Der große Unterschied zwischen Schrift und Sprache z.B. im Englischen soll ja, meines Wissens, dadurch entstanden sein, dass man konservativ bei der alten Schreibweise blieb, während sich die Aussprache eben im Laufe der Zeit änderte.
Im Deutschen ist das nun nicht so, weil die Schrift immer wieder an die Sprache angepasst wird. (So habe ich´s wenigstens mal gelernt.)
Meine Frage dazu ist, wer macht das, oder besser, wer ist auf die Idee gekommen? War das Konrad Duden und seine Nachfahren, sozusagen im Alleingang, oder gab es früher dazu irgendwann mal irgendwelche Regierungsbeschlüsse oder so ´was ähnliches?
Kann es sein, dass der Grund irgendwo in der besonderen politischen Lage Deutschlands steckt?
die deutsche sprachgeschichte ist bestimmt auch durch die politische geschichte. im deutschen sprachraum gab es einerseits zu verschiedenen zeiten verschiedene beherrschende politische zentren (grob gesagt: vom südwesten des deutschen sprachraums in mittelhochdeutscher zeit über den südosten, den ostmitteldeutschen sprachraum bis zum norddeutschen sprachraum im 19. jahrhundert); darüber hinaus gab es auch jahrhundertelang politische zersplitterung (nachzusingen z.b. im lied vom deutschen michel). beides hat begünstigt, dass sich verschiedene schreibtraditionen nach- und nebeneinander entwickelten und konkurrenzierten, sodass gegen ende des 19. jahrhunderts ein starkes bedürfnis nach einer vereinheitlichung entstand. in der schrift wurde dieses bedürfnis durch konrad duden, in der aussprache nicht so unumstritten durch theodor siebs wahrgenommen.
demgegenüber haben das englische und das französische eher konstante politische zentren (london, paris) und herrschaftstraditionen. (wobei für england nicht nur das politische zentrum london, sondern auch das bildungszentrum oxbridge = oxford & cambridge eine große rolle spielt.)
es war nicht gerade ein alleingang dudens (oder siebs’), sondern auch damals das ergebnis vieler forscherInnen.
m.
Der große Unterschied zwischen Schrift und Sprache z.B. im
Englischen soll ja, meines Wissens, dadurch entstanden sein,
dass man konservativ bei der alten Schreibweise blieb, während
sich die Aussprache eben im Laufe der Zeit änderte.
Im Deutschen ist das nun nicht so, weil die Schrift immer
wieder an die Sprache angepasst wird. (So habe ich´s
wenigstens mal gelernt.)
Meine Frage dazu ist, wer macht das, oder besser, wer ist auf
die Idee gekommen? War das Konrad Duden und seine Nachfahren,
sozusagen im Alleingang, oder gab es früher dazu irgendwann
mal irgendwelche Regierungsbeschlüsse oder so ´was ähnliches?
Kann es sein, dass der Grund irgendwo in der besonderen
politischen Lage Deutschlands steckt?
Was uns in Deutschland fehlt ist eine Institution wie die „Académie française“:
"Sie zählt zu den ältesten und prestigereichsten französischen Einrichtungen im Bereich des geistigen Lebens. (…)
Die offizielle Aufgabe der Académie war und ist die „Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache“, insbesondere durch die Erarbeitung eines normativen Wörterbuchs sowie anderer Referenzwerke (Grammatik, Rhetorik, Poetik). (…)
Die Mitgliedschaft in der Académie gilt in Frankreich seit nunmehr dreieinhalb Jahrhunderten als die ehrenhafteste Konsekration einer Intellektuellenkarriere (…)
Entsprechend war und ist die Neubesetzung eines vakant gewordenen Sitzes ein gesellschaftliches Ereignis von größtem Interesse (…)
Zur Aufnahme vorgeschlagen werden im Allgemeinen Personen, die sich einen Namen vor allem oder auch als Dichter, Schriftsteller oder Philosophen gemacht haben, doch finden sich unter den Mitgliedern auch Angehörige gänzlich anderer Berufe, wie z. B. Schauspieler, Wissenschaftler, Publizisten, ranghohe Militärs, Politiker oder Geistliche." http://de.wikipedia.org/wiki/Acad%C3%A9mie_fran%C3%A…