseudo-Wissenschaft!
Hallo Lothar,

die Frage kann unterschiedliche Bedeutungen haben.

Wenn man die Begriffe „Physik“ und „Metaphysik“ im urspruenglichen, philosophischen Sinne versteht, bezeichnet „Physik“ alles real existierende, alles, was mit den fuenf Sinnen direkt wahrgenommen und auf seinen Wahrheitsgehalt hin ueberprueft werden kann. In die moderne Begriffswelt uebersetzt umfasst „Physik“ alle durch Experimente ueberpruefbaren Vorstellungen, also alle Naturwissenschaften.
Im Gegensatz dazu bezeichnet „Metaphysik“
(woertlich, ueber die „Physik“ hinaus) alle anderen Vorstellungen: Mystik, Religion, Philosophie, Ethik etc, zusammenfassbar unter dem modernen Begriff Philosophie. Im Laufe der Zeit hat es in der Philosophie grosse Aenderungen in der Betrachtung der „Metaphysik“ innerhalbe der diversen philosophischen Richtungen gegeben. Um das zu verstehen, muss man sich wohl oder uebel mit der Geschichte der Philosophie befassen.

Eine andere Betrachtungsmoeglichkeit ist das Gegensatzpaar Wissenschaft-Parawissenschaft. „Para“ bedeutet „neben“ und bezeichnet eine Wissenschaft, die neben der „herkoemmlichen“ Wissenschaft angesiedelt ist. Allein der Begriff Parawissenschaft ist eine unerhoerte Anmassung, da alles, was nicht Wissenschaft ist als Unwissenschaft bezeichnet werden muss.
Das wird klar, wenn man sich die Definition von Wissenschaft vergegenwaertigt:

  1. Alle Erkenntnisse muessen ueberpruefbar sein (Experiment).
    Eine Theorie die so gebaut ist, dass sie prinzipiell nicht wiederlegt werden kann, ist keine wissenschaftliche Theorie.
  2. Alle Experimente muessen wiederholbar sein und stets dasselbe Ergebnis liefern. Von einem einzelnen Ereignis auf das ganze Universum zu schliessen, ist unwissenschaftlich. Wo die experimentellen Bedingungen nicht exakt gleich sein koennen (z.B. in der Medizin) muss eine statistische Analyse die Aussagekraft eines Befundes bestimmen.
  3. Alle Daten muessen veroeffentlicht und fuer jedermann zugaenglich sein. Wissen, das nur wenigen Eingeweihten bekannt ist, kann nicht als wahr gelten. Die Esoterik ist, wie der Name schon sagt, ein Musterbeispiel dafuer.
  4. Falls mehrere Theorien ein Experiment erklaeren koennen, ist derjenigen Theorie der Vorzug zu geben, die die wenigsten Annahmen machen muss und zum groessten Teil auf bereits zweifelsfrei bewiesenen Theorien fusst. Beispiel: Wenn man zu zweit im kalten Bett liegt, wird einem schneller war, als wenn man alleine dort liegt. Esoterische Deutung: die positiven Energien verstaerken sich gegenseitig.
    Wissenschaftliche Deutung: weniger Waermeverlust durch kleinere gemeinsame Oberflaeche + Verstaerkung der Stoffwechselfunktionen durch diverse emotionale Effekte :wink:

Obige Bedingungen sind keineswegs vollstaendig. Sie basieren jedoch auf den Ueberlegeungen der Erkenntnistheorie, die herauszufinden versucht, wo die prinzipiellen Grenzen der gesicherten Erkenntnis liegen, wo also die Grenze zwischen „Physik“ und „Metaphysik“ liegen.

Parawissenschaft ist also eingentlich Pseudowissenschaft und gehoert daher in den Bereich des Glaubens. Besonders infam ist es, dass die Vertreter der Pseudowissenschaft sich sowohl mit dem Heiligenschein der Erloeser, als auch mit der Goldkante der Wissenschaft zieren.

Viele Gruesse,
Hartmut

Wissenschaft

Das wird klar, wenn man sich die
Definition von Wissenschaft
vergegenwaertigt:

Das sollte man an vielen Stellen deutlich sichtbar aushängen…

  1. Falls mehrere Theorien ein Experiment
    erklaeren koennen, ist derjenigen Theorie
    der Vorzug zu geben, die die wenigsten
    Annahmen machen muss und zum groessten
    Teil auf bereits zweifelsfrei bewiesenen
    Theorien fusst.

Nennt sich übrigens „Ockham’s Rasiermesser“. Schlichte Form: Wenn es zu einem Phänomen mehrere Erklärungen gibt, ist die einfachste zu bevorzugen.

Und zur Metaphysik:

Man kann auch rein sprachlich argumentieren, daß Metaphysik die Diskussion über die Physik ist - damit kommt man dann natürlich auch wieder in die Philosophie.

Gruß, Kubi

Hinweis:

bezeichnet „Physik“ alles real
existierende, alles, was mit den fuenf
Sinnen direkt wahrgenommen und auf seinen
Wahrheitsgehalt hin ueberprueft werden
kann.

Damit waere ich vorsichtig.
Atome kann ich nicht fuehlen, riechen,
hoeren, schmecken oder sehen. Auch „real
existierendes“ ist problematisch, denn das
klammert die Quantentheorie eigentlich aus.

In die moderne Begriffswelt
uebersetzt umfasst „Physik“ alle durch
Experimente ueberpruefbaren
Vorstellungen,

Das ist O.K., denn das klammert Quanten-
physik nicht aus. Im Gegenteil, das
Experiment ist da der Ansatz von allem!

MEB