Unterschied zwischen Studium und Selberlernen

Hallo,

kann mir vielleicht jemand folgendes erklären …

Person A = abgeschlossenes Studium der Informatik + sehr gute Programmierkenntnisse

Person B = sehr gute Programmierkenntnisse + hat kein Abitur, aber würde mindestens ein Notendurchschnitt von 2 schreiben, wenn er die Erlaubnis zur Abi-Prüfung hätte

Frage: „Welche Person wird in der Firma Suns als Java-Entwickler eingestellt? Und warum wird dieser Person eingestellt?“

Gruß Andreas Günther

Hallo,

würde mich auch mal interessieren. Bei Amazon gibt es tonnenweise Bücher über Anglistik, germanistik, C++, Botanik und und und … Kann der Mensch sich nicht selber alles beibringen? Muss immer ein Professor anwesend sein, damit man etwas lernen kann?

Gruß Horst Schneider

Hallo Horst!

würde mich auch mal interessieren. Bei Amazon gibt es
tonnenweise Bücher über Anglistik, germanistik, C++, Botanik
und und und … Kann der Mensch sich nicht selber alles
beibringen? Muss immer ein Professor anwesend sein, damit man
etwas lernen kann?

Der Mensch kann sich nicht alles selbst beibringen, da er in vielen Bereichen gar nicht die Infrastruktur zur Verfügung hat. Beispiel Maschinenbau: Du kannst dir natürlich alle Grundlagenbücher zum Maschinenbau, zur Werkstoffkunde, zur Konstruktionslehre, zur notwendigen Mathematik usw. durchlesen. Deine Fähigkeit, ein technisches Problem zu lösen, kannst du so erstens nicht unter Beweis stellen, und zweitens wirst du nicht alles verstehen können (es sei denn du bist der absolute Überflieger), wenn du nicht ab und zu jemanden hast, der mit dir übt, dich unterstützt, dir Aufgaben gibt etc.
Du hättest vielleicht theoretisches Wissen, die Fähigkeit zur Umsetzung würde dir jedoch fehlen. Als Student machst du Praxissemester, Praktika an der Uni, du schreibst Studienarbeiten und stellst deine gewonnenen Kenntnisse in einer Diplomarbeit unter Beweis. Dazu hast du im Labor eine (meist teure) technische Ausstattung zur Verfügung, die du zu hause sicherlich nicht hast (Messgeräte, Software, techn. Versuchsaufbauten etc.). Dasselbe in Eigenregie leisten zu wollen, ist zumindest in den technischen Disziplinen schwierig, zumal der Anspruch und das Niveau an einer Hochschule, auch was die zu bearbeitenden Aufgaben, sei es in einer Studienarbeit oder Diplomarbeit angeht, einzig und allein durch Anlesen nicht darstellbar ist.
Bei deinem Arbeitgeber musst du aber gerade die Fähigkeiten unter Beweis stellen, eine anspruchsvolle Aufgabe in kurzer Zeit erfolgreich zu bewältigen. Wie willst du das schaffen, wenn du dein Wissen nur aus Büchern schöpfst?
Es mag Disziplinen geben, wo es möglicherweise geht, aber bei den meisten, sei es Mathematik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik, Bauingenieurwesen, Medizin, Raumplanung, Architektur uvm.
Einen Professor brauchst du zum Lernen natürlich nicht, aber an einer Hochschule bekommst du einen Einblick, wo der Stand der Technik/Forschung/Wissenschaft im Augenblick steht, und das ist nicht das, was man in „Welt der Wunder“ oder „Gallileo“ im Fernsehen zu sehen bekommt. Du hast die Möglichkeit, an Forschungsprojekten mitzuarbeiten, und dein Wissen sinnvoll anzuwenden. Das alles ist nunmal nicht im stillen Kämmerlein möglich, wobei ich davon ausgehe, dass der Sinn und Zweck des Lernens, so wie es in der Ausgangsfrage steht, darin liegt, damit später sein Geld zu verdienen. Und da scheint mir ein Hochschulstudium die bessere Wahl zu sein.

Gruß Horst Schneider

Gruß

Michael

Das hängt ganz drauf an
Hallo Andreas (oder coolb *fg*),

ich fang mal mit der Beantwortung Deiner Frage an:

Und warum wird dieser Person
eingestellt?"

  • weil er besser ins Team passt
  • weil er seinen Tag Testarbeit besser gemeistert hat
  • weil er die perfekten Bewerbungsunterlagen hatte
  • weil er weniger Kohle verlangt hat
  • weil er der Sohn vom Scheffe ist
  • weil er schon bei der Konkurrenzfirma gearbeitet hat
  • weil er genau das kann was die Firma verlangt
  • weil seine Nase hübscher ist als die seines Mitbewerbers
  • weil er dem Personaler auch für sexuelle Gefälligkeiten zur Verfügung steht

Du siehst schon - ohne in der Haut des Personalers zu stecken und die Hintergründe der Entscheidung zu kennen lässt sich nur spekulieren. Im einen Fall wird man vielleicht mehr Wert auf „Zettel“ legen, während man im anderen Fall den „Selfmademan“ bevorzugen wird.

aber würde mindestens ein Notendurchschnitt von 2 schreiben,
wenn er die Erlaubnis zur Abi-Prüfung hätte

Dazu würde mich aber noch was interessieren: woher weiss er das mit der 2? Und warum kriegt er keine Erlaubnis zur Abi-Prüfung?

*wink*

Petzi

hmm, die aufgeführten gründe sind sicher relevant. ich interpretiere einfach mal: du magst wissen, welcher ausbildungsweg als höherwertig angesehen wird?
dann unterstelle ich dir auch noch ganz frech, dass du ein wenig das informatikstudium mit einem ausgeuferten programmierkurs verwechselst.

beim studium lernst du einfach hauptsächlich hintergrundwissen in punkto elektronik, prozessortypen, mathematik usw.

Beispiel Aufgabe: Programmiere eine Routine die x findet A*x=b, wobei A eine Matrix und x,b Vektoren sind. Der Nichtabiturient wird erstmal nachschlagen, was das ist, evtl. im Buch einen Algorithmus finden, wie er das löst, sagen wir mal über Determinanten steht wohl in den meisten Lehrbüchern und hat ein Programm geschrieben, bevor der Informatiker seinen Rechner angeschaltet hat.

Der fragt nämlich erstmal, wo kommt das Problem her, wie ist A und b beschaffen, wie groß sind sie, wie besetzt, was soll mit dem x gemacht werden, auf was für ner Plattform das Programm laufen soll etc. pp. Und das sind so fragen, die der Selfmademan evtl. gar nicht sieht.

Wenn aber z.B. ein „echter“ Informatiker drei Programmierer zweiten Typs anleitet und Ihnen sagt, z.B. welche Algorithmen sie zu implementieren haben, könnten diese wohl auch gerne vom Typ B sein

aber würde mindestens ein Notendurchschnitt von 2 schreiben,
wenn er die Erlaubnis zur Abi-Prüfung hätte

Dazu würde mich aber noch was interessieren: woher weiss er
das mit der 2?

Weil der Typ B eine sehr gut vorbereitete Person ist (durch Selbsttests usw.). Hat alle Fächer fleißig studiert. Die Leistungsfächer noch intensiver. Aber es könnte sein, dass er aufgeregt ist und bei der mündlichen Prüfungen vor Aufregung stottert. Deswegen ein Notendurchschnitt von 2.

Und warum kriegt er keine Erlaubnis zur Abi-Prüfung?

Entschuldigung, wegen meine unvollständige Erklärung. Ich meinte eine Erlaubnis „sofort“ gleich nach einer Anmeldung an der Abi-Prüfung teilzunehmen ohne eine Abendschule zu besuchen. Vielleicht auch bisschen aus der eigener Tasche bezahlen.

Gruß Andreas Günther