Unterschiede altchristlicher und jüdische Apokalyp

Hallo,

ich suche Unterschiede zwischen altchristlicher und jüdischer Apokalyptik.
Als Beispiel für altchristliche Apokalyptik hab ich die Offenbarung des Johannes und für die jüdische Apokalyptik das Buch Daniel.
Wenn man die beiden vergleicht, dann findet man folgende Unterschiede:

Johannes:
globaler, Geschichte des ganzen Christentums wird widergespiegelt, Weissagungen werden empfangen von einem Menschen, alle Sünder kämofen gegen Gott

Daniel:
Bestrafung der Verwüster Jerusalems, Erzählungen beruhen auf eigenen Erfahrungen, stellvertretend für das ganze Judentum, Kämpfe zwischen Königen und der stärkste König kämpft dann gegen Gott

Was sind aber nun klare Unterschiede zwischen altchristlicher und jüdischer Apokalyptik?

Die jüdische Apokalyptik arbeitet mehr mit Träumen und Visionen als die altchristliche Apokalyptik.
und weiter?

Hallo „KeineAhnung“.

Was sind aber nun klare Unterschiede zwischen altchristlicher
und jüdischer Apokalyptik?

Der Unterschied ist alleine schon die Fragestellung. So spielt dieses Thema im Judentum nie eine zentrale Rolle ähnlich wie viele andere Fragestellungen welche im Christentum viel zentraler sind. So ist die Sicht bezüglich dieser Frage auf viele Texte im Tanach schon christlich geprägt (z. B. Daniel).

Im Judentum ist es so, dass es einmal ein messanisches Zeitalter geben wird welches entweder in dieser Welt angesiedelt ist und durch das Kommen eines Moschiach (Orthodox) oder rein spirituell ist (liberal). Die Welt nach dem Kommen des Moschiach wird eine andere sein und oft als „kommende Welt“ (HaOlam haBa) bezeichnet.

Deine Frage bezieht sich nun auf die Zeit direkt vor dem Kommen des Moschiach und hier gibt es im Judentum zahlreiche Ansichten wie dieses nun konkret ablaufen wird und zum grossen Teil sind diese auch abhängig von Bedingungen. Eine Apokalypse ist hier nur eine von vielen Vorstellungen, aber diese betrifft auch im Judentum die ganze Welt wie es bei allen was ich hier geschrieben habe, immer um die ganze Welt als eine Einheit geht. Im Judentum wird hier nicht unterschieden zwischen Juden und Nichtjuden, wir alle sind Kinder G’ttes und wir alle haben ein Anrecht auf die kommende Welt, wenn wir uns g’ttgefällig verhalten haben.

Lange Rede kurzer Sinn, im Judentum ist diese Übergangszeit von keinem grossen Interesse. Wesentlicher ist hier, was wir heute dafür tun können.

Scholem,
Eli