Unterschiede von Psychotherapien

Verhaltentherapie kenne ich, habe ich auch schon einmal gemacht.

Was ist eine analytische bzw. psychodynamische Therapie. Kann diese Art von Therapie auch ambulant bei einem Psychologen gemacht werden? Und wie viele Stunden wären das?

Dann: gibt es da einen Unterschied zu der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie?

Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
sind zeitlich aufwändiger als die Verhaltenstherapie. Sie setzen in der Kindheit an, versuchen herauszufinden, weshalb Sie so fühlen und sich verhalten, wie Sie es im Augenblick tun. Diese Verfahren gehen davon aus, dass seelische Probleme Folge unbewusster Konflikte aus der Kindheit sind. Die Psychoanalyse arbeitet mit Assoziationen, Träumen und der Deutung Ihrer Reaktionen gegenüber dem Therapeuten.
Die Dauer der tiefenpsychologisch fundierten Therapie ist durch die Konzentration auf zentrale Lebensprobleme deutlich kürzer.
Beide Arten der psychodynamischen Psychotherapie können ambulant durchgeführt und über die Kasse abgerechnet werden, wie in der VT gibt es auch hier ein Gutachterverfahren, das der Therapeut beantragt.
Die von der Kasse bezahlten Stunden variieren, bis max 150 bei KIndern bis 14 Jahre, bis max 180 bei Jugendlichen bis 21 Jahre, bis max 100 bei Erwachsenen.
Ein Sonderfall ist eine klassische Analyse, die im Liegen durchgeführt wird, sehr lange dauert (mehrere Jahre) und nach meiner pers. Meinung in den meisten Fällen nicht zielführend ist.

Ich hoffe, das hilft erstmal.

Verhaltentherapie kenne ich, habe ich auch schon einmal
gemacht.

Was ist eine analytische bzw. psychodynamische Therapie.

Es gibt sicher hundert verschiedene Formen der Psychotherapie, von denen die meisten aber von der GKV nicht bezahlt werden.

Kann

diese Art von Therapie auch ambulant bei einem Psychologen
gemacht werden?

Praktisch alle Formen der Psychotherapie werden primär ambulant durchgeführt, nur selten einmal stationär und das auch nur dann, wenn die Klienten ohnehin längere Zeit in einer Klinik sind.

Und wie viele Stunden wären das?

Die Zahl der Stunden liegt zwischen zwanzig und auch mal tausend - ja nach Therapieform und Schwierigkeitsgrad.

Dann: gibt es da einen Unterschied zu der tiefenpsychologisch
fundierten Psychotherapie?

Unter einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie versteht man üblicherweise die Therapien nach Freud, Jung oder Adler.

Hallo Marie,

Als Psychodynamische Therapien bezeichnet man alle Psychotherapien, die auf einem analytischen Wege funktionieren. Dazu gehört die Psychoanalyse (Analytische Langzeittherapie) sowie die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.
Zusammen mit der Verhaltenstherapie sind dies die gegenwärtig von den Krankenkassen zugelassenen Psychotherapien und können ambulant ausgeübt werden.
Die psychodynamischen Ansätze werden traditionell aus berufspolitischen Gründen eher von Ärzten ausgeübt und dauern oft mehrere Jahre.
Verhaltenstherapeutische Ansätze werden aus denselben Gründen eher von Psychologen ausgeübt und sind zeitlich kürzer und erkrankungsspezifischer. Es gibt neben der klassischen Verhaltenstherapie wiederum verschiedene Ansätze (z.B Kognitive Verhaltenstherapie, Systemische Therapie etc.)

Es ist im Grunde ein verwirrender Dschungel an Therapieschulen, die es leider immer noch nicht geschafft haben über ihre Gräben hinaus miteinander zu komunizieren und eine gemeinsame Richtlinie für die Psychotherapeutische Ausbildung festzuschreiben.
Keine der gegenwärtigen Schulen kann von sich behaupten die „richtige und alleinige“ psychotherapeutische Behandlung zu praktizieren.

Wenn es Ihnen nur um die Begriffe geht, empfehle ich Ihnen sich Zeit zu nehmen und ein bißchen zu „googeln“.

Wenn Sie sich jedoch in psychotherapeutische Behandlung begeben wollen, ist es besser sich einen Therapeuten zu suchen bei dem „die Chemie stimmt“, als dies nach einer Therapie-Schule zu entscheiden. Die Wahl eines Therapeuten ist Vertrauenssache.
Kompetente Psychotherapeuten arbeiten selten streng nach einer Schule, sondern sind bemüht verschiedene Ansätze in die Therapie zu integrieren.

Hier würde ich Ihnen empfehlen sich in ihrem Umfeld umzuhören, bei den Kassen und Selbsthilfegruppen nachzufragen oder wenn Sie so etwas haben, mit einem vertrauensvollen Hausarzt zu besprechen.

Ich hoffe meine Antwort hat Ihnen etwas weitergeholfen

Grüße
tb

Hallo Hans,
das war mal eine ausführliche Beschreibung dieser verschiedenen psychologischen Fachwelt.
Hat mir sehr weitergeholfen.
Vielen Dank für Ihre Mühe.
Marie

Hallo,
kann nur sagen, „aha“ ich habe jetzt einiges mehr an Wissen. Danke für diese Aufklärung.
MFG
Marie

Hallo Thomas,
vielen Dank für Deine Ausführungen. Das ist ja ein Wirrwar, da blickt doch kein Laie richtig durch. Natürlich habe ich auch schon gegoogelt. Doch so wie Du es mir beschrieben hast, habe ich es erst verstanden.
Vielen Dank für Deine Mühe und Hilfe
Marie

Sowohl die psychodynamische als auch die psychoanalytische Therapie gehören der sog. tiefenpsychologischen Richtung an. Beide können bei einem niedergelassenen Psychologen bzw. Psychotherapeuten gemacht werden, wenn er/sie diese Ausbildung hat.

Bei beiden geht es darum, etwas aufzuarbeiten. Das bedeutet, das Leid, welches man im Moment hat, wird in Zusammenhang gebracht mit frühen Lebenserfahrungen. Hintergrund ist die Beobachtung, dass frühe, nennen wir es mal Traumatisierungen, unbewusste Spuren hinterlassen. Als Erwachsener verhält man sich dann auf eine gewisse Weise und weiß gar nicht warum. Ein vielleicht banales, aber doch anschauliches Beispiel: Wenn der Vater immer sehr streng war, dann wird man als Erwachsener vor allen Autoritätspersonen Angst haben und/oder vor allen, die „streng“ mit einem sind. Dann fängt man vielleicht das Stottern an, bekommt Schweißausbrüche usw. Das kann sich sogar auf Situationen beziehen z. B. wenn man vor einer Prüfung steht.
„Psychodynamisch“ bedeutet, dass der/die Therapeut im Hier und Jetzt herauszufinden versucht, wie sich Früheres im Jetzt widerspiegelt. Wenn man als Patient/Betroffener es dann richtig verstanden und erfühlt hat, dann ist es i.d.R so, dass sich das Problem beginnt aufzulösen. Grundlage hierfür ist eine Beziehung (eine therapeutische) zw. Patient u. Therapeut. Das ist das Kabel, durch den dann der Strom fließen kann. In der psychodynamischen Therapie werden meist Konflikte bearbeitet, z.B. die widerstrebenden Gefühle von „sich loslösen“ und „sich anpassen“ oder „andere versorgen wollen“ und „sich versorgen lassen wollen“. Da gibt es noch ein paar andere Konfliktpaare. Aber die liest Du am besten mal selber nach. Ich empfehle mal zu googlen (OPD-II, operationalisierte psychodynamische Diagnostik, Konflikt, Achse III).
In der Psychoanalyse geht es etwas tiefer. Die Stundenzahl ist i.d.R. auch um einiges höher (psychodynamische Therapie i.d.R. bis zu 50 Std., Psychoanalyse bis zu mehreren 100 Std.).
Ist die Frage erst mal beantwortet?

Ach ja, der Unterschied zur VT ist im Groben: Die VT widmet sich dem Symptom, die Tiefenpsychologie dem Grund für das Symptom. Beides macht Sinn.

Bitte kurze Antwort, was Du jetzt damit anfängst.
AH

Hallo Marie,

analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie gehen ursprünglich beide auf Freuds Theorien zurück, unterscheiden sich aber in der Methodik und auch in der Dauer der Behandlungen. Meines Wissens kann man für analytische Therapien auch mehr Behandlungsstunden beantragen. Ambulant können beide Verfahren von einem entsprechend ausgebildeten Psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt werden. Ich selbst habe eine verhaltenstherapeutische Ausbildung und möchte Dir nicht gefährliches Halbwissen vermitteln. Besser kann Dir das alles demnach ein analytisch oder tiefenpsychologisch ausgebildeter Psychotherapeut erklären.

J.

Hallo und Danke, lieber Alexander,

was ich jetzt mit damit mache, was Du mir erklärt hast? Ganz einfach,
jetzt werde ich mich nach einem geeigneten Therapeuten umschauen.
Dass ich auf eine Warteliste komme, ist mir klar. Vielleicht habe ich auch Glück und ich bekomme eher eine Sitzung.
Die analytische Psychotherapie wurde mir empfohlen, da ich bereits eine Verhaltenstherapie gemacht habe.
Dann muss nur noch die Chemie stimmen zwischen dem Therapeuten und mir und ich kann an mir weiterarbeiten.
Nochmals recht herzlichen Dank
Marie

Hallo Jörg,
ich danke Dir für Deine Mühe und ja, ich werde mich an einen Therapeuten wenden, der diese Methodik anwendet.
Schöne Woche noch
Marie

Hallo,
in der ambulanten Therapie werden von der gesetzlichen Krankenkasse die drei Therapieverfahren Verhaltenstherapie, tiefenpsychologie und Analyse bezahlt. Unter psychodynamische Therapie versteht man die Tiefenpsychologie und Analyse.
Grundsätzlcih weiß natürlich jeder Therapeut/in ob sein Verfahren von der Kasse übernommen wird.
Das heißt zwar nicht dass andere Verfahren nicht helfen, ab da ist es sehr schwierig zu erkennen ob hinter dem Therapeut auch eine gute solide Ausbildung steht. Es gibt ja inzwischen allerhand „Fernstudienlehrgänge“ usw. Davon würde ich abraten. Ein guter Therapeut hat eine gute Ausbildung und in der Regel eine Anerkennung, wenn nicht wäre ich sehr vorsichtig.
Es gibt natürlich auch Therapeuten die mehrere Verfahren beherrschen und auch ganz gut damit umgehen können.
Die Stundenanzahl richtet sich nach dem Therapieverlauf, in der VT ab 25, TP ca 40 und Analyse ca 100 als Einstieg, danach je nach Krankheitsbild Verlängerungen. Grundsätzlich kann man 5 probatorische Sitzungen bei verschiedenen Therapeuten machen, bevor man eine Therapie beantragt.

Die unterschiede der Therapieformen sind nicht so leicht zu erklären

www.medizin-im-text.de kann dir vielelicht ein bißchen helfen. Ansonsten nochmal mailen für weitere Fragen
Alles gute
Anita Gradl

Hallo
und vielen Dank für diese Darstellung der Therapieformen.
Es war sehr aufschlussreich für mich.
Auch möchte ich einen herzlichen Dank dafür loswerden, dass Sie mir den Link mitgeschickt haben.
Dann schaue ich mal, was ich aus dem Wissen machen werde.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Restwoche und ein sonniges Wochenende
Marie

Hallo,
analytische, psychodynamische und tiefenpsychologisch fundierte Therapie haben alle ihre (theoretischen) Wurzeln in der Psychoanalyse. Sie sind lediglich im jeweiligen Vorgehen unterschiedlich…
Klar, alles geht auch ambulant, beim (psychologischen oder ärztichen) Psychotherapeuten. Die Therapieverfahren geben keine Stundenzahl(-begrenzung) vor, lediglich die Krankenkassen…
Gruß
jörg